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Lockende Versuchung
Lockende Versuchung
© Warner Home Video

TV-Tips für Sonntag (2. August): Cary Cooper's Pazifismus auf dem Prüfstand

Arte zeigt "Lockende Versuchung"

Pünktlich zum Kinostart von "M:I-5" bringt Pro7 das Action-Spektakel "Mission: Impossible 4" ins Hauptprogramm. Wesentlich weniger Knall, aber dafür Gefühl und Charme gibt es parallel im Tagestip, dem auf Arte ausgestrahlten Drama "Lockende Versuchung" mit Gary Cooper und die Crux, in Zeiten des Krieges die "andere Wange hinhalten" zu wollen.

"Mission: Impossible - Phantom Protokoll", Pro7, 20:15 Uhr:
Die Impossible Mission Force wird aufgelöst, als sie verdächtigt wird, in einen Bombenanschlag im Kreml verwickelt zu sein. Ethan Hunt (Tom Cruise) und sein neues Team muss untertauchen und versuchen, die Unschuld ihrer Organisation zu beweisen.

Pünktlich zur Veröffentlichung des neuen, inzwischen fünften "Mission: Impossible - Rogue Nation" in der kommenden Woche in den hiesigen Kinos zeigt Pro7 den Vorgänger von 2011, der bis jetzt der erfolgreichste der Reihe und auch Tom Cruise's erfolgreichster Film überhaupt ist. Mit Brad Bird zeigten Paramount Pictures Mut zu einer ungewöhnlichen Wahl für den Regie-Posten, denn der Filmemacher hatte noch nie einen Realfilm inszeniert, sondern bis dahin nur Animationsstreifen für Pixar wie "Ratatouille" verantwortet. Doch die Wahl erwies sich als goldrichtig: Bird lieferte Popcorn-Kino vom Allerfeinsten: Elegant, schnell und voller packender Sequenzen. Der Regisseur zeigte sich der Mega-Produktion, der ein Budget von 145 Millionen Dollar zur Verfügung stand und die in Mumbai, Prag, Moskau, Vancouver, Bangalore und Dubai gedreht wurde, vollkommen gewachsen.

Dabei war nach dem mäßigen Erfolg von "Mission: Impossible 3" fünf Jahre zuvor nicht mal klar gewesen, ob die Serie überhaupt weitergeführt werden sollte. Paramount machten ihren Hauptdarsteller für die enttäuschenden Ticketverkäufe verantwortlich, nachdem der damals 43-Jährige durch sein Verhalten (unter anderem gab er 2005 für Katie Holmes eine Liebeserklärung auf dem Sofa hüpfend bei Oprah Winfrey ab) hzu einer Witzfigur im Internet geworden war. Die Rede von Brad Pitt als Cruise-Ersatz machte die Runde.

Doch schließlich bleib man beim Bewährten, und Cruise absolvierte wieder seine Stunts selbst - wobei er bei der spektakulären Szene an der Glasfassade des Burj Khalifa-Hochhauses in Dubai mit Seilen gesichert war, die dann in der Nachbearbeitung von Industrial Light & Magic digital aus dem Bild retuschiert wurden - und sollte dann nach dem Mega-Erfolg von "Mission: Impossible - Ghost Protocol" natürlich nicht mehr in Frage gestellt werden. Der Thriller wurde weltweit der fünfterfolgreichste Film des Jahres und erhielt fast ausnahmslos begeisterte Kritiken.

Rezensent Justin Craig lobte für Fox News: "Mit seiner exotischen Reise um die Welt, dem unterhaltsamen Drehbuch, witzigen Dialogen und spektakulären Stunts ist dieser Film ein Adrenalin-Rausch im Großformat."



"Lockende Versuchung", Arte, 20:15 Uhr:
Der Pazifismus der Quäkerfamilie von Jess Birdwell (Gary Cooper) in Indiana wird während des Bürgerkriegs auf eine harte Probe gestellt.

Dieses US-Drama von 1956 hat nicht nur Filmgeschichte geschrieben: 1988 überreichte US-Präsident Ronald Reagan dem sowjetischen Generalsekretär Michael Gorbatschow eine Kopie von "Friendly Persuasion" (so der Originaltitel) mit der Bitte ihn sich anzuschauen, dass es eine Alternative zum Krieg geben muss, um Differenzen zwischen Menschen zu lösen.

