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Pitch Perfect
Pitch Perfect
© Universal Pictures Germany

TV-Tips für Sonntag (10.7.): Mit Frauenstimmen gegen das EM-Finale

RTL zeigt "Pitch Perfect"

Letzte Runde bei der Fußballeuropameisterschaft: Dass es Deutschland nicht ins Finale geschafft hat, lässt womöglich die RTL-Verantwortlichen aufatmen, die gegen den vermeintlichen Straßenfeger mit "Pitch Perfect" einen sehenswerten Film nicht nur mit Frauen für Frauen ins Hauptprogramm gesetzt haben. Ansonsten lockt Pro7 mit einem langen Mark Wahlberg-Abend.

"Pitch Perfect", RTL, 20:15 Uhr
Beca (Anna Kendrick), Studienanfängerin an der (fiktiven) Barden Universität, wird für The Bellas, die Frauensinggruppe der Uni rekrutiert. Sie sorgt für bitter nötigen frischen Wind im Repertoire der Bellas, die sich gegen ihre männliche Rivalen in einem Uni-Wettbewerb durchsetzen wollen.

A-ca-scuse me? Diese Komödie von 2012 gehört zu der Kategorie Film, von der niemand viel erwartete - und auch nicht genau wusste, was zu erwarten war - und die dann zu einem viel geliebten Überraschungserfolg aufstieg. Ein Film über A-capella-Singen? Das klang zunächst wirklich zu sehr nach Nische, als dass ein Massenpublikum zu begeistern wäre. Aber Regisseur Jason Moore und Drehbuchautorin Kay Cannon bekamen zwei entscheidende Sachen hin: Den Humor mit endlos vielen zitierfähigen, flotten Dialogen und die Musiknummern, die im Ohr bleiben und bei denen man die Füße nicht wird stillhalten können. Der Film geht ins Herz und ins Ohr.

"Perfect Pitch" ist der Ausdruck für ein absolutes Gehör, und das Wortspiel im Titel meint so viel wie "den richtigen Ton treffen". Das schafft dieses Werk nicht zuletzt wegen der exzellenten schauspielerischen Leistungen, aber auch wegen der Realitätsnähe. Das Drehbuch fußt auf Mickey Rapkin's Sachbuch "Pitch Perfect: The Quest for Collegiate A Cappella Glory" von 2008. Rapkin, Chefredakteur des "GQ"-Magazins, hatte den Wettstreit von College A-capella-Gruppen über eine Saison lang verfolgt.

Für 17 Millionen Dollar von Universal Pictures auf die Leinwand gebracht und von Schauspielerin Elizabeth Banks produziert, die in einer Nebenrolle auftritt, spielte "Pitch Perfect" weltweit 113 Millionen Dollar ein. Der Soundtrack war der meistverkaufte des Jahres 2013 in den USA. Nach dem noch erfolgreicheren zweiten Teil soll nächstes Jahr der dritte Part kommen.

Kritiker Matthew Turner von "View London" meinte: "Eine äußerst unterhaltsame Komödie, die all die richtigen Töne trifft - dank eines rassiermesserscharfen Drehbuchs, beeindruckend inszenierten Musiknummern und einem Paar brillanter komödiantischer Darstellungen von Anna Kendrick und Rebel Wilson."



" Die etwas anderen Cops", Pro7, 20:15 Uhr
Zwei ungleiche Ermittler (Will Ferrell und Mark Wahlberg) in New York City wollen die Chance ergreifen, den beiden Idolen (Dwayne Johnson und Samuel L. Jackson) der Polizeitruppe nachzueifern, indem sie selbst einen "dicken Fisch" (Steve Coogan) fangen – aber das Ganze läuft nicht ganz so wie geplant...

Regisseur und Drehbuchautor Adam McKay und Hauptdarsteller Will Ferrell waren bereits ein eingespieltes Erfolgsgespann, als sie 2010 mit dieser Komödie auf die Leinwände kamen: "Anchorman" von 2004, "Talladega Nights" von 2006 und "Step Brothers" von 2008 waren bis dahin zuverlässig im Zwei-Jahres-Rhythmus veröffentlichte Werke, die immer ein bisschen mit einem gewissen Gaga-Faktor flirteten und bei Kritik und Publikum überwiegend gut ankamen.

