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Aaron Johnson als John Lennon in Nowhere Boy
Aaron Johnson als John Lennon in Nowhere Boy
© The Weinstein Company

TV-Tips für Sonntag (9.10.): Der Künstler John Lennon als junger Mann

ARD zeigt "Nowhere Boy"

Zwar ist auch am Sonntagabend Pro7 der Sender für Spielfilmfreunde und punktet mit der FreeTV-Premiere des deutschen Mega-Erfolgs "Fack ju Göhte" im Hauptprogramm, aber der beste Kinofilm des Abends ist bei der Konkurrenz der ARD zu sehen. Dort läuft im Spätprogramm das sehenswerte Drama "Nowhere Boy" über den jungen John Lennon.

"Fack ju Göhte", Pro7, 20:15 Uhr
Ein gerade aus dem Gefängnis entlassener Bankräuber (Elyas M'Barek) bewirbt sich an einer Schule, deren Turnhalle über dem Bereich errichtet worden ist, in dem seine Freundin (Jana Pallaske) die Beute versteckt hatte.

Das gibt es nun nicht allzu häufig, dass das Ausland eine Neuverfilmung eines deutschen Films produziert. Im Fall dieser Komödie ist dies bereits geschehen: In Mexiko kam in diesem Jahr "No Manches Frida" in die Kinos. Kein Wunder, war diese Constantin-Produktion 2013 doch ein Mega-Erfolg in den hiesigen Lichtspielhäusern und mit 7,3 Millionen Besuchern der mit Abstand erfolgreichste Streifen des Jahres.

Regisseur und Drehbuchautor Bora Dagtekin hatte die Hauptrolle Elyas M'Barek auf den Leib geschrieben, mit dem er bereits in den Fernsehserien "Schulmädchen", "Doctor’s Diary" sowie "Türkisch für Anfänger" und dessen Kinoadaption, die 2012 sein Spielfilmdebut gewesen war, zusammen gearbeitet. Die entscheidenden Nebenrollen der Schüler besetzte man mit bereits etablierten Nachwuchsschauspielern wie Jella Haase und Max van der Groeben, die zum Zeitpunkt der Dreharbeiten jeweils 20 Jahre alt waren.

Gedreht wurde für etwa 5 Millionen Euro in München und Berlin. Als Kulisse der Gesamtschule filmte das Team am Lise-Meitner-Gymnasium in Unterhaching.

Auch wenn es manchen Beobachtern aus dem Feuilleton nicht passen mochte und einige vielleicht sogar angewidert waren, weil "Fack ju Göhte" (der Titel nimmt es nicht gerade feinsinnig vorneweg) sich seinen hochpotenzierten Klischees in die Arme warf - dass Dagtekin ein unterhaltsamer und durchaus auch hintersinniger Streifen gelungen war, der zu vielen Lachern reizte, räumten auch überregionale Medien ein. Und die einzige Währung, die kurzfristig zählt, war sowieso das Klingeln der Kinokassen - und das übertönte bald alle Kassandras, die das Ende des Abendlandes kommen sahen. Schnell machten sich Dagtekin und Co. an eine Fortsetzung, die mit 7,7 Millionen verkauften Eintrittskarten letztes Jahr sogar noch erfolgreicher gelaufen ist.

Bei den Deutschen Filmpreisen war "Fack ju Göhte" als "Bester Film", für das "Beste Drehbuch", für Jella Haase und für Katja Riemann als "Beste Nebendarstellerin" nominiert.

Kritikerin Caren Pfeil schrieb für "programmkino": "So klischeeüberladen dieser Trip durch den ganz normalen Wahnsinn einer deutschen Großstadtschule auch daherkommt, er hat Botschaften, die mehr sind als nur ein Schulwitz. Denn insgesamt ist der Film nicht nur ein schöner Klamauk, sondern auch ein bissig-ironischer Kommentar zur Misere im deutschen Bildungssystem."