Ursprünglich war das Drehbuch noch pazifistischer angelegt gewesen, doch Drehbuchautor Michael Wilson, der Jessamyn West's Roman von 1945 direkt nach dem Krieg für Regisseur Frank Capra adaptiert hatte, der dann von dem Projekt Abstand nahm, wurde Opfer des hysterischen Anti-Kommunismus in den USA Anfang der fünfziger Jahre und auf die "Schwarze Liste" gesetzt. Sein Name taucht im Vorspann daher nicht auf. Erst 1996 wurde er eingefügt. Als William Wyler ("Ben-Hur") nach acht Jahren das Skript verfilmte, war der Quäker-Sohn (Anthony Perkins) zum Mörder geworden und das Verhältnis des Streifens zur Gewalt ambivalenter und entzieht sich einer klaren Stellungnahme.

Wyler's erster Farbfilm überzog das ursprünglich von Allied Artists auf 1,5 Millionen Dollar taxierte Budget um 100 Prozent, obwohl die Produktion zu großen Teilen im Studio gedreht worden war. Allied Artists verkauften die Auslandsrechte daraufhin an MGM. Insgesamt wurde das warmherzige Werk aber ein Erfolg an den Kinokassen und erhielt sieben "Oscar"-Nominierungen - darunter auch als "Bester Film", für Perkins als "Bester Nebendarsteller", Wyler für die "Beste Regie" sowie für das Drehbuch, für das Wilson namentlich nicht genannt wurde.

Ein britischer Zuschauer meint: "Der Film ist rund 60 Jahre alt, aber noch immer unwiderstehlich dank seines Charmes und seiner Atmosphäre. Manche mögen ihn als recht rührselig ablehnen, aber William Wyler's Inszenierung ist stets sicher und entlockt allen Darstellern großartige Leistungen."



"Kundun", Arte, 22:30 Uhr:
Die Geschichte von Tendzin Gyatsho, des 14. Dalai Lama vom Zeitpunkt seiner Auserwählung 1937 als Kind bis zu seiner Flucht vor den chinesischen Besatzern 1959 nach Indien.

"Kundun" heißt übersetzt "die verehrungswürdige Präsenz" - der Titel, mit dem der Dalai Lama angesprochen wird. Die Idee zu der Produktion hatte die Drehbuchautorin Melissa Mathison, die den Dalai Lama für die Idee eines Kinofilms über sein Leben begeistern konnte. Der Religionsführer gewährte der Autorin einige Interviews, die sie in ihr Drehbuch einarbeitete. Dieses legte sie Regisseur Martin Scorsese vor, der sich bereit erklärte, das Drama zu inszenieren.

Dieses konnte aus naheliegenden Gründen nicht in dem immer noch von China besetzten Tibet gedreht werden, sondern wurde im Atlas-Gebirge in Marokko produziert. Scorsese arbeitete mit tibetischen Schauspielern, einigen davon aus der weitverzweigten Familie des Dalai Lama und schuf ein majestätische Spektakel von umwerfenden Bildern und hypnotischen Tönen, eine herausfordernde und zum Nachdenken anregende Meditation über die Natur, Menschlichkeit und Rituale.

"Kundun" erhielt vier "Oscar"-Nominierungen: Für die "Beste Kamera", die "Beste Ausstattung", die "Besten Kostüme" und die "Beste Musik", war allerdings 1997 ein Flop an den Kinokassen.

Ein Zuschauer aus Baltimore schwärmt: "Dieser Film ist eine spirituelle Reise, eine fesselnde Geschichte trotz der fehlenden Action und ein Genuss für die Augen und die Ohren. Die Zuschauer werden nicht durh die Handlung gefesselt, sindern durch die Schönheit der Bilder. Scorsese mixt symbolische Bilder und einen subtilen und doch emotional aufwühlende Musik mit einer nicht traditionellen Handlungsstruktur. Er erschafft so eine exotische und spirituelle Sichtweise, die der östlichen Inspiration gerecht wird."



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