So auch "The Other Guys" (so der Originaltitel), bei dem Will erstmals nicht mit am Drehbuch gearbeitet hatte. Geschadet hat es nicht: Die in New York City gedrehte Columbia Pictures-Produktion überzeugt als clevere Parodie der Polizeiduo-Action-Komödien und punktet mit einigen beeindruckenden Action-Szenen und vielen fetten Lachern, hauptsächlich aufgrund der sicheren komischen Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern. Das hatte allerdings seinen Preis: Mit 100 Millionen Dollar war das Budget so stattlich, dass die weltweit 170 Millionen Dollar Umsatz kaum für die schwarzen Zahlen reichten.

Kritiker Luke Goodsell schrieb für "Empire Magazine": "Der Film ist nicht so lose und frei assoziierend konstruiert wie die anderen McKay-Ferrell-Kollaborationen, pflanzt Will Ferrell in die Mitte einer routinierten Ungleiche-Cops-Geschichte und sorgt dafür, dass er sein komische Gabe fokussiert."



"Pain and Gain", Pro7, 22:25 Uhr
Ein Trio Bodybuilder (Dwayne Johnson, Anthony Mackie und Mark Wahlberg) wird in Florida in einen Erpressungs- und Entführungsplan verwickelt, der entsetztlich schief läuft.

Zwischen seinen zweiten und dritten gigantischen "Transformers"-Abenteuern gelüstete es Regisseur Michael Bay nach einem anderen, kleineren Projekt. Doch Paramount Pictures war das Kassemachen wichtiger, so dass sie den dritten Teil so weit vorzogen, dass "Pain and Gain" erst danach realisiert werden konnte.

Mit einem Budget von nur 26 Millionen Dollar war dies die kleinste Produktion seit Bay's Erstling "Bad Boys" von 1995. Erreicht wurde die Summe dadurch, dass der Filmemacher sowie die beiden Hauptdarsteller Dwayne Johnson und Mark Wahlberg auf ihre Gagen zu Gunsten von Gewinnbeteiligung verzichteten. Diese wird nicht allzu üppig ausgefallen sein, denn die Komödie erzielte mit weltweit 86 Millionen Dollar ein nur durchwachsenes Ergebnis.

Die Kontroverse, die der Streifen hervorrief, war dabei vorprogrammiert: Bay nahm sich die wahren Begebenheiten einer brutalen, bitteren Verbrechensserie vor, die der Journalist Pete Collins in der "Miami New Times" 1999 beschrieben hatte, und steigerte sie zu einem grotesken Gewaltklamauk, das mit den wahren Geschehnissen nur noch wenig zu tun hatte und daher auch zu Rechtsstreitigkeiten mit Überlebenden der Erpressungs- und Mordserie führte. Dass hier brutale Verbrecher, die teilweise lebenslange Haftstrafen für ihre Untaten verbüßen müssen, als kindköpfische Möchtegern-Kriminelle dargestellt wurden, die eventuell sogar noch Sympathien für sich gewinnen, stieß manchen Kommentatoren sauer auf.

Zwar sieht man, dass Michael im Rahmen seiner Möglichkeiten sein bis dahin am meisten zum Nachdenken anregendes Werk anging, aber seine satirischen Spitzen verlaufen sich letztendlich im stilisierten Durcheinander eines brutalen Hochglanz-Spektakels. Alles in allem waren die Kritiken 2013 gemischt.

Kritiker Tom Huddleston befand in "Time Out": "Die erste Stunde des Films könnte Michael Bay's Karrierehöhepunkt sein: Flott, abgefahren, wunderbar geschmacklos und erstaunlich ätzend in seinen Angriffen auf westliche Unsicherheit, Oberflächlichkeit und Gier."



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