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Ouija - Spiel nicht mit dem Teufel
Ouija - Spiel nicht mit dem Teufel
© Universal Pictures International Germany

Amerika spielt "Ouija": US-Box Office 24. - 26.10. 2014

Aber der wahre Gewinner heißt Keanu Reeves

Der alljährliche Horrorfilm zu Halloween kam bereits am vergangenen Freitag in die US-Kinos, da das Gruselfest in diesem Jahr auf einen Freitag fällt - und somit klar ist, dass an diesem Tag die Kids nicht in die Kinos kommen, sondern eben Halloween feiern werden. Aber die Verfrühung schadete "Ouija" nicht - der billig produzierte Gruselschocker aus dem Stall von Michael Bay ("Transformers") setzte sich mit einem guten Ergebnis klar an die Spitze der US-Kino-Charts. Doch die Schlagzeilen macht jemand anders.

Platz 1: "Ouija - Spiel nicht mit dem Teufel"
Halloween - Zeit für "Paranormal Activity", "Nightmare on Elm Street" oder "Saw". In diesem Jahr stellte sich die Lage etwas anders da: Für den Grusel sollte ein Brettspiel aus dem Hause Hasbro sorgen - "Ouija". Der Spieleinsatz hält sich für Universal Pictures in sehr überschaubarem Rahmen. So zweifelte niemand daran, dass dieser Streifen, obwohl er keine Stars aufweist und von gruselig schlechten Kritiken begleitet wird, bereits nach seinem Premierenwochenende profitabel sein würde. So ist es denn auch gekommen: In 2858 Kinosälen gestartet konnte "Ouija" ein beachtliches Ergebnis von 20 Millionen Dollar erzielen und Platz eins erobern. Nun können mal wieder arme deutsche Kinogängerseelen mit dem irreführenden Werbeslogan "Der Nummer 1 Hit aus den USA" um ihre Penunzen gebracht werden, wenn er am 5. Februar 2015 in hiesigen Landen anläuft. Die Mundpropaganda ist schon jetzt derart mies, dass dieses Horrorfilmchen bereits am kommenden Wochenende wie ein Stein durch die Top Ten fallen dürfte. Produzent Michael Bay interessiert das herzlich wenig: Wieder einmal hat er Scheiße zu Gold gemacht.

Platz 2: "John Wick"
Wie schade! Die Comeback Kid-Geschichte wäre natürlich noch schöner gewesen, wenn Keanu Reeves mit seinem Thriller auf dem Premiumplatz Premiere gefeiert hätte. Aber auch so können sich Lionsgate Films und der Star, der vor einem Jahr noch einen der größten Flops der jüngeren Filmgeschichte mit "47 Ronin" hatte hinnehmen müssen, über solide 14 Millionen Dollar aus 2589 Lichtspielhäusern freuen. Und im Gegensatz zu "Ouija" dürfte "John Wick" nicht so schnell in der 2 Dollar-Angebotstonne bei Walmart landen. Die Kritiken sind phantastisch, die Zuschauer begeistert. Nicht nur dass dieser Action-Kracher einfach gut ist und von Lionsgate auch angemessen beworben wurde, er profitiert auch vom "besser als erwartet"-Bonus. Hier sind 5 Millionen Dollar sinnvoller investiert worden als beim Tabellenführer.

Platz 3: "Herz aus Stahl"
Eine Woche lang konnte sich der Brad Pitt-Abenteuerfilm an der Spitze halten, dann rutschte er nach seiner soliden Premiere vor sieben Tagen trotz einer nur mäßigen Zuschauereinbuße von 45 Prozent im Vergleich zum Eröffnungswochenende gleich zwei Ränge der überzeugenden Neueinsteiger wegen runter. Da das Debüt von "Fury" zu niedrig ausgefallen ist, sollte es am Ende in den US-Kinos nicht zu viel mehr reichen, als dass zumindest die reinen Produktionskosten (ohne Werbung) von 68 Millionen Dollar wieder reingeholt werden. Bei Columbia Pictures wird man enttäuscht sein, denn immerhin wird ihre Produktion von Kritikern geschätzt und vom Publikum geliebt. Nach 13 Millionen Dollar am Wochenende steht der Kriegsfilm nun bei insgesamt 46 Millionen Dollar.

Platz 4: "Gone Girl - Das perfekte Opfer"
Ebenfalls von Zuschauern und Kritikern favorisiert wird "Gone Girl" - und das macht sich in dem nur langsamen Publikumsschwund bemerkbar. Noch an diesem, seinem vierten Wochenende konnte der Kriminalfilm 11 Millionen Dollar bei einem Zuschauerrückgang von lediglich 37 Prozent verzeichnen. Damit hat die Literaturadaption von David Fincher insgesamt 124 Millionen Dollar umgesetzt. Damit wird "Gone Girl" in dieser Woche "The Curious Case of Benjamin Button" als erfolgreichstem Fincher-Film überholen. Da der Rosamund Pike-Film "nur" 61 Millionen Dollar kostete, dürfen sich 20th Century Fox über einen schönen Erfolg freuen.

Platz 5:"Manolo und das Buch des Lebens"
20th Century Fox haben noch ein zweites Eisen im Feuer: "The Book of Life", der vergangene Woche Premiere feierte, verlor mäßige 42 Prozent seines zumeist sicherlich jungen Publikums plus der Erziehungsberechtigten. Jetzt klingelten die Kinokassen zum Klang von knapp 10 Millionen Dollar. Alles in allem steht der Zeichentrickfilm nun bei rund 30 Millionen Dollar und dürfte zumindest in den Vereinigten Staaten das Produktionsbudget von 50 Millionen Dollar nicht mehr erreichen und ist auf Geschäfte aus dem Ausland angewiesen. Wegen seines Latino-Einschlags hoffen Fox da sicherlich besonders auf Lateinamerika. Auch hier werden die Filmemacher enttäuscht sein, dass so wenige Familien sich für ihr Werk entscheiden, denn diejenigen, welche "The Book of Life" gesehen haben, sind angetan - und die Kritiken sind ebenfalls prächtig.

