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Pride - Mark (Ben Schnetzer), Mike (Joseph Gilgun),...umpel
Pride - Mark (Ben Schnetzer), Mike (Joseph Gilgun), Steph (Faye Marsay), Jeff (Freddie Fox) und Joe (George Mackay) sammeln mit bunten Eimern für die Kumpel
© Senator Film

TV-Tipp für Mittwoch (16.8.): Lesben und Schwule unterstützen die Bergarbeiter

Arte zeigt FreeTV-Premiere "Pride"

"Pride", Arte, 20:15 Uhr
Lesben und Schwule gründen 1984 in London eine Aktionsgruppe, um die streikenden Bergarbeiter in Wales zu unterstützen.

Es ist eine Kunst, eine Komödie mit Wohlfühlfaktor aus einer wahren Geschichte zu stricken, die auf lange Sicht gesehen mehr Verlierer als Gewinner zurückließ. Und es ist das Verdienst des englischen Regisseurs Matthew Warcus und des englischen Drehbuchautoren Stephen Beresford, dass sie diese Kunst so virtuous beherrscht haben, wie dieser britische Streifen aus dem Jahr 2014 zeigt.

"Pride" erzählt von den Lesbians and Gays Support the Miners (LGSM), einer Gruppe homosexueller Aktivisten um den umtriebigen und sozial engagierten Mark Ashton, die 1984 für streikende Bergleute Geld sammelte. Die Londoner Gruppe unterstützte Bergarbeiter in den walisischen Regionen Vale of Neath und Swansea Valley während des großen Streiks von 1984 und 1985, der sich zu einer Machtprobe zwischen Arbeitnehmern und Staatsgewalt entwickelte, und organisierte dazu auch - wie im Film dargestellt - das Benefizkonzert "Pits and Perverts" (Gruben und Perverse).

Die BBC Films-Produktion schafft das Kunststück, ernst zu sein, ohne schulmeisterisch zu wirken, und erbaulich, ohne sich in Sentimentalitäten zu verlieren. Warcus gelingt mit seinem phantastischen Ensemble aus gestandenen Mimen - Imelda Staunton, Bill Nighy, Paddy Considine und Dominic West - und frischen Gesichtern - Faye Marsay, Ben Schnetzer, Andrew Scott und George MacKay - ein herzerquickendes und publikumsfreundliches Werk. Die Anteile aus Warmherzigkeit und Witz und auf der anderen Seite bedrückender Aspekte wie der drohenden Arbeitslosigkeit, Armut, Hass gegen Homosexuelle und dem Ausbreiten von AIDS sind beinahe perfekt austariert.

Trotz hervorragender Kritiken und auch zufriedener Zuschauer gelang es "Pride" nicht, beim Publikum zu verfangen. In Großbritannien lief der Streifen nur mäßig, und weltweit kamen umgerechnet lediglich 16 Millionen Dollar zusammen. In den USA, bei der sich die Zensurbehörde mal wieder als verlogen und prüde ohnegleichen erwies und den Film nicht für Jugendliche ohne Erwachsenenbegleitung freigab, war das Werk dabei bloß in eine Handvoll Kinos gekommen. Als es auf Disc erschien, waren auf dem Cover alle Hinweise auf Lesben und Schwule gelöscht worden...

Immerhin die Auslandspresse in Hollywood wusste "Pride" offen zu würdigen und nominierte den Streifen für einen Golden Globe. Bei den Britischen Filmpreisen wurden Stephen Beresford für sein Skript und Produzent David Livingstone für das "Beste Debut" ausgezeichnet; dazu kamen Nominierungen als "Bester britischer Film" und für Imelda Staunton als "Beste Nebendarstellerin".

Kritiker Bill Zwecker schrieb in "Chicago Sun": "Der Film bewegt sich mühelos von einigen ziemlich intensiven dramatischen Momenten zu urkomischen Szenen, welche die gegensätzlichen Lebensstile der schwulen und der Hetero-Welt zeigen, und erreicht dabei einige unglaublich ergreifende Episoden."



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