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Mann unter Feuer mit Denzel Washington
Mann unter Feuer mit Denzel Washington
© 20th Century Fox

TV-Tips für Sonntag (31.5.): Heißer Denzel serviert kalte Rache

Pro7 zeigt "Mann unter Feuer"

Fünf Mal haben der britische Regisseur Tony Scott und Denzel Washington zusammen gearbeitet. Einen ihrer besten gemeinsamen Filme, "Mann unter Feuer", zeigt Pro7 im Spätprogramm.

"Selbst ist die Braut", Pro7, 20:15 Uhr:

Eine aufdringliche Verlagslektorin (Sandra Bullock) zwingt ihren Assistenten (Ryan Reynolds), sie zu heiraten, um ihr Visum zu erhalten und ihre Abschiebung nach Kanada zu verhindern.

Ursprünglich sollte Julia Roberts die Hauptrolle in dieser Disney-Komödie von 2009 spielen, bevor dann Bullock den Part bekam und zusammen mit Reynolds eine exzellente Chemie entwickelte - und mit einer Golden Globe-Nominierung als "Beste Hauptdarstellerin" belohnt wurde. Das klasse Zusammenspiel der beiden Akteure übertüncht die arg überraschungsarme Handlung und trug sicherlich hauptsächlich zum Erfolg des Streifens für Walt Disney Pictures bei: Die 40 Millionen Dollar teure Produktion, die zwar in Alaska spielt, aber von Regisseurin Anne Fletcher in Massachusetts gedreht wurde, spielte weltweit 317 Millionen Dollar ein.

Die Kritiken zu "The Proposal" (so der Originaltitel) waren gemischt. Einer der Fürsprecher ist James Plath für "Movie Metropolis": "Der Film bietet nichts grundlegend Neues, aber er käut auch nicht Altbekanntes zu sehr wieder. Es ist eine solide, altmodische romantische Komödie, die mehr an der Romanze interessiert ist, als daran albern oder schlüpfrig zu sein. Heutzutage ist das schon erfrischend genug."



"Tödliche Melodie", Arte, 21:45 Uhr:
Eine kurze Affaire zwischen einem Radio-Disc Jockey (Clint Eastwood) und einem von ihm besessenen weiblichen Fan (Jessica Walter) entwickelt sich zu einer beängstigenden Angelegenheit, als der DJ sich in eine andere Frau (Donna Mills) verliebt.

2014 drehte er den in den USA erfolgreichsten Streifen "American Sniper". Über 40 Jahre zuvor, startete Clint Eastwood seine Regiekarriere 1971 mit diesem Thriller. "Nach 17 Jahren, in denen ich mit meinem Kopf gegen die Wand gerannt bin, am Drehort rumgehangen habe, vielleicht mal mit meiner Meinung eine Kameraposition beeinflusst habe, andere Schauspieler durch alle möglichen Schwierigkeiten - ohne Hilfe zu bekommen - habe taumeln sehen, und mit guten und schlechten Regisseuren gearbeitet habe, bin ich an dem Punkt angekommen, an dem ich bereit bin, meine eigenen Filme zu drehen", so der damals 40-Jährige. "Ich habe alle die Fehler, die ich gemacht habe, weggesperrt und all die guten Dinge, die ich gelernt habe, aufgespart, und jetzt weiß ich genug, um meine eigenen Projekte zu kontrollieren und was ich aus Schauspielern herausholen will."

Eastwood sollte im Laufe der Jahrzehnte noch viele hervorragende, gute, mäßige und miserable Filme als Regisseur verantworten, aber "Play Misty for Me" (so der Originaltitel; in den deutschen Kinos lief er als "Sadistico") ist ein beeindruckendes Regiedebüt: Ein kühl kalkulierender Film, der das Publikum selbst dann erschreckt, wenn er auf Klischees zurückgreift.

