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In der Hitze der Nacht mit Rod Steiger und Sidney Poitier
In der Hitze der Nacht mit Rod Steiger und Sidney Poitier

TV-Tipp für Montag (20.11.): Man nennt ihn Mr. Tibbs

Arte zeigt "In der Hitze der Nacht"

"In der Hitze der Nacht", Arte, 20:15 Uhr
Ein afro-amerikanischer Polizist (Sidney Poitier) untersucht einen Mord in einer rassistischen Kleinstadt im amerikanischen Süden.

Als die US-Library of Congress "In the Heat of the Night" 2002 als ein "kulturell, historisch oder ästhetisch bedeutsames" Werk in das National Film Registry aufnahm, um es der Nachwelt zu erhalten, war dies auf dreierlei Weise verdient. Dieser Kriminalfilm aus dem Jahr 1967 ist bedeutsam - kulturell und historisch und ästhetisch.

Während die Vereinigten Staaten von Amerika trotz des Civil Rights Act von 1964, der die Rassentrennung für ungesetzlich erklärt hatte, weiterhin von bürgerkriegsähnlichen Rassenunruhen erschüttert wurden, konnte man erstmals auf der Leinwand einen afro-amerikanischen Darsteller sehen, der einen Weißen ohrfeigte - ein bis dahin undenkbares Bild, das nun über Hunderte von Leinwänden flackerte.

Der kanadische Regisseur Norman Jewison ("The Hurricane") verstand es vorzüglich, den gleichnamigen Roman von John Ball aus dem Jahr 1965 so zu adaptieren, dass beides gleich gut zur Geltung kam: Eine spannende und auch humorvolle Krimihandlung und ein zum Nachdenken anregender Blick auf Rassismus, der bis heute leider nichts von seiner Brisanz verloren hat. Zur Qualität trugen die beiden großartigen Mimen Sidney Poitier und Rod Steiger bei; Letzterer gewann den Oscar als "Bester Hauptdarsteller".

Der in einer fiktiven Stadt im US-Bundesstaat Mississippi spielende Streifen wurde für 2 Millionen Dollar in Sparta im US-Bundesstaat Illinois gedreht. An den Kinokassen der USA wurde die United Artists-Produktion, zu der Ray Charles den Titelsong beisteuerte, mit 24 Millionen Dollar - das entspräche heute 175 Millionen Dollar - ein großer Erfolg, der noch durch unter anderem fünf Oscars veredelt wurde.

Neben Steiger gewannen der Film, das Drehbuch von Stirling Silliphant, Cutter Hal Ashby und der Ton. Nominiert waren die Regie und die Toneffekte. Bei den Golden Globes wurden der Film, Hauptdarsteller Rod Steiger und das Drehbuch ausgezeichnet; bei den Britischen Filmpreisen gewann erneut Steiger.

Aufgrund des großen Erfolgs produzierten United Artists mit "They Call Me Mister Tibbs" im Jahr 1970 und "The Organization" im Jahr 1971 zwei weitere Kriminalfilme mit Sidney Poitier als Virgil Tibbs, die beide nicht annährend an die Qualität und den Erfolg von "In the Heat of the Night" anknüpfen konnten. 1988 startete die Fernsehserie "In the Heat of the Night", die es auf acht Staffeln bis 1995 bringen sollte.

Ein Zuschauer aus New York City meinte: "Es gibt viele schlechte Problemfilme, aber das ist keiner davon. In einem miesen Film wären die rassistischen Figuren alle eindimensional und zu hundert Prozent böse. Hier ist es Rod Steiger erlaubt, einen vorurteilsbehafteten Menschen zu spielen, der wirklich sympathisch ist und fähig, sich zu ändern. Und in einer fabelhaften Wendung wird Sidney Poitier als ebenfalls vorurteilsbelastet gezeigt, weil er einen bestimmten Weißen ohne ausreichende Beweise verfolgt. Es ist erfrischend, einen Streifen zu sehen, der das gesamte Rassismusspektrum abbildet, von den hier zahlreich vorhandenen verrückten Extremisten bis zu den subtiler Voreigenommenen. Gedreht während der Hitze des Bürgerrechtskampfes, wirkt dieses Werk unmittelbarer und leidenschaftlicher als die Filme, die Jahre danach gedreht wurden, als die Anspannung nachgelassen hatte."



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