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Redford in 'Bill McKay - Der Kandidat'
Redford in 'Bill McKay - Der Kandidat'

TV-Tips für Sonntag (4.9.): Der Kandidat heißt Robert Redford

Arte zeigt "Bill McKay - Der Kandidat"

Die Schlacht zwischen Griechen und Persern tobt in der "300"-Fortsetzung am Sonntagabend in "Rise of an Empire" wieder, den Pro7 als FreeTV-Premiere im Spätprogramm zeigt. Den mit Abstand besten Spielfilm des Abends strahlt indes Arte mit "Bill McKay - Der Kandidat" aus - passend angesichts des derzeitigen US-Wahlkampfs und Robert Redford's 80. Geburtstag.

"Star Wars: Episode 1 - Die dunkle Bedrohung", Pro7, 20:15 Uhr

Zwei Jedi-Ritter (Liam Neeson und Ewan McGregor) überwinden eine feindliche Blockade, um Verbündete zu finden und treffen auf einen Jungen, der die Macht in die Balance bringen könnte. Derweil tauchen die lange ruhenden Sith auf, um ihre alte Machtposition zurückzufordern.

"Star Wars" muss man nicht verstehen, "Star Wars" muss man erleben. Seit dem Sensationserfolg des ersten "Krieg der Sterne" 1977 hatte die Science Fiction-Saga eine Fan-Gemeinde ohne Gleichen hinter sich versammeln können. Als Regisseur George Lucas 16 Jahre nach dem letzten Teil "Return of the Jedi" mit "The Phantom Menace" den nächsten "Star Wars" in den Kinos startete, entwickelte sich dies zu einem kulturellen Phänomen. Die Medien berichteten ausführlich über die 115 Millionen Dollar teure 20th Century Fox-Produktion, die Schlangen an den Kinokassen reichten um den Block, der Schwarzmarkt blühte mit Ticketpreisen von 100 Dollar, und die Zuschauer kamen verkleidet als ihre Lieblingsfiguren.

Wie es so oft ist, wenn die Erwartungen himmelhoch sind, brachte der mittelprächtige Streifen eine gewisse Ernüchterung. Sowohl die Kritiker als auch die Zuschauer waren ob des Opus gespalten: Visuell bahnbrechend, mit tollen Action-Sequenzen, aber auch einer schwachen Handlung. Dass der Streifen dann sowohl drei "Oscar"-Nominierungen (für den "Besten Ton", den "Besten Tonschnitt" und die "Beste Spezialeffekte") als auch sieben Nennungen für die Goldene Himbeere für die schlechtesten Leistungen erhielt, zeigt die ganze Bandbreite an Meinungen zu "Episode One".

Lucas entschied sich Anfang der Neunziger dazu, die Arbeit an seiner Saga wieder aufzunehmen, nachdem die Computertechnologie einen Riesensatz nach vorne gemacht hatte und der Filmemacher glaubte, nun seine Visionen kompromissloser auf die Leinwand bringen zu können. Der Erfolg der Wiederaufführung von "Star Wars" zum 20. Jubiläum 1997 dürfte den Regisseur und Drehbuchautoren nur noch mehr bestärkt haben, neue Teile in die Lichtspielhäuser zu bringen.

Die Dreharbeiten fanden wie 20 Jahre zuvor 1997 wieder in Großbritannien in den Leavesden Film Studios und in der tunesischen Wüste statt. Der große Unterschied: "The Phantom Menace" war die erste Produktion die konsequent auf durch den Computer erzeugte Spezialeffekte setzte. Gleich drei Teams arbeiteten parallel an den Effekten, die früher durch Modelle oder gemalte Kulissen und andere Tricks hatten erzeugt werden müssen. Rund 2000 Effekte kamen zusammen, die Arbeit daran und der Schnitt nahmen zwei Jahre in Anspruch.

Begleitet von einer Riesenwerbekampagne und Marketing erfüllte der Film dann alle in ihn gesetzten kommerziellen Erwartungen und wurde der weltweit erfolgreichste Streifen 1999 mit einem Umsatz von einer Milliarde Dollar. Damit ist er bis heute hinter dem Original der zweiterfolgreichste Teil der Reihe.

Ein Zuschauer aus New York City schreibt: "Der Film hat wie alle Teile der Serie seinen eigenen Ton und seinen eigenen Stil. Und wenn dieser Stil auch nicht nach jedermanns Geschmack ist, denke ich, dass immer mehr Fans das Werk für das schätzen werden, was es ist. Und nicht für das, was sie meinen, wie es sein sollte."



"Bill McKay - Der Kandidat", Arte, 22:10 Uhr
Bill McKay (Robert Redford) aus Kalifornien kandidiert für den US-Senat. Er hat nichts zu verlieren, keine Chance zu gewinnen - und legt sich daher lustvoll mit dem Establishment an.

