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The Departed mit Leonardo DiCaprio und Jack Nicholson
The Departed mit Leonardo DiCaprio und Jack Nicholson
© Warner Brothers

TV-Tips für Samstag (25.6.): Leonardo DiCaprio unter Feinden

Pro7 zeigt Meisterwerk "The Departed"

Der Fußball ist zurück - doch Pro7 hält am Samstagabend mit dem Meisterwerk "The Departed", der Regisseur Martin Scorsese endlich seinen "Oscar" bescherte, im Hauptprogramm dagegen.

"The Departed", Pro7, 20:15 Uhr

Ein verdeckter Ermittler (Leonardo DiCaprio) und ein Maulwurf in der Polizei (Matt Damon) versuchen gegenseitig, ihre Identität aufzudecken, während sie beide für die irische Mafia in Boston arbeiten.

Der Film, der Martin Scorsese nach fünf "Oscar"-Nominierungen für die "Beste Regie" (und einer für das "Beste Drehbuch") 2007 endlich seinen Academy Award einbrachte. Zyniker erklärten dies schnell zu einem "Preis der schlechten Gewissens" der Academy: Scorsese sei nun einfach reif für den Preis gewesen; nachdem man ihn für Giganten wie "Raging Bull" und "Goodfellas" habe leer ausgehen lassen, sei ihm der Goldjunge jetzt für "das Remake von einem Hongkong-Film, an das sich jetzt schon keiner mehr erinnern kann", in den Schoß gefallen.

Diese weit verbreiteten Stimmen haben Unrecht, denn dieser überaus packende und intensive Kriminalfilm bietet genau die ungeschminkte Authentizität und vernebelte Moralität mit den schwammigen Grenzen von Gut und Böse, die den Filmemacher in seinen Sternstunden auszeichnet - hier noch unterstützt von herausragenden Leistungen der gesamten exzellenten Besetzung. Veröffentlicht zu durchweg guten Kritiken und mit einem weltweiten Einspiel von 290 Millionen Dollar ein großer Erfolg (in den USA ist er bis heute Scorsese's umsatzstärkster Streifen), haben die Mitglieder der Academy richtig entschieden.

2003 hatten Warner Brothers die Neuverfilmungsrechte an dem hoch gelobten Kriminalfilm "Internal Affairs" aus dem Vorjahr für 1,7 Millionen Dollar von Media Asia erworben. Geplant war, diesen mit Leonardo DiCaprio und Brad Pitt in den Hauptrollen zu verfilmen, doch Pitt überließ Matt Damon die Rolle, weil er sich selbst als zu alt für den Part empfand, und wirkte nur im Hintergrund als Produzent.

Drehbuchautor William Monahan verlegte die Handlung von Hongkong in das irisch-katholische Gangster-Millieu von Boston. Dieses Ambiente reizte Scorsese, der seit Beginn seiner Karriere mit Filmen wie "Mean Streets" immer mal wieder darum gekreist war. Für 90 Millionen Dollar drehte er vor Ort in Boston, Quincy, Charlestown und New York City. Die Rolle des Gangsterbosses Frank Costello (Jack Nicholson) modellierte man nach der realen Figur des irischen Mafiosi Whitey Bulger aus Boston, der vergangenes Jahr Hauptfigur in dem Kriminalfilm "Black Mass" gewesen ist, wo ihn Johnny Depp darstellte.

Neben der Regie zeichnete die Academy noch den Film selbst als besten des Jahres 2006 aus, dazu Monahan für sein adaptiertes Drehbuch und Scorsese's langjährige Cutterin Thelma Schoonmaker. Dazu war Mark Wahlberg als "Bester Nebendarsteller" nominiert, unterlag aber Alan Arkin und dessen "Little Miss Sunshine".

Kritiker Tim Evans schrieb in "Sky Movies": "Das ist ein prächtiger und überzeugender Film, mit dem Martin Scorsese seine Meisterschaft wieder entdeckt hat, eine Geschichte zu erzählen, die vor ihren scharfen, von einer talentierten Besetzung gegebenen Dialogen nur so knistert."



"Don - The King Is Back", Arte, 01:00 Uhr
Ein international gesuchter Gangster (Shah Rukh Khan) stellt sich, um dann dramatisch zu fliehen - und muss Verrat fürchten.