"Das Schwergewicht", Pro7, 22:30 Uhr
Um zu verhindern, dass er von seiner notorisch klammen Schule fliegt, und um Gelder für außerunterrichtliche Aktivitäten zu aquirieren, wird der Biologielehrer (Kevin James) einer High School zum Martial Arts-Kämpfer.

Komödienspezialist Frank Coraci ("Urlaubsreif"), der seit 1998 zahlreiche Adam Sandler-Streifen inszeniert hat, tat sich hier mit Sandler-Spezi Kevin James zusammen, um für 42 Millionen Dollar diese Komödie zu drehen. James schrieb dazu selbst am Drehbuch mit. Die Dreharbeiten fanden im US-Bundesstaat Massachusetts statt, an denen auch Kämpfer und Kommentatoren der US-amerikanischen Mixed-Martial-Arts-Organisation Ultimate Fighting Championship (UFC) in Gastauftritten mitwirkten.

"Here Comes the Boom", so der Originaltitel, profitiert enorm von Kevin James' sympathischer Präsenz und variiert geschickt den Gedanken, dass es auf das Engagement jedes Einzelnen ankommt. Leider produziert die Columbia Pictures-Produktion aber zu wenige Lacher und vor allem nur eine Handlung, die man schon zigmal gesehen zu haben glaubt. Bei schwachen Kritiken floppte das Werk 2012 mit weltweit nur 73 Millionen Dollar Umsatz.

Kritiker Joshua Starnes schrieb in "Coming Soon": "Es hilft eine Menge, wenn man Kevin James mag, denn man verbringt den gesamten Film mit ihm. Er spielt es sympathisch, und der Streifen setzt auf seine besten Vorzüge und gibt nur ab und zu seinen schlimmsten Klamaukinstinkten nach."



"Nowhere Boy", ARD, 23:35 Uhr
Die Jugendjahre des Beatles-Musikers John Lennon (Aaron Johnson) im Liverpool der fünfziger Jahre, der bei seiner strengen Tante Mimi (Kristen Scott-Thomas) lebt und dessen bis dahin abwesende Mutter Julia (Anne-Marie Duff) an einem kritischen Punkt seines Lebens zurückkehrt.

Mit dem Segen und der Unterstützung von John Lennon's Witwe Yoko Ono konnte die Photographin Sam Taylor-Wood 2009 dieses britische Drama als ihr Regiedebut realisieren. Gedreht wurde die Film4-Produktion an den Originalschauplätzen in Liverpool sowie in Blackpool und London für 1,2 Millionen Pfund.

Große musikalische Einsichten vermittelt das Werk nicht, aber es profitiert von seiner zurückhaltenden und unaufdringlichen Herangehensweise sowie der ausgezeichneten Darstellung von Aaron Johnson. Bei den Britischen Filmpreisen wurde das mit sehr guten Rezensionen bedachte Werk, das weltweit umgerechnet 6 Millionen Dollar einspielte, für vier Preise nominiert: Als "Bester britischer Film", für die beiden Nebendarstellerinnen Kristin Scott-Thomas und Anne-Marie Duff sowie für Taylor-Wood und ihr "Bestes britisches Regiedebut".

Kritiker Matt Keleman lobte in "Las Vegas City Life": "Der Film überzeugt, weil er sich nie in Scheinheiligkeit suhlt, die Handlungskniffe minimal hält und über einen Hauptdarsteller verfügt, der seine Figur entwickelt, statt sie zu imitieren."

Egal welche künstlerischen oder kommerziellen Folgen "Nowhere Boy" zeitigte, für das Privatleben der Regisseurin und ihres Hauptdarstellers hatte er weitreichende Folgen: Sam Taylor Wood und Aaron Johnson verliebten sich während der Dreharbeiten ineinander und verlobten sich. 2012 heiratete die Filmemacherin den 23 Jahre jüngeren Johnson. Beide namen den Namen Taylor-Johnson an, unter dem man Sam als Regisseurin von "Fifty Shades of Grey" wiederbegegnen sollte. Inzwischen hat das Paar zwei Töchter.



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