Platz 6: "St. Vincent
Hier handelt es sich um keine Premiere und dennoch einen Neueinsteiger. Die Komödie "St. Vincent" mit Bill Murray und Melissa McCarthy wurde von The Weinstein Company erstmal zwei Wochen lang in nur eine Handvoll von Kinos (vergangene Woche waren es 68) gebracht, um langsam Mundpropaganda aufzubauen, um dann amerika-weit die Landschaft aufzumischen. Das gelang nicht ganz. 8 Millionen Dollar aus 2282 Lichtspielhäusern sind ein eher schwaches Ergebnis. Auch hier eine Enttäuschung für alle Beteiligten, denn die kleine, für 13 Millionen Dollar produzierte Geschichte um einen Jungen, der eine Freundschaft mit einem Nachbarn, dem misanthropischen Kriegsveteranen Bill Murray beginnt, hat ebenfalls exzellente Kritiken und bisher gute Mundpropaganda erhalten. Jetzt wird man sehen müssen, ob die Zuschauer, welche am Wochenende dem Film von Debüt-Regisseur Theodore Melfi eine Chance gegeben haben, die gute Nachricht weiterverbreiten und "St. Vincent" so noch den Bereich der Profitabilität erreichen kann.

Platz 7: "Die Coopers - Schlimmer geht immer"
Die Komödie mit Steve Carrell liegt weiter auf Kurs Richtung passabler Erfolg. Der Zuschauerschwund hielt sich mit 39 Prozent gegenüber dem Vorwochenende auch an diesem dritten Wochenende im Rahmen, so dass 7 Millionen Dollar zusammen kamen und die Disney-Produktion auf 45 Millionen Dollar klettern lassen.

Platz 8: "Mein Weg zu Dir"
Die Nicolas Sparks-Verfilmung hatte von Beginn an mit miesen Kritiken und gebremsten Interesse offenbar selbst derer, die ein Fan seiner Bücher sind, zu kämpfen. Nach der schwachen Premiere am Vorwochenende von nur 10 Millionen Dollar tat schlechte Mundpropaganda ihr übriges - mit 53 Prozent blieb mehr als die Hälfte des Premierenpublikums weg. Relativity Media hatten sich das sicher ganz anders vorgestellt: Die 26 Millionen Dollar Produktionskosten schienen eine Sache von zwei Wochen Kinoeinsatz zu sein - doch nun hat ihr Drama nach den 4 Millionen Dollar am Wochenende nur 17 Millionen Dollar eingespielt und wird selbst die nicht allzu ehrgeizige Marke von 26 Millionen Dollar verfehlen. Das nennt man dann einen Flop! Taschentücher müssen hier höchstens die Produzenten zücken.

Platz 9: "Der Richter - Recht oder Ehre"
Ebenfalls geloppt ist dieses Drama mit Robert Downey Jr - was für den Star ein ungewohntes Gefühl sein muss nach all den Mega-Blockbustern der vergangenen Jahre. Am dritten Wochenende kamen noch mal 4 Millionen Dollar zusammen, eine mäßige Einbuße von 45 Prozent gemessen am zweiten Wochenende. Alles in allem stehen für die 50 Millionen Dollar teure Warner Bros-Produktion nur 34 Millionen Dollar zu Buche.

Platz 10: "Dracula Untold"
Und aller schlechten Dinge sind drei: Auch diese Produktion ist gefloppt, die hohen Erwartungen von Universal Pictures konnte der von der Kritik verrissene, vom Publikum ignorierte Abenteuerfilm nie erfüllen. Am dritten Wochenende brach das Zuschauerinteresse mit einem Publikumsschwund von grauslichen 57 Prozent nochmals böse weg. Auch gerade mal 4 Millionen Dollar ließen sich so einsammeln. In toto hat Graf Dracula nun 48 Millionen Dollar in sein Schloß verbringen können - da er aber bei den ortsansässigen transilvanischen Handwerkern für 70 Millionen Dollar hat anschreiben lassen, sieht es übel für ihn aus. Er muss schon auf das Ausland hoffen, wo bereits 117 Millionen Dollar eingespielt worden sind, um ihn rauszuhauen. Das Interesse an einer Fortsetzung mit Luke Evans dürfte aber mit Sicherheit so passé sein, wie Universal auch nie ein zweites Mal Hugh Jackman als "Van Helsing" auf die Kinozuschauer losließen.

Raus mit Applaus:
Drei erfolgreiche Produktionen mussten an diesem Wochenede den Top Ten "Servus!" sagen: "Annabelle" steht bei 79 Millionen Dollar, "The Equalizer" mit Denzel Washington bei 93 Millionen Dollar und "The Maze Runner" bei 94 Millionen Dollar.

Und was kommt jetzt?
Open Road Films bringen den von der Kritik hochgelobten Kriminalfilm "Nightcrawler" mit Jake Gyllenhaal auf circa 2800 Leinwände. Lionsgate nutzen das Halloween-Wochenende halbherzig aus und bringen zum zehnjährigen Jubiläum noch mal "Saw" in etwa 1800 Kinos. Clarius Entertainment veröffentlichen den britischen Thriller "Before I Go to Sleep" mit Nicole Kidman auf 1700 Leinwänden. In ihrem Heimatland ist diese Buchverfilmung gefloppt.



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