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Charlton Heston als El Cid
Charlton Heston als El Cid
© Columbia Pictures / Black Hill Pictures GmbH

TV-Tips für Samstag (25.7.): Reconquista a la Hollywood

ARD zeigt "El Cid"

Der Tagestip ist diesmal ein echter Nachttip und dementsprechend auch nur etwas für Nachteulen: Die ARD zeigt in ihrem Nachtprogramm das Epos "El Cid" mit Charlton Heston. Zu angenehmerer Stunde bietet sich im RTL-Hauptprogramm das Duo Will Smith und Tommy Lee Jones als "Men in Black" an.

"Men in Black", RTL, 20:15 Uhr:
Ein gewiefter New Yorker Polizist (Will Smith) schließt sich einer geheimen Organisation an, die außerirdische Aktivitäten auf der Erde überwacht.

"The Man in Black" feierte seine erste Inkarnation als Comic-Reihe aus der Feder von Lowell Cunnigham, die 1990 und 1991 erschien. Ein Jahr darauf erwarb Steven Spielberg's Produktionsgesellschaft Amblin Entertainment die Verfilmungsrechte und heuerten Ed Solomon ("Die Unfassbaren") an, um ein möglichst werkgetreues Drehbuch zu verfassen. Als Regisseur wählten die Produzenten Barry Sonnenfeld aus, der bei den beiden "The Addams Family"-Filmen bewiesen hatte, dass er mit schwarzhumorigen Stoffen umgehen konnte.

Doch die meiste Arbeit bescherte die Komödie dem Maskenbildner Rick Baker, der laut eigener Angabe "für diesen Streifen so viele Zeichnungen wie für alle meine bisherigen Produktionen zusammen" anfertigen musste. Auf der Leinwand erschienen dann die Aliens in einer Mischung aus Maskenbildner- und Computereffekten, die von George Lucas' Industrial Light and Magic erschaffen wurden. Baker's meisterhafte Arbeit wurde mit einem "Oscar" für die "Beste Maske" belohnt. Zudem gab es Nominierungen für die "Beste Ausstattung" und die "Beste Musik" von Danny Elfman.

Sonnenfeld hatte Probleme, einen angemessenen Schluss für sein Werk zu finden und entschied nach fünf Monaten Drehzeit, ein neues, action-haltigeres Finale zu drehen, das noch mal mit 4,5 Millionen Dollar Kosten zu Buche schlug und das Budget auf 90 Millionen Dollar hochtrieb. Doch Verleiher Columbia Pictures musste sich nicht sorgen: Dank des pfiffigen Drehbuchs, spektakulären Szenen und den charismatischen Darstellungen von Smith und Tommy Lee Jones geriet der Streifen zu einer höchst unterhaltsamen Angelegenheit, und das Publikum liebte die "Men in Black", die Kritiker liebten die "Men in Black", und der Sonnenbrillenhersteller Ray-Ban liebte die "Men in Black": Nach Veröffentlichung des Films verdreifachten sich die Verkäufe des von den Darstellern getragenen Modells. Am Ende war "Men in Black" der weltweit dritterfolgreichste Film des Jahres 1997 hinter "Titanic" und "The Lost World: Jurassic Park".

Ein australischer Zuschauer meint: "Der Film erwacht zum Leben durch die klasse komischen Effekte, die tolle witzige Musik von Danny Elfman und zwei perfekt besetzte Hauptdarsteller, die ihren Figuren echte Persönlichkeit verleihen. Ein phantastischer, einfallsreicher Spaß."



"Gefährliche Brandung", ZDF, 00:05 Uhr:
Ein FBI-Agent (Keanu Reeves) infiltriert eine Gruppe Surfer, die Bankräuber sein könnten.

Ein Film über Surfer - und Patrick Swayze hatte schon ein paar Mal auf dem Brett gestanden, Keanu Reeves noch nie, und Lori Petty war niemals auch nur auf dem Meer gewesen. Also hieß es zwei Monate vor Drehbeginn für die Darsteller, Surfunterricht zu nehmen. Profi-Surfer Dennis Jarvis unterrichtete die Akteure auf der Hawaii-Insel Kauai. Dabei stellte sich Swayze als Naturtalent heraus, der darauf bestand, während des Drehs die gefährlichen Stunts selbst durchzuführen und sich dabei vier Rippen brach.

