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Tobe Hooper gestorben

"Poltergeist"-Regisseur wurde 74 Jahre alt

Nach George Romero hat das Kino einen weiteren Horrorfilm-Regisseur verloren. Tobe Hooper ist vorgestern im Alter von 74 Jahren in Los Angeles verstorben. Der Filmemacher schuf 1974 mit "The Texas Chainsaw Massacre" eines der wichtigsten und ikonischsten Werke der Horrorfilmgeschichte und ist einem breiteren Publikum mit "Poltergeist" aus dem Jahr 1982 bekannt geworden.

Tobe wurde am 25. Januar 1943 in Austin im US-Bundesstaat Texas geboren und arbeitete als Universitätsprofessor und Kameramann für Dokumentationen, bevor er in sechs Wochen für 300 000 Dollar "The Texas Chainsaw Massacre" drehte, der mit seiner Geschichte von fünf jungen Leuten, die im ländlichen Texas einer Kannibalenfamilie in die Hände - und Kettensägen - fallen, zur Blaupause für das Slasher-Genre wurde, so wie Romero's "Night of the Living Dead" den Startschuss für den Zombie-Film gegeben hatte.

Hooper ließ diesem Überraschungserfolg, der schließlich insgesamt 30 Millionen Dollar einspielen sollte, weitere Horrorfilme wie "Eaten Alive" ("Blutrausch") von 1976 und "The Funhouse" ("Das Kabinett des Schreckens") von 1981 folgen, die qualitativ nicht an "The Texas Chainsaw Massacre" herankamen. Besser fuhr der Filmemacher im Fernsehen mit seiner Stephen King-Verfilmung von "The Salem's Lot" ("Brennen muss Salem") aus dem Jahr 1979, wo er mit James Mason erstmals mit einem Star zusammen arbeiten konnte.

Recht überraschend wählte Produzent Steven Spielberg Tobe aus, sein Drehbuch zu "Poltergeist" in Szene zu setzen. Erstmals mit einer großen, 10 Millionen Dollar schweren Hollywood-Produktion konfrontiert, zeigte sich der damals 38-Jährige der Aufgabe gewachsen, inszenierte einen Horrorfilm, der bei Kritik und Publikum 1982 gut ankam und sogar drei Oscar-Nominierungen erhielt. Doch von Beginn an gab es Berichte, dass Spielberg der eigentliche Regisseur gewesen sei, der Hooper das Projekt entwunden habe. Bis heute gibt es hierzu unterschiedliche Darstellungen. Tatsache ist, dass der Regisseur den Erfolg von "Poltergeist" nie ganz für sich verbuchen konnte.

In jedem Fall blieb "Poltergeist" eine Eintagsfliege in Sachen Breitenwirkung. In den Achtzigern kehrte der Filmemacher zu Horrorfilmen wie "Lifeforce" von 1985, der Neuverfilmung von "Invaders from Mars" von 1986 und schließlich im selbem Jahr zu "The Texas Chainsaw Massacre 2" zurück, was schon etwas nach Verzweiflung roch.

Ab 1987 arbeitete Hooper nach den ausbleibenden Erfolgen überwiegend für das Fernsehen; seine Kinofilme wie zum Beispiel "Spontaneous Combustion" ("Fire Syndrome") von 1990, "Toolbox Murderers" von 2004 oder sein letztes Werk "Djinn" von 2013 waren allesamt schwach und wurden nur noch von einer Handvoll Zuschauer gesehen.

Tobe Hooper war zweimal verheiratet und zweimal geschieden. Im Frühjahr dieses Jahres geriet er nochmal in die Medien, als seine Ex-Freundin ihn angriff und im Gesicht verletzte.


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