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Killing Them Softly - Hauptplakat
Killing Them Softly - Hauptplakat
© Central Film © Wild Bunch

Die verrücktesten Geschäftsideen

Feature zum Kinostart von "Killing Them Softly"

In "Killing Them Softly" hat Kleinganove Russell (Ben Mendelsohn) einen scheinbar perfekten Plan ausgeheckt, um schnell an Geld zu kommen: Er stiehlt Rassehunde, um sie nach Florida zu transportieren und dort teuer zu verkaufen. Das bringt ihm einige tausend Dollar pro Tier. Vom Erlös will er sich Drogen besorgen, um eine Karriere als Dealer zu starten. Ob dieser verrückte Plan wohl aufgeht? Doch wie immer gilt auch hier: Die Realität ist oftmals noch seltsamer als jede Fiktion, denn es gibt noch weitaus durchgeknalltere Geschäftsideen, die ihren Erfindern zwar nicht immer viel Geld, dafür aber viel Aufmerksamkeit verschafft haben.

Eine besonders außergewöhnliche Idee kommt aus der Ukraine. Die Event-Agentur Kind Fairy machte aus einer Not eine Geschäftsidee: Da alleine trinken bekanntlich keinen Spaß macht, vermietet die Agentur Trinkpartner. Für nur ca. 14 Euro am Tag bekommt die Kundschaft einen gebildeten und unterhaltsamen Gefährten zur Seite gestellt, mit dem man über verschiedenste – auch ernsthafte - Dinge reden und natürlich das ein oder andere Glas heben kann. Die Unternehmenschefin betont, dass es sich hier weder um einen Eskortservice handelt, noch das Trinken von Alkohol verherrlicht wird. Wie dem auch sei: die Geschäftsidee ging auf! Die Trinkgefährtenvermietung ist die am häufigsten gebuchte Leistung der Agentur.

Liegt es nicht am Mangel an Gleichgesinnten, sondern an guten Gelegenheiten, so kann man sich direkt an die nächste Agentur wenden. Die Alibi-Agentur „Alibi-Profi“ erfindet und baut jedes gewünschte Alibi. Von der fiktiven Geschäftsreise über die passende Ausrede für den Kneipenabend bis hin zum Liebesurlaub mit der Geliebten – der Kunde kann aus einem bunten Strauß an Alibi-Angeboten wählen. Auf Wunsch werden auch Postkarten aus dem Ausland an Freunde verschickt oder handfeste zweite Identitäten entwickelt. Vor dem moralischen Zeigefinger muss sich übrigens kein Kunde fürchten – die Agentur wirbt mit dem Versprechen, den Menschen ihren „gewünschten Freiraum“ zu verschaffen, um „ihr eigenes Leben zu führen, sich nicht rechtfertigen zu müssen oder einfach mal wieder richtig durchatmen zu können“.

Weniger abgründig, dafür aber gewöhnungsbedürftig, ist das Angebot des weltweit ersten Reisebüros für gestresste Kuscheltiere. „Teddy-Tour-Berlin“ bietet ausgelaugten Stofftieren eine Woche Erholung und Urlaub fernab der Heimat. Neben einer Stadtrundfahrt durch die Hauptstadt und einem Picknick im Tiergarten ist eine angemessene Rundumbetreuung Ehrensache. Bello, Brumm, Hans oder Günter – sie alle sind bereits in den Genuss des Hauptstadturlaubs gekommen und haben sich vor dem Brandenburger Tor, der Gedächtniskirche oder der Museumsinsel fotografieren lassen. So viele glückliche Kuscheltiergesichter können nicht lügen. Beweise? Bekommt der großzügige Teddy-Besitzer gleich dazu, denn jeder Teilnehmer fährt mit einem persönlichen Fotoalbum nach Hause. Für alle Interessierten: die Termine zu Ostern 2013 sind leider bereits alle ausgebucht, jedoch gibt es glücklicherweise noch freie Plätze für den August kommenden Jahres.

Eine Idee, die alle liebenden Hundebesitzer erfreuen wird, hatte Markus van den Boom vor einigen Jahren – wieder aus der Not geboren. Sein Hund wurde krank und konnte nicht mehr laufen. Seine Freundin, eine Tierärztin, kündigte an, den Hund einzuschläfern, um ihn vor größerem Leid zu bewahren. Diese Vorstellung konnte van den Boom nicht ertragen und wurde kreativ. Innerhalb kürzester Zeit fertigte er seinem Hund einen Rollwagen, der die Hinterläufe des Tieres mit Rädern entlastete. Kaum passte er seine Erfindung an, weckte die neue Fortbewegungsmöglichkeit neue Lebensgeister in seinem Hund – und in van den Boom die Idee, daraus ein Geschäft zu machen. Was als Hobby begann, ist heute der Beruf des Hundefreundes. Als Rehaspezialist für Tiere entwickelt er nicht nur „Hunderollstühle“, sondern auch Bandagen und Hilfsmittel für kranke Hunde und Katzen und verhilft so Mensch und Tier zu mehr Lebensqualität.

Egal, wie irrsinnig eine Idee auch erscheinen mag, letztlich entscheidet ganz demokratisch der Kunde darüber, ob es einen Markt dafür gibt – und so kann auch der größte Nonsens noch zu einem einträglichen Geschäft werden. Wie es dem Kleingangster Russell in "Killing Them Softly" mit seinem ausgetüftelten Businessmodell erging, könnt ihr ab dem 29. November im Kino sehen. Oder jetzt schon hier in unserem kleinen Ausschnitt:



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