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Traum meines Lebens mit Katherine Hepburn und Rossano Brazzi
Traum meines Lebens mit Katherine Hepburn und Rossano Brazzi

TV-Tipps für Sonntag (24.9.): Katherine Hepburn zur Sommerzeit

Arte zeigt "Traum meines Lebens"

Frustriert vom Wahlergebnis? Oder nicht an Politik interessiert? Wer die perfekte Ablenkung am Sonntagabend sucht, wird im Hauptprogramm auf Arte fündig, wo Katherine Hepburn in der David Lean-Romanze "Traum meines Lebens" zu sehen ist. Die Woche spannend ausklingen lassen kann man dann mit dem schweizerischen Krimi "Matto regiert" im 3sat-Nachtprogramm.

"Traum meines Lebens", Arte, 20:15 Uhr
Eine einsame Amerikanerin (Katherine Hepburn) findet ihre Liebe unerwarteterweise in Venedig.

Dieses US-Drama ist ebenso ein Vorzeigestück für die Darstellungskunst der superben Katherine Hepburn, wie ein Liebesbrief an Venedig, in das sich der englische Regisseur David Lean ("Lawrence of Arabia") selbst so verguckte, dass er es zu seiner zweiten Heimat machte.

Dabei war es gar nicht so einfach gewesen, die Dreherlaubnis vor Ort mitten in der Sommerzeit zu erhalten. Die Gondolieri von Venedig drohten gar mit Streik, sollte die amerikanische Filmcrew in die Lagunenstadt zur Urlaubszeit einfallen, da sie mit Einnahmeverlusten rechneten. United Artists erkauften sich die Genehmigung von der Stadt buchstäblich mit einer großzügigen Spende für den Erhalt des Markusdoms. Und so ist es tatsächlich Hepburn, die in den realen Kanal am echten San Barnaba Platz fällt...

"Summertime" - so der Originaltitel - basiert auf dem preisgekrönten Broadway-Stück "The Time of the Cuckoo" von Arthur Laurents, das 1952 Premiere gefeiert hatte und das Lean selbst für die Leinwand bearbeitete. Die Aufführung des Streifens wurde von der Zensurbehörde der Filmindustrie schließlich aber nur freigegeben, nachdem eine Szene geschnitten worden war, die - oh mio dio! - andeutete, dass die beiden Hauptfiguren Sex haben, obwohl der Mann (Rossano Brazzi) verheiratet ist.

Trotz solcher Verwässerungen überzeugt der einfühlsame und gut photographierte Streifen insbesondere dank Katherine's Schauspielkunst. So wundert es kaum, dass die damals 48-Jährige für den Academy Award und den Britischen Filmpreis nominiert wurde. Lean wurde für seine Regie ebenfalls für den Oscar nominiert, der Film selbst auch für den Britischen Filmpreis. Seine Uraufführung erlebte "Summertime" 1955 natürlich auf den Filmfestspielen von Venedig.

Eine Zuschauerin aus Seattle im US-Bundesstaat Washington lobt: "Heutzutage scheint Hollywood zu glauben, dass nur Teenager-Liebesgeschichten Erfolgsaussichten haben. Und in denen ist die Schauspielkunst zweitrangig gegenüber dem Zurschaustellen der Haut. Einer der sympathischsten Aspekte dieses Films ist es daher, dass sowohl Katherine Hepburn als auch Rossano Brassi schon fortgeschrittenen Alters sind. Ihre Fähigkeit, das Aufblühen einer neuen Liebe und all der Emotionen, die damit einhergehen, darzustellen, sind exzellente Beispiele großer Schauspielkunst. Ms. Hepburn portraitiert die vielen Stadien der Liebe so überzeugend, dass es schwerfällt zu glauben, dass alles nur ein Film ist."



"Matto regiert", 3sat, 00:30 Uhr
Der behäbige Kriminalbeamte Wachtmeister Studer (Heinrich Gretler) löst einen Mordfall in der psychiatrischen Klinik Randlingen, in der ein fortschrittlicher Arzt (Heinz Woester) veraltete Pflege- und Heilmethoden des tot aufgefundenen Direktors (Johannes Steiner) bekämpft.

In diesem schweizerischen Kriminalfilm von 1947 nahm Heinrich Gretler die Rolle des Wachtmeister Studers auf, die er bereits 1939 in "Wachtmeister Studer" verkörpert hatte; Regie führte damals wie jetzt Leopold Lindtberg auf Grundlage des gleichnamigen Romans von Friedrich Gauser aus dem Jahr 1936.

"Matto" ist das schweizerische Wort für "Wahnsinn", und Lindtberg bewies sein Können, indem er eine Art Schweizer Noir in Szene setzte, mit Licht- und Schattenspiel, ausgefallenen Kamerablickwinkeln und nächtlichen Auseinandersetzungen. Insgesamt wirkt der für rund 400 000 Schweizer Franken in den Filmstudios von Zürich sowie in der Kantonalen Psychiatrischen Klinik von Königfelden gedrehte spannende Streifen atmosphärisch sehr dicht.

Nach seinem international gefeierten Flüchtlingsdrama "Die letzte Chance" von 1945, das den Großen Preis bei den Filmfestspielen in Cannes gewonnen hatte, lag die Erwartungsmesslatte hoch für Regisseur und Drehbuchautor Lindtberg, über die er in Augen der Öffentlichkeit nicht hinüber kam. Auf den Filmfestspielen von Venedig gab es Pfiffe, und an den Kassen floppte der Streifen. In der Bundesrepublik Deutschland kam das Werk erst 1952 unter dem Titel "§ 51 - Seelenarzt Dr. Laduner" in die Kinos.

Ein französischer Zuschauer urteilt: "Dieser Film ist ein schönes Beispiel für eine gut konstruierte Handlung und zeigt den langsamen Wandel psychiatrischer Anstalten, die Romanautor Friedrich Glauser gut kannte, da er selbst einmal in einer gesteckt hatte. Die Geschichte zeigt die Nervenheilanstalt als Mikrokosmos unserer Gesellschaft und ist beeindruckend in einem Spiel von Licht und Schatten inszeniert."

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