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Patty Duke
Patty Duke
© Patty Duke Mental Health Project

"Oscar"-Gewinnerin Patty Duke gestorben

Ein turbulentes Leben endet mit 69 Jahren

Die Schauspielerin Patty Duke, die 1963 für ihre Darstellung der blinden und taubstummen Helen Keller in "The Miracle Worker" ("Licht im Dunkel") mit einem "Oscar" als "Beste Nebendarstellerin" ausgezeichnet wurde, ist gestern im Alter von 69 Jahren verstorben. Dies teilte ihr Manager Mitchell Stubbs mit. Die Aktrice starb demnach an einer Blutvergiftung nach einem Darmdurchbruch.

Ihr Sohn Sean Astin erklärte gestern Abend via Facebook: "Am Morgen hat unsere geliebte Frau, Mutter, Großmutter, Matriarchin, außerordentliche Künstlerin, Philantropin und Advokatin für psychische Gesundheit, Anna Patty Duke, ihre Augen geschlossen, ihren Schmerz überwunden und ist zu einem schönen Ort aufgestiegen. Wir feiern ihre unendliche Liebe und das Mitgefühl, das sie durch ihre Arbeit und während ihres Lebens geteilt hat."

Patty wude am 14. Dezember 1946 in Elmhurst im US-Bundesstaat New York geboren. Ihre psychisch labile Mutter gab das begabte Mädchen in die Hände der Manager John und Ethel Ross, die ihre Karriere förderten, sie ausnutzen und bereits ab 13 Jahren mit Alkohol und Tabletten beruhigten beziehungsweise aufputschten, wie sie später in ihren Memoiren "Call Me Anna" verriet. Mit 18 Jahren sollte sie die Vormundschaft des Paares verlassen, um festzustellen, dass dieses ihre Honorare rechtswidrig durchgebracht hatte.

Schon mit zwölf Jahren stand sie vor den Kameras des Fernsehens und des Kinos: 1958 sah man Duke erstmals auf der Leinwand in dem Drama "Country Music Holiday". 1959 wurde sie einem breiteren Publikum durch die Darstellung von Helen Keller in dem Broadway-Stück "The Miracle Worker" an der Seite von Anne Bancroft bekannt.

United Artists brachten die Filmversion 1962 in die Kinos, für welche die Darstellerin dann als damals jüngste Schauspielerin aller Zeiten den Academy Award erhielt. Ihre Popularität steigerte sich mit der Fernsehserie "The Patty Duke Show", die von 1963 bis 1967 lief und für die sie für einen Emmy nominiert wurde.

Von da an war sie bis zuletzt hauptsächlich in TV-Serien und -Filmen zu sehen und gewann drei Emmys und war vier weitere Male nominiert. Patty wurde ausgezeichnet für ihre Hauptrolle in dem Fernsehfilm "My Sweet Charlie" von 1970, als Hauptdarstellerin in der Mini-Serie "Captains and the Kings" von 1976 und als Hauptdarstellerin in dem Anne Bancroft-Part der Fernsehversion von "The Miracle Worker" von 1980.

Im Kino sah man die Mimin vergleichweise selten, so 1967 in dem Drama "Valley of the Dolls", 1969 in der Komödie "Me, Nathalie", für das sie als "Beste Hauptdarstellerin" mit dem Golden Globe ausgezeichnet wurde und 1992 in der Meg Ryan-Komödie "Prelude to a Kiss" ("Bodyswitch"). Im kommenden Jahr soll ihr letzter Spielfilm "Power of the Air" auf die Leinwände kommen.

Von 1985 bis 1988 stand sie der Schauspielergewerkschaft Screen Actors Guild vor. Sie war viermal verheiratet, zuletzt seit 1986 mit Michael Pearce; der 1971 geborene Sohn Sean, der selbst Schauspieler wurde und unter anderem aus der "Lord of the Rings"-Trilogie bekannt ist, ging aus der annullierten Kurzzeitehe mit Michael Tell hervor, obwohl ihr dritter Ehemann John Astin lange als biologischer Vater galt.

Ihr Leben lang hatte Patty Duke mit Abhängigkeit und psychischen Erkrankungen zu kämpfen. 1982 wurde bei ihr eine bipolare Störung diagnostiziert, die sie 1987 öffentlich machte und so half, die Stigmatisierung dieser Erkrankung zu mildern. Sie arbeitete mit dem National Institute of Mental Health und der National Alliance on Mental Illness zusammen, um Spenden für Menschen mit psychischen Erkrankungen und für die Forschung zu sammeln. 1992 erschien ihr Buch "Brilliant Madness: Living with Manic Depressive Illness". Ihr Sohn Sean organisiert die Spendenaktion "Patty Duke Mental Health Project".

2004 erhielt die Schauspielerin einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame.



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