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Interview mit einem Vampir - Brad Pitt und Kirsten Dunst
Interview mit einem Vampir - Brad Pitt und Kirsten Dunst
© Warner Bros.

TV-Tipps für Sonntag (28.5.): Brad Pitt entwickelt einen blutigen Geschmack

RTL2 zeigt "Interview mit einem Vampir"

Hollywood-Kino ist am Sonntagabend angesagt. Im Pro7-Spätprogramm lässt es Keanu Reeves als "John Wick" krachen, etwas später wird es auf RTL2 morbide mit den Vampiren Brad Pitt und Tom Cruise in "Interview mit einem Vampir".

"John Wick", Pro7, 22:20 Uhr
Ein ehemaliger Auftragsmörder (Keanu Reeves) jagt die Gangster, die ihm alles genommen haben.

Für die Rolle eines eiskalten Killers, einer urbanen Legende der Unterwelt, würde einem der Name Keanu Reeves, noch dazu mit damals 49 Jahren, nicht unbedingt einfallen - aber in diesem stilvollen, aufregenden und schwindelerregend dynamischen Thriller von 2014 passte der Part für den Mimen unerwartet exzellent.

Reeves selbst hatte das Potential des Parts erkannt, als er sich bereit erklärte, bei der 20 Millionen Dollar teuren Independent-Produktion mitzumachen, zu der Derek Kolstad das Drehbuch geschrieben hatte. Der Schauspieler brachte als Regisseure die Stunt-Koordinatoren Chad Stahelski und David Leitch ins Gespräch, mit denen er bei der "Matrix"-Trilogie zusammen gearbeitet hatte und die er für den kinetischen Stil dieses Werks als sehr geeignet ansah. Diese zeigten tatsächlich Interesse und wurden von den Produzenten für ihr Regiedebut engagiert. Da die Regisseursgewerkschaft nur einen Namen als Regisseur zulässt, konnte indes nur Stahelski im Vorspann genannt werden. Gedreht wurde in und um New York City.

"John Wick" erhielt gute Kritiken und wurde mit weltweit 88 Millionen Dollar ein Achtungserfolg, der in diesem Jahr eine noch erfolgreichere Fortsetzung erfahren hat.

Kritiker Kevin Ranson befand in "Movie Crypt": "Eines der wenigen Drehbücher, das eine fesselnde Action-Figur einführt, eine ganze Welt jenseits der unseren erschafft und diese dann von innen unterhaltsam innerhalb von 100 Minuten zerstört."



"Interview mit einem Vampir", RTL2, 23:25 Uhr
Ein Vampir (Brad Pitt) erzählt einem Reporter (Christian Slater) im San Francisco der Gegenwart seine Jahrhunderte umfassende Lebensgeschichte von Liebe, Verrat, Einsamkeit und Hunger nach Blut.

1976 war der Roman "Interview with the Vampire" ("Gespräch mit einem Vampir") von Anne Rice veröffentlicht worden. Fast zwei Jahrzehnte später entschlossen sich Warner Brothers Pictures, diesen auf die Leinwand zu bringen und engagierten die Autorin, ihr Buch eigenhändig zu adaptieren. Es sollte eine schwierige Zusammenarbeit mit der damals 52-Jährigen werden. Rice wandte sich öffentlich gegen die Besetzung von Tom Cruise in der Rolle als Lestat, die sie als "absurde Fehlbesetzung" geißelte; das wäre, "als wenn man Edward G. Robinson als Rhett Butler besetzte". Der Drehbuchautorin hatte ein Akteur im Stil von Alain Delon vorgeschwebt.

Sei es späte Einsicht oder dass ihr jemand das Prinzip der Gewinnbeteiligung erklärt hatte: Nachdem der Film erfolgreich gestartet war, änderte sie ihre Meinung ebenso öffentlichkeitswirksam, indem sie im Branchenblatt "Variety" eine Anzeige schaltete, in welcher ihren Irrtum eingestand, Cruise's Darstellung lobte und die Leser aufforderte, sich den Streifen anzusehen. Was diese auch taten: Der 60 Millionen Dollar teure Horrorfilm wurde 1994 trotz nur gemischter Kritiken mit einem weltweiten Umsatz von 223 Millionen Dollar ein großer Erfolg.

Des weiteren entspann sich ein Disput zwischen Anne und dem irischen Regisseur Neil Jordan über die alleinige Nennung als Drehbuchautorin im Vorspann. Jordan hatte ihr Skript überarbeitet und wollte ebenfalls genannt sein - hier setzte sich die Schriftstellerin durch.

Eine ganz andere Besetzungsfrage stellte sich den Produzenten unverhofft und auf tragische Weise: Der für die Rolle des Reporters vorgesehene River Phoenix starb im Oktober 1993 vier Wochen vor Drehbeginn an einer Überdosis; sein Ersatz Christian Slater spendete seine Gage an wohltätige Organisationen, und im Abspann wird das Werk River Phoenix gewidmet.

Die im Roman erst fünfjährige Claudia schrieb Rice zu einem zehnjährigen Mädchen um, da die Rolle für ein kleines Kind zu anspruchsvoll gewesen wäre. Die erstaunliche Kirsten Dunst, die bis dahin bereits kleine Parts in Film und Fernsehen übernommen hatte, verkörperte die Rolle mit elf Jahren und wurde prompt zum Star und für einen Golden Globe nominiert.

Auch wenn der Film einige der hintergründigen Schattierungen des Romans vermissen ließ, überzeugte er von Jordan's stimmungsvoller Inszenierung und einem Übermaß gotischen Horrors. Die Ausstattung von Dante Ferretti und Francesca Lo Schiavo wurde für den Oscar nominiert; Komponist Elliot Goldenthal erhielt Nennungen für den Oscar und den Golden Globe.

Ein britischer Zuschauer schreibt: "Dies ist ein atmosphärischer, äußerst packender Film mit Vampiren, aber kein Vampirfilm - eine phantastische Geschichte, die von überzeugenden, glaubhaften Charakteren vorangetrieben wird. Der Vampirismus ist nur ein Mittel zum Zweck, um Figuren zu zeigen, die nicht altern und sterben können, so dass philosophische Fragen zum Leben selbst ergründet werden können."



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