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Project Almanac
Project Almanac
© Paramount Pictures

Vorschau auf das US-Kinowochende: Super Bowl stiehlt einen Tag

"Project Almanac" einzig vielversprechende Premiere

Es ist Super Bowl-Wochenende in den USA. Das bedeutet für die Kinoindustrie: Verkürztes Wochenende. Am Sonntagabend steigt das Football-Finale in Arizona. Die Nation sitzt vor den Bildschirmen, nicht im Kino. Ein Fernsehwerbespot kostet 4,5 Millionen Dollar für 30 Sekunden. In der Halbzeit sollen Katy Perry und Lenny Kravitz auftreten.

Was bleibt da für die Filmtheater? In den letzten Jahren hat sich das "counter-programming" etabliert: Hollywood veröffentlicht Filme, die gezielt ein jüngeres Publikum ansprechen, das sich weniger für Football interessiert. In den vergangenen drei Jahren gelang es nacheinander "Chronicle", "The Woman in Black" und "Warm Bodies", jeweils über 20 Millionen Dollar am Super Bowl-Wochenende einzuspielen.

"Project Almanac" ist der offenkundige Versuch, an "Chronicle" anzuknüpfen. Wie jener erzählt "Project Almanac" von einer Gruppe Jugendlicher, die etwas findet und damit außergewöhnliche Kräfte entfesselt. In diesem Fall, Zeitreisen unternehmen zu können. Dabei scheint der Science Fiction-Film nicht die große Katastrophe zu sein, als die er sich angedeutet hatte, nachdem er bereits 2013 gedreht wurde, eigentlich Anfang 2014 erscheinen sollte und dann immer weiter von Paramount Pictures nach hinten verschoben worden ist.

Die Kritiker finden durchaus auch lobende Worte für das Werk aus dem Produktionshaus von Michael Bay, der mit Dean Israelite einen Neuling auf das Regiestühlchen setzte: Der Film sei witzig und originell. Letztendlich würden die dünne Handlung und der nervende "Found Footage"-Stil (gedreht im Stil einer Handy-Cam) mit der Rüttelschüttel-Kamera zu sehr auf den Keks gehen. Der Streifen ohne Stars wird von Paramount mit 2893 Kopien gestartet und ist damit der mit Abstand größte Neustart des Wochenendes und scheinbar der einzige, der eine Chance auf ein zweistelliges Ergebnis neben Platzhirsch "American Sniper" hat. Man erwartet 13 bis 16 Millionen Dollar für den zwölf Millionen Dollar teuren "Project Almanac".

Open Road Films versucht es mit einem Thriller: "The Loft" ist das Remake eines belgischen Streifens von 2008, den die Niederländer bereits 2009 neuauflegten. Dieser Film riecht noch viel stärker nach Disaster als "Project Almanac", den er verstaubt seit 2011 in den Regalen. Universal Pictures wollten den Film loswerden, so dass Open Road jetzt sein Glück versucht und 1841 Leinwände geordert hat. Mit James Marsden und Karl Urban hat der Streifen wenigstens zwei halbwegs bekannte Namen zu bieten, und die erste Mundpropaganda von Zuschauern, welche die Produktion bereits gesehen haben, ist ordentlich. Aber bis jetzt hat sich noch kein einziger Kritiker gefunden, der etwas Positives über "The Loft" zu sagen gewusst hätte. Die Rezensionen des Häufleins, das sich den Streifen bislang angetan haben, sind verheerend. Branchenkenner erwarten ein Einspiel von drei Millionen Dollar.

Es schmerzt, Kevin Costner in dieser Gesellschaft zu sehen - aber auch für seinen Film "Black or White" sagen Analysten nur ein einstelliges Ergebnis voraus. Relativity Media starten das Drama, in welchem Costner zusammen mit Octavia Spencer wirkt und einen Großvater spielt, der in einen Sorgerechtsstreit um seine Enkelin reingezogen wird, mit 1823 Kopien. Seinen letzten echten Hit hatte Kevin 1992 mit "The Bodyguard", sein letztes passables Ergebnis 2006 mit "The Guardian". Sein neuer Film wird weder das eine noch das andere, auch wenn der Star derzeit extrem viel unterwegs ist, um die Werbetrommel für das Werk von Regisseur Mike Binder, der 2005 bereits mit Costner bei "An Deiner Schulter" kooperiert hatte, zu schlagen. Kein Wunder, hat er den Spielfilm doch auch produziert. Aber "Black or White" bräuchte wenigstens gute Kritiken, um ein Achtungserfolg zu werden. Und die gibt es nicht. Die Kritiker loben Costner im Besonderen, gestehen dem Film auch seine Ambitionen zu - aber letztlich handhabe der Film die Fragen über Rassismus enttäuschend tölpelhaft und so stereotyp, das es beinahe ärgerlich sei. Branchenkenner erwarten einen Umsatz um die fünf Millionen Dollar.

Keine Frage, dass "American Sniper" zum dritten Mal die Kassenkrone wird aufsetzen können. Denn auch wenn der Super Bowl gerade dieses Drama besonders viele Zuschauer kosten wird, sollte es zu etwa 37 bis 39 Millionen Dollar und damit weitem Abstand zur Titelverteidigung reichen. Zumal Warner Brothers nochmal nachgelegt und weitere 180 Kinos geordert haben. Der Mega-Hit mit Bradley Cooper bleibt mit jetzt insgesamt 3885 Kinosälen der vor "Paddington" mit ebenfalls weitem Abstand gezeigte Kinofilm der Vereinigten Staaten.


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