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TV-Tips für Samstag (19.9.): Und sie ist doch unsinkbar...

Sat1 zeigt "Titanic"

Und sie ist doch unsinkbar! Mit "Titanic" zeigt Sat1 heute Abend im Hauptprogramm einen der erfolgreichsten Kassenknüller aller Zeiten, in denen Teenager ebenso strömten wie Senioren - und zwar immer und immer wieder. Gleiches gilt auf kleinerer Flamme aber auch für den französischen Mega-Erfolg "Willkommen bei den Sch'tis", den die ARD im Spätprogramm ausstrahlt.

"Titanic", Sat1, 20:15 Uhr
Eine 17-jährige Britin aus gutem Hause (Kate Winslet) verliebt sich an Bord der luxoriösen R.M.S. Titanic in einen armen amerikanischen (Lebens)Künstler (Leonardo DiCaprio).

Bereits mit "The Abyss" hatte Regisseur James Cameron seine Faszination mit dem Element Wasser 1989 auf die Leinwand gebracht. Anfang der Neunziger richtete sich sein Blick auf das Wrack der Titanic im Nordatlantik, für den Filmemacher der "Mount Everest der Schiffsuntergänge". Cameron war fasziniert von dem Wrack und überzeugt, dass sich darum eine fesselnde Geschichte erzählen lassen würde. So überredete er 20th Century Fox, sein Drama, für das er auch das Drehbuch schrieb, zu produzieren.

Der Regisseur bestand darauf, so detailgetreu und historisch korrekt wie möglich zu erzählen und entfesselte einen bis dahin unbekannten Aufwand, um dieses Ziel zu erreichen. 1995 organisierte er zwölf Tauchfahrten mit Mini-U-Booten zu den in vier Kilometer Tiefe liegenden Wrackteilen und machte dort Aufnahmen. Derweil errichteten Fox 1996 in Mexiko innerhalb von vier Monaten eigens ein neues Filmstudio, das die Größe einer Kleinstadt hatte. Zwei gigantische Wassertanks wurden in die Erde gelassen, um dort die Wasserszenen zu drehen. Das Schiffsdeck der Titanic wurde in voller Größe aufgebaut, nur Details weggelassen. Ausstatter und Kostümbildner bemühten sich um die Wiederherstellung der Welt von 1912, in der große Teile der Handlung spielen.

Die Dreharbeiten waren anspruchsvoll - viele Schauspieler erkrankten durch die lange Arbeit im kalten Wasser, Stuntmen verletzten sich und einige Akteure verließen die Produktion, weil sie die Nase voll hatten - nicht zuletzt wegen des cholerischen Cameron, der seinen Willen mit Schreianfällen und Beleidigungen durchzusetzen suchte. Die Schauspielgewerkschaft Screen Actors Guild untersuchte sogar die Vorgänge am Drehort, kam aber zu dem Ergebnis, dass alle Sicherheitsvorschriften eingehalten worden waren. Die Arbeitsmethode und die technischen Schwierigkeiten, die es zu überwinden galt, ließen die angesetzten Drehtage von 138 auf 160 ausweiten - und 20th Century Fox wurden nervös. Es wurde erwogen, James zu feuern - schlussendlich scheute man diesen Schritt.

Da wusste das Filmstudio aber auch noch nichts von den durch die Spezialeffekte richtig eskalierenden Kosten. Cameron war entschlossen, die Computertechnik zu nutzen, um die gewünschten Bilder zu erreichen, ohne dass die Zuschauer zwischen realen Aufnahmen und Nachbearbeitung würden unterscheiden können. Der Einsatz der Technik war extrem teuer, und am Ende kostete der mit 150 Millionen Dollar veranschlagte Streifen 200 Millionen Dollar.

20th Century Fox hatten sich mit Paramount Pictures zusammen getan, um die Kosten stemmen zu können, und überließen der Konkurrenz auch die Verleihrechte für Nordamerika. Die Angst vor einem zweiten "Heaven's Gate" machte die Runde - der superteure Megaflop von 1981 hatte das Filmstudio United Artists in den Bankrott getrieben. Die Laune der Manager wurde nicht besser, als Cameron mit einer dreistündigen Schnittfassung seines Werks vor ihren Schreibtischen auftauchte. Eine solche überlange Spielzeit galt als Rezept für verminderten Erfolg an den Kinokassen: Weniger Vorstellungen am Tag und viele Zuschauer, die solch lange Streifen scheuen. Doch der Filmemacher machte deutlich: "Um meinen Film zu schneiden, müsst ihr mich feuern. Um mich zu feuern, müsst ihr mich töten."

