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Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis
Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis
© Concorde

Vorschau auf das US-Kinowochenende: Kraucht der "Nightcrawler" nach ganz oben?

Jake Gyllenhaals Thriller kommt mit viel Vorschusslorbeeren

Halloween - das ist in den USA nicht die Zeit für romantische Komödien, sondern für gruselige Kost. Doch in diesem Jahr gruseln sich die Produzenten und Verleiher mehr vor dem Fest selbst, als dass sie es begrüßen. Beziehungsweise gruseln sie sich vor der kalendarischen Platzierung des Festes, denn Halloween fällt in diesem Jahr erstmals seit 2008 sehr ungünstig auf einen Freitag. Das bedeutet, dass ein Großteil des jugendlichen Publikums schon mal als potentielle Kinokunden wegfällt, da sie heute lieber um die Häuser ziehen, als im dunklen Kinosaal zu hocken.

Kein Wunder also, dass Universal Pictures ihren Grusel-Beitrag "Ouija" bereits letztes Wochenende (erfolgreich) an die Jugendlichen brachten. An diesem Wochenende hoffen die Verleiher auf den Rest des Erwachsenen-Publikums - die drei Streifen, die heute Premiere feiern, haben allesamt die Altersfreigabe "R" - Restricted. Also unter 17-Jährige dürfen nur in Begleitung eines Erwachsenen vor die Leinwand.

Open Road Films bringt den Kriminalfilm "Nightcrawler" in 2766 Kopien in die Kinos. Jake Gyllenhaal spielt einen ruhelosen, ehrgeizigen, unsteten Arbeitslosen, der alles für einen Job tun möchte. Ein schwerer Autounfall gibt ihm eines Abends die Idee - er will Unfälle, Überfälle, Tragödien so aktuell wie möglich live übertragen. Rene Russo als erfahrene TV-Produzentin findet Gefallen an der Arbeit des "Journalisten". Dieser verwischt in seinem hemmungslosen Ehrgeiz jedoch die Linie zwischen objektiver Berichterstattung und subjektiver Inszenierung immer mehr. Drehbuchautor Dan Gilroy ("Das Bourne Vermächtnis") gibt mit diesem Thriller, der in unseren Kinos am 13. November anlaufen wird, sein Regiedebüt - und hat wohl einen Volltreffer gelandet. Die Kritiker preisen sein Werk nahezu einhellig: Dieser Film spiegelt die Ruhelosigkeit und die Aalglattheit seines Protagonisten perfekt wieder - furiose Hochglanzunterhaltung, die zugleich zum Nachdenken anregt. Und im Mittelpunkt ein grandioser Jake Gyllenhaal mit einer Karrierebestleistung. Die Zuschauer, die "Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis" bereits sehen konnten, sind ebenfalls begeistert, so dass es keiner großen hellseherischen Fähigkeiten bedarf, diese Independent-Produktion am Ende des Wochenendes auf dem ersten Rang zu erwarten.

Lionsgate Films möchte an vergangene Kassenschlagerzeiten anknüpfen (und willigen Zuschauern Geld abknöpfen) und bringt zum zehnjährigen Jubiläum nochmals den Horrorfilm "Saw" in die Kinos, der vor zehn Jahren als Überraschungserfolg 55 Millionen Dollar eingespielt hatte. In Zeiten, in denen Filme inzwischen auf DVD, Blu-Ray, On-Demand, ja selbst auf einem Handy zu sehen sind, dürften sich der Nostalgie-Faktor oder die Wiederentdeckungsspannung sehr in Grenzen halten. Jeder Film ist ständig präsent. Und "Saw" wurde mit zig Fortsetzungen zu Tode geritten. Es ist also zweifelhaft, ob es noch genügend Fans gibt, die hierfür erneut Dollars über die Theke wandern lassen wollen.

Aus Großbritannien kommt der Kriminalfilm "Before I Go to Sleep", der in seinem Heimatland keine allzu große Resonanz fand - trotz der Sahnebesetzung mit Nicole Kidman, Colin Firth und Mark Strong. Und deren Leistungen loben Publikum und Kritik auch durch die Bank als das große Plus des Films von Rowan Joffe ("Brighton Rock"), während die Handlung mit zu vielen Klischees nerve und je länger der Film andauere, so unglaubwürdiger werde. Nicole Kidman spielt eine Frau, die á la "Memento" jeden Morgen aufwacht und sich an nichts erinnern kann. Ihr Ehemann Colin Firth erklärt ihr jeden Morgen auf das Neue, wer sie ist, wer er ist, was passiert ist - nämlich ein schrecklicher Unfall, der für ihren Gedächtnisverlust zuständig sei. Doch eines Tages macht Kidman eine Entdeckung, die alle diese (Un)gewissheiten in Frage stellt. Wer ist, was er zu sein vorgibt? Clarius Entertainment bringt "Ich darf nicht schlafen", der in Deutschland am 13. November starten wird, in 1902 Lichtspielhäuser.


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