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Charade mit Cary Grant und Audrey Hepburn
Charade mit Cary Grant und Audrey Hepburn
© Universal Pictures International Germany

TV-Tipps für Sonntag (11.6.): Cary Grant verwirrt Audrey Hepburn

Arte zeigt "Charade"

An dem "besten Hitchcock-Film, den Hitchcock nie gedreht hat", kommen Spielfilmfreunde am Sonntagabend nicht vorbei: Im Arte-Hauptprogramm läuft der komödiantische Krimi "Charade" mit Audrey Hepburn und Cary Grant in Hochform. Zu solcher läuft auch der indische Regisseur Tarsem Singh in seiner bildgewaltigen Fantasy "The Fall" im 3sat-Nachtprogramm auf.

"Charade", Arte, 20:15 Uhr

Eine Frau (Audrey Hepburn) wird in Paris von verschiedenen Männern (Cary Grant, Walter Matthau, James Coburn, Ned Glass und George Kennedy) verfolgt, die hinter einem Vermögen her sind, das ihrem ermordeten Ehemann gestohlen worden ist. Wem kann sie trauen?

Dieser Kriminalfilm aus dem Jahr 1963 galt zu seiner Zeit als der "beste Hitchcock-Film, den Hitchcock nie gedreht hat". Das bezieht sich auf die stilsichere Mischung aus Spannung und Humor, mit geschliffenen Dialogen, die aus einer Screwball Comedy stammen könnten, und Alfred Hitchcock's bevorzugtem Hauptdarsteller Cary Grant.

Dieser war bei den Dreharbeiten 25 Jahre älter als seine Mitspielerin Audrey Hepburn, und ihm war unwohl bei der auf der Leinwand gezeigten Romanze. Daher setzte der damals 58-Jährige durch, dass im Drehbuch der Altersunterschied ironisch und offen angesprochen und Hepburn als der aktive Part im Verfolgen der Beziehung dargestellt wurde.

Drehbuchautor Peter Stone ("Im Sumpf des Verbrechens") war mit seinem Skript erfolglos in Hollywood hausieren gegangen und veröffentlichte seine Geschichte "The Unsuspecting Wife" schließlich als Roman, der auch im "Redbook"-Magazin als Serie abgedruckt wurde. Nun wurden die Filmstudios auf einmal auf den Stoff aufmerksam und buhlten darum. Das Rennen machten Universal Pictures für Produzent und Regisseur Stanley Donen ("Singin' in the Rain"). Für 3 Millionen Dollar wurde vor Ort in Paris gedreht.

Donen gelang ein exzellenter Streifen, gleichenteils spannend und makaber wie witzig. Bei guten Kritiken wurde "Charade" mit einem Umsatz von 13 Millionen Dollar in den USA ein großer Erfolg und zählt zu Hepburn's meistgesehenen Filmen. Der Song "Charade" erhielt eine Oscar-Nominierung; Cary und Audrey gingen jeweils als Hauptdarsteller für einen Golden Globe und einen Britischen Filmpreis ins Rennen.

Ein US-Zuschauer schreibt: "Komödiantische Krimis sind schwierig zu realisieren, aber dieser elegante Film schafft es, Spannung und Witz hervorragend zu verbinden und ein wirklich überraschendes Ende zu präsentieren, das vollkommen überzeugend ist. Von der ersten Minute an erregt der Film Aufmerksamkeit mit seinen geschliffenen Dialogen und prachtvollen Drehorten."



"The Fall - Im Reich der Fantasie", 3sat, 01:55 Uhr
In einem Krankenhaus in den Zwanzigern am Rande von Los Angeles erzählt ein verletzter Stuntman (Lee Pace) einem kleinen rumänischen Mädchen (Catinca Untaru) mit einem gebrochenen Arm eine phantastische Geschichte über fünf mythische Helden. Dank ihrer lebhaften Phantasie beginnt die Erzählung die Grenze zwischen Realität und Fiktion zu verwischen.

Dieser Fantasy-Film ist eine Herzensangelegenheit des aus Indien stammenden US-Regisseurs Tarsem Singh ("Self/less"), der über vier Jahre lang mit hauptsächlich eigenen Finanzen diese Independent-Produktion in mehr als 20 Ländern drehte. Inspiriert wurde er von dem bulgarischen Drama "Jo Ho Ho" ("Mein Freund, der Pirat") aus dem Jahr 1981, in welchem sich ein Zehnjähriger mit gebrochenem Arm im Krankenhaus mit einem querschnittsgelähmten, lebensmüden Schauspieler anfreundet.

Singh macht in seinem zweiten Spielfilm nach "The Cell" diese Version zu seiner eigenen - eine visuell ausgeklügelte und bildgewaltige Reflexion über die Macht der Phantasie, deren zerstückelte Handlung teilweise verschüttet wird, wenn sich der ehemalige Musik-Videoclip-Filmer Singh zu sehr gehen lässt.

Das Werk erhielt 2006 gemischte Kritiken und kam über einen Festivalstatus kaum heraus, obwohl Regie-Kollegen wie David Fincher und Spike Jonze den Streifen unterstützten, als er mit zwei Jahren Verspätung endlich in einige Kinos kam und weltweit 3,5 Millionen Dollar einspielte.

Kritiker Nev Pierce urteilte in "Total Film": "Betörend, berauschend, brillant. Mit Sicherheit spaltet der Film das Publikum, aber trotz all seiner Opulenz für die Augen und wilden Phantasie ist er im Herzen eine zärtliche und berührende Geschichte über die Kindheit, die Hoffnung und die Macht des Geschichtenerzählens."



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