Es kann nicht schaden, wenn Regisseure und Drehbuchautoren etwas von dem Inhalt verstehen, den sie auf die Leinwand bringen. Bei diesem Drama von 1972 ergab sich in womöglich perfekter Weise die Konstellation, dass sowohl Regisseur Michael Ritchie ("Auf der Suche nach dem goldenen Kind") als auch Drehbuchautor Jeremy Larner im Umfeld von Wahlkämpfen gearbeitet hatten. Der Filmemacher hatte zwei Jahre zuvor TV-Auftritte für den Senatorenkandidaten John V. Tunney gedreht, dem die Figur von Bill McKay nachempfunden ist. Autor Larner hatte Reden für Senator Eugene McCarthy geschrieben, als sich dieser 1968 vergeblich um die Präsidentschaftskandidatur in der Demokratischen Partei bemüht hatte.

Zur weiteren Authentizität trug bei, dass Ritchie die 4 Millionen Dollar teure Produktion nicht im Studio, sondern auch die Innenaufnahmen in realen Gebäuden filmte. Gedreht wurde in Los Angeles, San Diego und San Francisco. Viele der im Film auftauchenden realen Politiker und Journalisten spielten sich selbst und fungierten auch als Berater.

Paramount Pictures und 20th Century Fox war der ausgesprochen politische Film zu heiß gewesen; Warner Brothers, die den Künstlern alle Freiheiten gaben, sollten es nicht bereuen, das Projekt an Land gezogen zu haben. Der interessante und spannende, zugleich auch humorvolle und satirische Blick hinter die Kulissen des Wahlkampfes im Spannungsfeld von persönlichen Überzeugungen und politischer Opportunität erhielt gute Kritiken und gewann den "Oscar" für das Drehbuch. Dazu kam noch eine Nominierung für den "Besten Ton".

Eine französische Zuschauerin schwärmt: "Ein exzellentes Drehbuch, ein unglaublicher Robert Redford und tolle Nebendarsteller. Dieser Film hat eine zeitlose Botschaft und sollte vor jeder Wahl gezeigt werden."



"300: Rise of an Empire", Pro7, 23:00 Uhr
Der griechische General Themistokles (Sullivan Stapleton) führt seine Truppen in die Schlacht gegen die eindringenden persischen Armeen die von dem in einen Gott verwandelten Sterblichen Xerxes (Rodrigo Santoro) und Artemisia (Eva Green), der rachsüchtigen Befehlshaberin der Flotte, angeführt werden.

Nach dem sensationell erfolgreichen "300", der 2007 weltweit 456 Millionen Dollar umgesetzt hatte, kündigten Warner Brothers schnell eine Fortsetzung an, die dann allerdings ziemlich Zeit brauchte, bis sie schließlich 2014 auf die Leinwände kam. Denn die Comic-Vorlage "Xerxes" von "300"-Autor Frank Miller, die bis heute nicht veröffentlicht ist, musste erst einmal von diesem geschrieben werden. Dann machte sich "300"-Regisseur Zack Snyder an die Drehbuchadaption, verzichtete aber zu Gunsten des Israelis Noam Murro auf den Regieposten und produzierte lediglich.

Die Geschichte dreht sich diesmal um die historische Seeschlacht von Artemisio, die etwa gleichzeitig mit der in "300" gezeigten Schlacht bei den Thermopylen stattfand, sowie die Schlacht von Salamis im Jahr 480 vor Christus. Niemand sollte hier allerdings eine Geschichtsstunde erwarten, vieles ist Phantasie und Wellenschlag und hat mit der historischen Realität nur noch wenig zu tun.

Murro und sein Team stellten die Greenscreen-Wände in den Filmstudios im bulgarischen Sofia auf und investierten 110 Millionen Dollar, die hauptsächlich für die computergenerierten Bilder benötigt wurden, die dem Abenteuerfilm wie seinem Vorgänger ein unverwechselbares, monochromes Aussehen verleihen.

Qualitativ kann die Fortsetzung allerdings nicht mithalten. Abgesehen von einer völlig übertriebenen Darstellung von Eva Green, die man gesehen haben muss, um es glauben zu können, ist das Ganze oft nicht mehr als eine inhaltsleere Übung in Sachen eleganter Blut- und Eingeweide-Bilder. Die immer noch gut bei manchen Kritikern und beim Publikum ankam. Mit weltweit 337 Millionen Dollar wurde "300: Rise of an Empire" ein Erfolg.

Kritiker Andy Lea schrieb im "Daily Star": "Die Schlachten sind mitreißend inszeniert und herrlich übertrieben, aber dieser Film gehört Eva Green, die eine wundervoll verrückte Darstellung als verstörte persische Flottenbefehlshaberin Artemisia bietet."



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