Er behielt das letzte Wort für sein opus magnum und letztlich Recht. Als Paramount den Premierentermin vom Juli in den Dezember 1997 verschoben, rechnete jeder mit einem Flop - um so erfreuter registrierte dann die Öffentlichkeit, welch außerordentliche Leistung und was für ein phantastischer Film "Titanic" geworden war: Die Kritiken waren hervorragend und sprachen von einem Triumph für James Cameron. Die Verbindung spektakulärer Bilder mit einer altmodischen Liebesgeschichte sei atemberaubend gelungen.

Und so sahen es auch die Zuschauer. Sie kamen. Und kamen wieder. Und wieder. Und wieder. Und immer wieder. Bis Oktober 1998 lief das Werk und brach Zuschauerrekorde - sowohl in den USA wie auch weltweit wurde es der erfolgreichste Film des Jahres und dann aller Zeiten (nach Umsatz, nicht nach Zuschauern - da liegt "Titanic" derzeit auf dem fünften Platz). 1,8 Milliarden Dollar Umsatz spülten in die Kassen von Fox und Paramount. Es sollte ausgerechnet James Cameron selbst sein, der 2009 mit "Avatar" diese Erfolge übertreffen würde.

Als Sahnehäubchen kam dann noch die Anerkennung aus der Branche und den Medien hinzu: "Titanic" gewann über 100 Preise, war für 14 Academy Awards nominiert (so viele wie seit "All About Eve" von 1950) und gewann elf davon (so viele wie "Ben Hur" von 1959). Auf der "Oscar"-Verleihung konnte James Cameron, der als Produzent für den "Besten Film" und seine Regie zu Recht sein eigenes Drehbuch zitieren: "I am the king of the world."

Ein britischer Zuschauer schwärmt: "Ein spektakulär emotionaler und wunderschöner, visuell überwältigender Film von epischen Ausmaßen. Ein moderner Klassiker, bei dem wohl jeder eine Träne verdrückt hat."


"Willkommen bei den Sch'tis", ARD, 23:40 Uhr
Ein Postbeamter (Kad Merad) wird aus der Provence in den Norden Frankreichs versetzt. Mit starken Vorurteilen gegen diesen vermeintlich kalten und unwirtlichen Ort ausgestattet, lässt er seine Familie zurück - entschlossen schnell wieder in den Süden zurückzukehren.

Der erfolgreichste französische Film war "La Grande Vadrouille" ("Die große Sause") mit Louis de Funès aus dem Jahr 1966. Und dieser Erfolg mit 17 Millionen Zuschauern schien in alle Ewigkeit zementiert. Bis Schauspieler, Komiker und Filmemacher Dany Boon mit seiner Komödie "Bienvenue chez les Ch'tis" 2008 diesen Rekord locker brach: Über 20 Millionen Besucher strömten in sein Werk, das aktuell nur von "Titanic" (knapp 22 Millionen verkaufte Karten) in der Liste der erfolgreichsten Filme aller Zeiten in Frankreich übertroffen wird.

Offenbar hatte der Regisseur und Drehbuchautor einen Nerv bei seinen Landsleuten getroffen. Mit den "Ch'tis" karikierte er die in Nord-Pas-de-Calais lebenden Franzosen, welche einen speziellen Dialekt sprechen. Für die deutsche Synchronisation erfand die Berliner Synchron einen eigenen Dialekt, wofür das Studio mit Preisen ausgezeichnet wurde.

In Frankreich erhob sich eine Debatte, inwieweit Boon ein realistisches Bild vom Norden zeichnete und ob er die Region nicht in ein schlechtes Licht rücke. Immerhin stammte der Künstler aber selbst aus der Region und sprach den Ch'ti-Dialekt bis ins Teenager-Alter. Boon wollte dem in der Öffentlichkeit vorherrschenden Bild von Armut, Verzweiflung, Arbeitslosigkeit und schlechtem Wetter auch die Vorzüge der Region entgegensetzen: Die Gastfreundschaft der Menschen, ihren Sinn fürs Teilen und ihre Großzügigkeit.

