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Rosemaries Baby mit Mia Farrow
Rosemaries Baby mit Mia Farrow
© Paramount Pictures

TV-Tips für Freitag (28.10.): Mia Farrow's höllische Schwangerschaft

3sat zeigt "Rosemaries Baby"

Der TV-Freitagabend wird gruselig: Erst muss sich Harry Potter Dementoren im Pro7-Hauptprogramm erwehren, dann wird es teuflisch spannend im Leben von Mia Farrow im Spätprogramm von 3sat mit "Rosemaries Baby".

"Harry Potter und der Gefangene von Askaban", Pro7, 20:15 Uhr

In Harry's (Daniel Radcliffe) dritten Schuljahr in Hogwarts ziehen dunkle Wolken auf: Die unheimlichen Dementoren bewachen die Schule, nachdem der verurteilte Mörder Sirius Black (Gary Oldman) aus dem Gefängnis Askaban entkommen und hinter Harry her ist.

Teil drei der sieben Romane und acht Verfilmungen umfassenden "Harry Potter"-Saga. Nach den ersten beiden Teilen, bei denen mit Chris Columbus ein US-Sonnyboy auf dem Regiestühlchen die Bücher brav nachbebildert hatte, wagten Warner Brothers bei diesem Abenteuerfilm von 2004 mal etwas und überantworteten ihre kostbare Serie, nachdem sie sich Absagen von Guillermo del Toro ("Pans Labyrinth") und Marc Forster ("World War Z") eingehandelt hatten, dem Mexikaner Alfonso Cuaron (letztes Jahr "Oscar"-Gewinner für "Gravity"), der drei Jahre zuvor mit dem meisterhaften mexikanischen Drama "...mit Deiner Mutter auch!" für Furore gesorgt hatte. Nicht viel wies darauf hin, dass der damals 42-Jährige solch eine Mega-Produktion wie "Harry Potter" würde stemmen können. Doch Cuaron schaffte es - und mehr.

Bis zu den letzten beiden Filmen "Harry Potter and the Deathly Hallows" galt "Harry Potter and the Prisoner of Azkaban" als bester Part. Für die deutlich düsterere Geschichte, die auf dem Roman von 1999 fußt, war der Filmemacher offenbar genau der richtige Mann. Er verließ den Pfad der sklavischen Nacherzählung, verlieh dem Harry Potter-Universum ein anderes Aussehen, verließ öfter das Studio und drehte mehr an realen Schauplätzen und atmete dem Ganzen den Geist richtigen Kinos aus eigenem Recht ein.

Die Musik von John Williams und die Visuellen Effekte wurden für einen "Oscar" nominiert. Kritiker und Publikum waren begeistert. Der 130 Millionen Dollar teure Fantasy-Film spielte 2004 weltweit knapp 800 Millionen Dollar ein und wurde einhellig gut in Presse und Medien besprochen. So meinte Kritiker Tim Brayton: "Es ist wahrscheinlich der Harry Potter-Film, der am meisten Spaß macht: Einfallsreich, schnell, verspielt und wunderschön."



"Rosemaries Baby", 3sat, 22:35 Uhr
Ein junges Paar (Mia Farrow und John Cassavettes) zieht in ein Apartmenthaus in New York City. Als die Frau unter mysteriösen Umständen schwanger wird, erfasst sie die Angst um die Sicherheit ihres ungeborenen Kindes.

Als dieser Horrorfilm 1968 in die Kinos kam, schäumte die Kirche. Das National Catholic Office for Motion Pictures schimpfte über die "Perversion christlicher Glaubensvorstellungen und die Verhöhnung religiöser Persönlichkeiten und Gebräuche" und verlieh der Literaturverfilmung das Prädikat "Condemned" (Missbilligt). Was wohl so viel heißen sollte, dass jeden guten Christenmensch, der für dieses Machwerk Geld ausgebe, der Teufel holen solle.

Doch wie hervorragend der Streifen von Roman Polanski ("The Pianist") ist, zeigte sich nicht nur in den guten Kritiken und dem Riesenerfolg an den Kinokassen sowie einem "Oscar" für Nebendarstellerin Ruth Gordon sowie einer Nominierung des adaptierten Drehbuchs, sondern auch an der Kritik des "Evangelischen Filmbeobachters" in Deutschland, bei der zähneknirschend eingeräumt wurde, dass sich über die cineastische Qualität der Paramount Pictures-Produktion nicht streiten lasse: "Ira Levin's gleichnamiges Buch besitzt ein Maximum an Phantasie, Polanski's streng danach gedrehter Schocker ein Höchstmaß an filmkünstlerischer Perfektion. Die Geschichte ist offensichtlich durch die biblischen Berichte von der Jungfrauengeburt inspiriert, doch läßt sie sich nicht kurzerhand als Lästerung abstempeln. Erwachsenen, die bereit sind, den Film lediglich als brillant gefertigten Horror abergläubischen Einschlags hinzunehmen, muß er unter diesem Vorbehalt empfohlen werden."

Paramount hatten das Potenzial des Romans sofort erkannt und sich die Verfilmungsrechte noch vor Erscheinen des Buches im Jahr 1967 gesichert. So konnte der Film bereits ein Jahr darauf in die Kinos kommen, als der Roman noch frisch als Bestseller in den Regalen stand.

Für die weibliche Hauptrolle hatte Polanski eigentlich einen weniger mausigen Typ als Mia Farrow im Blick und wollte Tuesday Weld besetzen, aber Regisseur Robert Evans wollte einen größeren Namen. Da Farrow damals durch ihre Ehe mit Frank Sinatra, die während der Dreharbeiten geschieden werden sollte, und ihre Rolle in der populären Fernsehserie "Peyton Place" bekannt geworden war, erhielt sie den Part, der sie endgültig bekannt machte. Für die männliche Hauptrolle waren zunächst Robert Redford und Jack Nicholson im Gespräch.

Der Film wurde für rund 3 Millionen Dollar hauptsächlich in den Paramount Studios in Los Angeles produziert. Das markante Gebäude, in dem die Hauptfiguren leben, ist das Dakota Building, eine der edelsten Adressen am Central Park in New York City, das aber nur für Außenaufnahmen genutzt wurde. Es sollte 1980 in die Medien geraten, weil John Lennon, der dort mit Yoko One seit 1973 lebte, vor dem Haus erschossen wurde.

"Rosemary's Baby" spielt effektvoll mit traditionellem Aberglauben, Wahnvorstellungen, Psychoanalyse und Horror-Klischees. Der angsteinflößende Streifen profitiert insbesondere von den überzeugenden und engagierten Darstellungen von Farrow und Gordon. 2014 wurde das Werk wegen seiner "kulturellen, historischen und ästhetischen Bedeutung" in das National Film Registry der US-Library of Congress aufgenommen, um es für die Nachwelt zu erhalten.

Ein amerikanischer Zuschauer schwärmt: "Ein für mich perfekter Film. Unheimlich in einer Art und Weise, dass es einem den Atem nimmt. Jedes Schweigen, jede Stimme in der Ferne, jede Tür, die sich öffnet - das Herz schlägt immer bis zum Hals. Eine Seite des Genies von Roman Polanski ist es anzudeuten. Hier nimmt das Gefühl der Bedrohung ständig zu. Die Charaktere sind perfekt gezeichnet."



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