Produzent James Cameron engagierte seine damalige Frau Kathryn Bigelow als Regisseurin und diese schuf einen energiegeladenen, visuell beeindruckenden, spannenden Kriminalfilm, dessen großartige Action den Puls in die Höhe treibt und das Gehirn nicht allzu sehr beansprucht. Der Macho-Streifen ist auch ein interessantes Dokument seiner Zeit, eine Mischung aus den klassichen achtziger Jahre-Polizisten-Filmen und der gesteigerten Physikalität der Action-Streifen der neunziger Jahre.

"Point Break", so der Originaltitel (ein Begriff aus der Surfer-Sprache, der eine Stelle oder Linie im Wasser bezeichnet, die das Brechen einer Welle verursacht), war 1991 ein Erfolg für 20th Century Fox an den Kinokassen und hat seitdem eine wachsende Fan-Gemeinde durch Video und Disc versammelt. Am 21. Januar 2016 startet das von Warner Brothers produzierte Remake in den deutschen Kinos.

Ein Zuschauer aus Alambama lobt: "Surfen, Autoverfolgungsjagden, Banküberfälle, Verfolgungen zu Fuß, coole Musik, Faustkämpfe, Schießereien, schöne Frauen, verrückte Charaktere, Skydiving, Kidnapping, atemberaubende Landschaften und Humor. Dieser Film hat all das und mehr - zum Beispiel tolle Darsteller und non-stop Action, superb in Szene gesetzt von Kathryn Bigelow."



"El Cid", ARD, 01:55 Uhr:
Der berühmte spanische Held Rodrigo Diaz (Charlton Heston) bewältigt im Jahr 1080 eine Familienfehde und eine Intrige am Königshof, um das christliche Spanien gegen die Mauren zu verteidigen.

7000 Komparsen, 10 000 Kostüme, 35 Schiffe, 50 mittelalterliche Kriegsmaschinen und die vier spanischen Schlösser Ampudia, Belmonte, Peniscola und Torrelobaton. Produzent Samuel Bronston scheute weder Mühen noch Kosten und finanzierte diesen Abenteuerfilm unabhängig vom Hollywood-Studiosystem. Er stemmte ein Budget von damals 6 Millionen Dollar (nach heutigem Wert rund 50 Millionen Dollar) und hoffte im Fahrwasser des 1959 mega-erfolgreichen "Ben Hur" auf ähnliche Begeisterung beim Publikum. Das ging auf: "El Cid" war 1961 hinter "West Side Story" und "The Guns of Navarone" der dritterfolgreichste Streifen in den USA und konnte drei "Oscar"-Nominierungen für die "Beste Ausstattung", den "Besten Song" und für die "Beste Musik" von Miklos Rosza einheimsen.

Das stellte auch eine Genugtuung für Regisseur Anthony Mann dar, der zwei Jahre zuvor von Produzent und Hauptdarsteller Kirk Douglas bei dessen "Spartacus" nach einer Woche Drehzeit entlassen worden war - laut Douglas, weil er mit einer solchen Großproduktion überfordert gewesen sei.

Die aufwendigen Dreharbeiten fanden in Spanien, Italien und Großbritannien statt, und um einigermaßen an der historischen Wahrheit zu bleiben, engagierte die Produktion als Berater den damals schon über neunzigjährigen Ramón Menéndez Pidal. Der spanische Philologe hatte praktisch sein ganzes Leben der Erforschung des mittelalterliches Heldenepos "El Cantar de Mio Cid" gewidmet.

Mann schuf ein Werk, in dem die menschlichen Dramen zwar steif und langweilig daherkommen mögen, dessen Spektakel aber seinesgleichen sucht. Selten wurden Landschaften, königliche Riten und Kampfhandlungen so großartig arrangiert und photographiert wie hier. Die schiere Pracht und Größe des auf 70 Millimeter gefilmten Spektakels allein ist es wert, den Film anzuschauen. Für Martin Scorsese ist dies einer seiner Lieblingsfilme; der Regisseur war die treibende Kraft hinter der Restauration und Wiederaufführung von "El Cid" im Jahr 1993.

Ein britischer Zuschauer befindet: "Anthony Mann hat das Epos nicht erfunden, aber mit diesem Film zu Höhen getrieben, die es vorher selten erreichte - und seitdem nie wieder erreicht hat. Eine für ihre Zeit erstaunliche Errungenschaft, hat die Zeit ihm seitdem wenig wenig von seiner Größe und Kraft genommen. Das ist Kino vom Feinsten, das zuhause auf einem angemessen großen Bildschirm genossen werden sollte."



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