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Super 8 mit Elle Fanning und Joel Courtney
Super 8 mit Elle Fanning und Joel Courtney
© 2011 Paramount Pictures

TV-Tips für Freitag (15.5.): Nostalgie und High Tech

Pro7 zeigt "Super 8"

Wer den besten Steven Spielberg-Film sehen will, den Steven Spielberg nie gedreht hat, sollte heute Abend das Hauptprogramm von Pro7 einschalten. Die Münchener zeigen JJ Abrams' Spielberg-Hommage "Super 8".

"Super 8", Pro7, 20:15 Uhr:

Im Sommer 1979 wird eine Gruppe von Kindern Zeuge eines Zugunfalls und versucht hinter nachfolgende unerklärliche Vorfälle in ihrer Kleinstadt zu kommen.

Nostalgische Atmosphäre, Kleinstadt-Amerika (der Film spielt in einer Kleinstadt in Ohio, wurde allerdings in West Virginia gedreht), eine Gruppe von Kindern, dysfunktionale Familien - und Außerirdische. Dieser Science Fiction-Film riecht, schmeckt und fühlt sich nach Steven Spielberg an. Und tatsächlich bewarben Paramount Pictures 2011 dieses Werk mit Spielberg's Namen fett auf den Postern...allerdings nur als Produzenten.

Regie führte JJ Abrams, der auch das Drehbuch schrieb. Damals hatte sich der Filmemacher, der seine Meriten mit den Fernsehserien "Lost" und "Alias" verdient hatte, gerade mit dem erfolgreichen Reboot von "Star Trek" einen Namen im Genre gemacht. Und wird weiter auf diesem Feld reüssieren, denn er hat aktuell den nächsten "Star Wars"-Streifen "The Force Awakens" inszeniert, der Ende des Jahres in die Kinos kommen wird.

Mit "Super 8" gelang ihm eine bittersüße Geschichte über einen Jungen (Debütant Joel Courtney, den man über eine nationale Talentsuche gefunden hatte), der seine erste Liebe (Elle Fanning) bei den Dreharbeiten seiner Clique zu einem Horrorfilm kennen lernt. Spannend, visuell brillant und auch emotional involvierend - Abrams spielte gekonnt auf der ganzen Klaviatur. Und da sei es ihm auch verziehen, dass er allzu sehr in Versuchung kam, sich im letzten Drittel recht ausgelassen der Tricktechnik zu bedienen, die ihm die moderne CGI-Technik zur Verfügung stellt.

Der von den Kritikern hochgepriesene Streifen wurde auch beim Publikum ein großer Erfolg. Kritiker Steve Rose schrieb für das britische "Uncut Magazine": "Ein origineller, unterhaltsamer und sorgfältig aufgebauter Film ohne Stars und mit viel Herz."



"Die Kinder der Seidenstraße", 3sat, 20:15 Uhr:
Ein junger britischer Journalist (Jonathan Rhys-Meyers) rettet im Jahre 1937 mit Hilfe einer mutigen australischen Krankenschwester (Radha Mitchell) eine Gruppe von Waisenkindern während der japanischen Besetzung Chinas.

Mit einigem Aufwand drehte Regisseur Roger Spottiswoode ("Der Morgen stirbt nie") dieses australische Drama von 2008 unter anderem vor Ort in China. Er orientierte sich an der wahren Geschichte des britischen Journalisten und Pazifisten George Hogg, der im Juli 1945 kurz nach dem 700 Meilen langen Marsch die Seidenstraße entlang an einer Tetanus-Infektion starb. Am Ende des Films sind einige der echten chinesischen Kinder, inzwischen alle über 80 Jahre alt, zu sehen und zu hören, die sich an ihn und die Vorkommnisse erinnern. Dass Spottiswoode und seine Drehbuchautoren Jane Hawksley und James MacManus indes zwei neuseeländische Helfer in ihrem Film nicht auftauchen ließen, machten einige Kritiker den Filmemachern als Geschichtsfälschung zum Vorwurf.

Der von Zhao Xiaoding wunderschön photographierte Film kam bei den Rezensenten insgesamt nicht besonders gut an und konnte sein Budget in den Kinos nicht wieder einspielen. Bei den Australischen Filmpreisen wurde "The Children of Huang Shi" (so der Originaltitel) indes immerhin für die "Besten Kostüme" und die "Besten Kulissen" nominiert.

Kritikerin Tasha Robertson schrieb für "AV Club": "Das ist eine glänzende, wunderschön photographierte Geschichte, die auch die Wirrnisse des wahren Lebens nicht verschweigt. Aber wie das wahre Leben, ist der Film oft verwirrend und frustrierend."



"Blutrot", ARD, 01:20 Uhr:
Ein zurückgezogen lebender Mann (Brian Cox) will drei Teenager, die ohne Grund seinen Hund Red getötet haben, juristisch belangen. Als dies zu nichts führt, nimmt er das Gesetz in seine eigenen Hände.

Dieser kleine Independent-Thriller von 2008 ist der typische Fall für ein Werk, das auf Filmfestivals gefeiert wird, aber kaum in die Kinos kommt. In Deutschland erlebte "Red" (so der Originaltitel) zum Beispiel seine Premiere nur auf Disc - und das trotz guter Kritiken, die insbesondere die schauspielerischen Leistungen von Cox und Tom Sizemore lobten.

Stephen Susco ("The Grudge") adaptierte den gleichnamigen Roman von Jack Ketchum aus dem Jahr 1995, der dann vom Norweger Trygve Allister Diesen und vom Amerikaner Lucky McKee gemeinsam spannend und intelligent in Szene gesetzt wurde.

Kritiker Scott Foundas befand in "L.A. Weekly": "Die eskalierende Serie von Retourkutschen-Rachefeldzügen wird selbst bei nur 90 Minuten ein bisschen langweilig, aber Brian Cox und klasse Nebendarsteller wie Tom Sizemore, Amanda Plummer und Robert Englund sorgen dafür, dass der Film die Zeit trotzdem wert ist."



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