Nimmt man die Reaktionen aus Nord-Pas-de-Calais gelang es dem Filmemacher: Sie sahen ihre Region im Film positiv dargestellt. Entscheidend für den überwältigenden Erfolg war allerdings, dass der Streifen nicht nur sympathisch und gut gespielt, sondern vor allem witzig ist. Damit steht und fällt die Komödie. Und dieser Witz übersprang auch Ländergrenzen: In Deutschland wurde "Willkommen bei den Sch'tis" mit zwei Millionen Besuchern ebenfalls ein Erfolg.

Bei den Französischen Filmpreisen wurde das Drehbuch für einen César nominiert, bei den Europäischen Filmpreisen gab es eine Nennung als "Bester Film." Kritikerin Louise Keller schrieb für "Urban Cinephile": "Durch und durch unterhaltsam und ansteckend lustig."



"Das fünfte Element", ARD, 01:25 Uhr
In einer sehr bunten Zukunft wird ein Taxifahrer (Bruce Willis) unabsichtlich zur zentralen Figur in der Suche nach einer legendären kosmischen Waffe, um das Böse und Mr. Zorg (Gary Oldman) in Schach zu halten.

Regisseur Luc Besson hatte die Idee zu "The Fifth Element" bereits 1975 mit 16 Jahren und schrieb die Geschichte auf. Anfang der Neunziger wollte er sie dann verfilmen, fand aber kein Studio, das bereit gewesen wäre, die absehbar hohen Produktionskosten zu finanzieren. Erst nach dem Erfolg mit "Leon der Profi" 1994 öffnete die französische Gaumont ihre Taschen - und zwar weit: Mit umgerechnet 90 Millionen Dollar wurde der französische, aber auf Englisch gedrehte Science Fiction-Film der bis dahin teuerste europäische Streifen aller Zeiten.

Weil er keinen ausreichend großen Drehort in Frankreich finden konnte, wich Besson "schweren Herzens" auf die riesige 007-Drehbühne der Londoner Pinewood Studios aus, während die in Ägypten spielenden Szenen in Mauretanien gefilmt wurden. Für das Produktionsdesign engagierte der Filmemacher zwei namhafte französische Comic-Zeichner, die über ein Jahr lang 8000 Zeichnungen entwarfen; die Kostüme gestaltete Jean Paul Gaultier. Mit Oldman griff Besson auf seinen bewährten Nebendarsteller aus "Leon" zurück, während er die Rolle des fünften Elements, Leeloo, mit der unbekannten Ukrainierin Milla Jovovich besetzte, die mit diesem Film zum Star wurde.

Besson schuf einen visuell einfallsreichen und fröhlich übertriebenen Film, eine Art phantastischen SciFi-Pop, der sich nie zu ernst nahm und die Kritiker als Eröffnungsfilm der Filmfestspiele von Cannes 1997 in zwei Lager spaltete. Insgesamt blieben die Rezensionen gespalten, aber den Zuschauern gefiel es. Mit weltweit 264 Millionen Dollar wurde "The Fifth Element" der neunterfolgreichste Film des Jahres und der erfolgreichste in Frankreich. Bis zu "Ziemlich beste Freunde" 2011 war er der bestbesuchte französische Film im Ausland.

Der Tonschnitt wurde mit einer "Oscar"-Nominierung honoriert; bei den Europäischen Filmpreisen erhielt das Werk eine Nennung als "Bester Film", und bei den Französischen Filmpreisen gab es gar acht Nominierungen, von denen drei zu Césars wurden: Für die "Beste Regie", die "Beste Kamera" und die "Beste Ausstattung".

Ein schweizerischer Zuschauer findet: "Ein perfekter Mix aus Action, Komödie, Science Fiction, Spannung und Romantik. Die Handlung ist extrem einfallsreich, und ich habe solche Bilder noch nie gesehen. Und nicht zuletzt sind die Spezialeffekte absolut exzellent."



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