Ein mit deutschen Steuergeldern finanzierter indischer Thriller ist selten - und ein vor Ort in Berlin gedrehter einzigartig. Der visuell beeindruckende und mit spektakulärer Action und Verfolgungsjagden durchsetzte Streifen wird gerade für ein deutsches Publikum noch reizvoller, wenn sich diese Action am Brandenburger Tor, dem Olympiastadion, dem Gendarmenmarkt, am Alexanderplatz und an der East Side Gallery abspielt. Im November 2010 wurden dazu wochenweise Straßen in der Hauptstadt gesperrt.

Nach dem Erfolg seines Films "Don" im Jahr 2006 hatte Regisseur und Drehbuchautor Farhan Akhtar eine zügige Fortsetzung angekündigt, die dann aber doch auf sich warten ließ, unter anderem weil Hauptdarsteller Shah Rukh Khan, der in Berlin mit teilweise gefährlichen Stunts glänzen sollte, an der Schulter operiert wurde.

Als er mit seinem Film "My Name Is Khan" im Februar 2010 auf der Berlinale zu Gast war, begeisterte sich Khan für die Metropole und riet Akhtar, diese als Kulisse für die "Don"-Fortsetzung zu nutzen. Der Filmemacher folgte dem Wunsch des Bollywood-Stars und verlegte die Handlung dorthin, während das Original noch ausschließlich in Asien gespielt hatte. Zudem lockte die Bundesregierung mit einer Subvention von 3 Millionen Euro. Die Berliner Touristen-Information visitBerlin veröffentlichte 2012 den Stadtplan "Don in Berlin", in dem die Berliner Drehorte des Films verzeichnet sind.

In der Planung und Organisation vor Ort arbeiteten die indischen Filmstudios mit der deutschen Produktionsfirma Film Base Berlin zusammen, die als Co-Produzent für die Planung und Realisierung der knapp 7 Millionen Euro teuren Dreharbeiten verantwortlich zeichnete. 70 indische Produktionsmitglieder liefen für zwei Wochen durch die Stadt, um gemeinsam die geeigneten Drehorte zu finden. Nach Ende der Dreharbeiten in Berlin wurde noch in Malyasia gefilmt. Insgesamt kostete das im Original mit "Anführer" betitelte Werk umgerechnet 11 Millionen Dollar.

Mit überwiegend positiven Kritiken, einem weltweiten Einspiel von 46 Millionen Dollar und zwei Nominierungen bei den Indischen Filmpreisen für Hauptdarsteller Khan und Bösewicht Boman Irani wurde "Don 2" ein Erfolg. Eine weitere Fortsetzung soll sich derzeit in der Drehbuchphase befinden.

Kritiker Itrath Syed meinte in "Georgia Straight": "Mit seiner überschwenglichen Handlung, die sich auf einer weltweiten Bühne abspielt, bietet diese raffinierte Produktion ein Spektakel an Autojagden, cleveren Ränkeschmieden und Kriminalität."



"RocknRolla", Sat1, 01:10 Uhr
Ein Kleinganove (Gerard Butler) und seine Kumpel werden in die Rivalität zwischen russischen und britischen Kriminellen um die Vorherrschaft in der Londoner Unterwelt verwickelt, wobei zwei halbseidene Immobiliendeals, 7 Millionen Pfund und ein verschwundenes Gemälde eine Rolle spielen.

Zwischen den gigantischen Flops "Swept Away" sowie "Revolver" und seinen kommerziellen Welterfolgen mit den "Sherlock Holmes"-Filmen drehte der britische Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Guy Ritchie diesen Kriminalfilm von 2008, mit dem er laut eigener Aussage an die Streifen anknüpfen wollte, mit denen er sich Ende der Neunziger einen Namen gemacht hatte: "Lock, Stock and Two Smoking Barrels" und "Snatch".

Das gelang halbwegs. Nach dem von der Kritik regelrecht gehassten "Revolver" konnte "RocknRolla" zumindest gemischte Rezensionen einfahren, und mit einem weltweiten Einspiel von 25 Millionen Dollar wurde die britische Produktion, die für umgerechnet 13 Millionen Dollar in London gedreht worden war, wenigstens kein Misserfolg. Mit seiner beeindruckenden Schauspielgarde - neben Gerard Butler wirkten Thandie Newton, Tom Wilkinson, Mark Strong, Idris Elba, Tom Hardy und Toby Kebbell mit - ein Schritt definitiv in die richtige Richtung für den damals 39-jährigen Filmemacher.

Kritiker Sean Means lobte in der "Salt Lake Tribune": "Guy Ritchie hat immer noch die Gabe für Gassenjargon-Dialoge, und zwischen den Schusswechsel gibt es viel zu lachen."



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