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City of God
City of God
© Constantin Film

TV-Tips für Freitag (14.8.): Alles Andere als ein Laienspiel

3sat zeigt Meisterwerk "City of God"

Heute Abend muss man das Spätprogramm von 3sat einschalten. Das brasilianische Meisterwerk "City of God" taucht auf so mancher Liste der besten Filme aller Zeiten auf.

"City of God", 3sat, 22:35 Uhr:
Zwei Jungen, die in einem gewalttätigen Viertel von Rio de Janeiro aufwachsen, schlagen unterschiedliche Lebenswege ein: Der Eine wird Photograph, der Andere ein Drogenhändler.

Ein brasilianischer Kriminalfilm, so hart und kompromisslos, wie die Lebensumstände, die er schildert. Und dabei sehr wahr: Zum Einen fußt er auf dem Roman "Cicade de Deus" ("Stadt der Götter") von Paulo Lins aus dem Jahr 1997, der wahre Begebenheiten aus der Favela Cicade de Deus zu einer multiperspektivischen Geschichte mixte; zum Anderen besetzte Regisseur Fernando Meirelles bis auf zwei Schauspieler alles Laien, viele davon sogar aus dem Stadtteil, in welchem der Streifen spielt, in dem er allerdings nicht gedreht wurde. Der Filmemacher wollte Authentizität, die er nicht glaubte, erreichen zu können, wenn er "Darsteller aus der Mittelschicht" besetzte.

Anfang 2000 wurden rund 100 Kinder und Jugendliche ausgewählt, die dann für mehrere Monate in einer Schauspielwerkstatt arbeiteten. Dabei sollten sie sich mit ihren Rollen vertraut machen, aber auch lebensechte Situationen wie Raubüberfälle und Schießereien nachstellen. Vieles wurde während der Proben improvisiert, kam aus der Intuition der Laiendarsteller und erhöhte die Authentizität der Bilder später zusätzlich.

Die größtenteils hervorragenden Leistungen des Ensembles sind die eine Erfolgsseite der Medaille eines "Films, der schwierig anzuschauen ist, von dem man die Augen aber nicht abwenden kann", wie es ein Kritiker formulierte. Die andere Seite ist Meirelles' Meisterschaft, eine Aura der Furcht auf die Leinwand zu bannen, spannend und mitreißend, ohne etwas zu beschönigen oder zu begradigen.

"Cicade de Deus" wurde 2002 zu einem riesigen internationalen Erfolg. In Brasilien war er der erfolgreichste Film des Jahres, weltweit spielte die umgerechnet rund 3 Millionen Dollar teure Produktion 30 Millionen Dollar ein. Für nicht weniger als vier "Oscars" wurde das Werk nominiert: Für die "Beste Regie", das "Beste Drehbuch", die "Beste Kamera" und den "Besten Schnitt". Insgesamt gewann das Meisterwerk rund 70 Preise.

Ein britischer Zuschauer lobt: "Nicht nur, dass die Charaktere absolut faszinierend und auch sehr liebenswert sind, sondern sie werden von den unbekannten Darstellern auch überzeugend gespielt. Die Geschichten sind gut erzählt, manchmal lustig und manchmal brutal schockierend. Der cinematische Stil hat etwas von Tarantino, mit cleveren Zeitsprüngen, eingefrorenen Einstellungen und Texteinblendungen. In jeder Hinsicht ein bisschen "Pulp Fiction" und "Goodfellas", aber mit seinem ganz eigenen brasilianischen Aroma."




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