Ursprünglich sollte der Film in Los Angeles spielen, aber Eastwood wollte sich für seinen Erstling mit einer vertrauten Umgebung und Menschen umgeben und drehte an seinem Heimatort im kalifornischen Carmel, wo er ab 1986 sogar Bürgermeister werden sollte. Die Radiostation KRML, für die Eastwood im Film arbeitet, ist der reale Sender in Carmel. Auch bei den Mitarbeitern setzte der Filmemacher auf Bewährtes und griff auf Kräfte zurück, die er von seiner Arbeit mit Regisseur Don Siegel kannte: Kameramann Bruce Surtees, Cutter Carl Pingitore und Komponist Dee Barton. Auf seinen geliebten Jazz wollte Clint auch nicht verzichten und drehte Szenen auf dem Monterrey Jazz Festival. Schon damals zeigte sich Eastwood's späteres Markenzeichen - seine Effizienz. Er brachte "Play Misty for Me" fünf Tage früher als geplant und unter Budget zu Ende.

Sein Erstling wurde nicht nur von den Kritikern begrüßt, die ausdrücklich Eastwood's Inszenierung priesen, sondern auch ein großer Erfolg beim Publikum: Für gerade mal 725 000 Dollar gedreht, spielte er alleine in den USA rund zehn Millionen Dollar ein. Jessica Walter wurde für ihre Leistung als "Beste Hauptdarstellerin" für einen Golden Globe nominiert.

"Mann unter Feuer", Pro7, 22:35 Uhr:
Noch bevor sich der britische Regisseur Tony Scott 2012 mit einem Sprung von einer Brücke das Leben nahm, hatten er und sein Lieblings-Hauptdarsteller Denzel Washington über einen weiteren gemeinsamen Film - es wäre ihre sechste Zusammenarbeit gewesen - gesprochen. Dazu kam es leider nicht - die Depressionen waren am Ende stärker als die Lust am Filmemachen. "Unstoppable" bleibt so die letzte Kooperation der beiden Künstler, die 1995 mit "Crimson Tide" begonnen hatte.

Aus der Mitte dieser Zusammenarbeit stammt dieser mitreißende Thriller aus dem Jahre 2004, in der Denzel einen Personenschützer verkörpert, der Rache an den Verbrechern nimmt, die in Mexico City eine ihm zugeteilte Familie brutal ermordet haben. Wie immer bei Scott gibt es viel stilisierte Gewalt, schnelle Schnitte und mitreißend inszenierte Action zu sehen. Mit diesem spannenden Streifen erhielt die damals neunjährige Dakota Fanning nach "Ich bin Sam" eine weitere größere Rolle und sorgte für ein bisschen Menscheln in diesem Orkan von Gewalt und Feuer.

Der Film beruht auf dem Roman "Man on Fire" (deutsch "Der Söldner") von AJ Quinell aus dem Jahr 1980. Während also der Film durch die Einblendungen den Anschein erwirkt, er erzähle eine wahre Geschichte, ist das Ganze reine Fiktion. Bereits 1987 war das Buch in Frankreich verfilmt worden. Im Buch und in der ersten Verfilmung spielt die Handlung in Italien und dementsprechend ist die Mafia involviert. Während 20th Century Fox auch den US-Streifen dort verankern wollten, sprach sich Scott für Mexiko aus, weil dort Entführungsfälle Anfang der nuller Jahre viel mehr an der Tagesordnung waren. In weiteren Nebenrollen sind Radha Mittchell, Christopher Walken und Mickey Rourke zu sehen.

Während die Kritiker "Man on Fire" wegen der ihrer Ansicht nach in der zweiten Hälfte übertriebenen Brutalität in der Mehrheit ablehnten, kam der Film beim Publikum wesentlich besser an. Ein Zuschauer aus den USA lobt: "Die Brillanz des Films lebt von der Beziehung zwischen Denzel Washington´s einsamen Wolf und Dakota Fanning's Tierjunges. Ihre Chemie verleiht dem Film sein Herz und seine Seele, bevor das Vergeltungsblut vergossen wird."



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