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Spider-Man: Homecoming
Spider-Man: Homecoming
© Sony Pictures

DVD & Blu-ray-Tipp der Woche: "Spider-Man: Homecoming"

Teenie Tom Holland mit Superkräften

"Spider-Man: Homecoming"
Fantasy
USA
133 Minuten
FSK 12

Peter Parker (Tom Holland) versucht sein Doppelleben als High School-Schüler in Queens und als Superheld Spider-Man unter einen Hut zu bringen und muss einem neuen Bösewicht (Michael Keaton) die Stirn bieten.

Nicht wenige waren skeptisch im Sommer. Bedurfte es nach fünf "Spider-Man"-Abenteuern in den vergangenen 15 Jahren wirklich einer weiteren Neuauflage? Der bis dahin letzte Teil "The Amazing Spider-Man 2" hatte 2014 in den Augen von Kritikern und Publikum die Ausgereiztheit der Figur und der Reihe belegt. Und keine drei Jahre weiter sollte es schon wieder mit der Comic-Figur weitergehen?

Doch "Spider-Man: Homecoming" hatte eine Ingredienz, die den Vorgängern mit Andrew Garfield in der Titelrolle gefehlt hatte: Marvel Studios. Das Filmstudio, das zusammen mit Walt Disney Studios hinter den "Avengers" steht, tat sich mit Columbia Pictures zusammen, denen die Filmrechte an der Figur Spider-Man weiter gehören. 2015 einigten sich die Produktionsfirmen, den Charakter in das Marvel Cinematic Universe zu integrieren, und Marvel-Chef Kevin Feige stellte öffentlich klar, dass die kreativen Entscheidungen von nun an von Marvel getroffen würden.

Wie im Marvel Cinematic Universe üblich, sollte der neue Spider-Man erst einmal als Randfigur in einem anderen MCU-Streifen auftauchen, in diesem Fall "Captain America: Civil War". Deren Regisseure Anthony und Joe Russo wollten nicht mit Garfield arbeiten, den sie für zu alt für die Rolle eines Teenagers hielten. Der Engländer war bereits bei den Dreharbeiten zum ersten "Amazing Spider-Man" 2011 28 Jahre alt gewesen. Die Filmemacher wollten im Gegensatz zu ihm und Maguire, der auch schon 26 Jahre alt war, als er 2000 als Peter Parker erstmals vor der Kamera gestanden hatte, einen echten Teen.

In die engere Wahl kamen schließlich zwei 19 Jahre alte Engländer: Tom Holland und Charlie Rowe, die beide mit Robert Downey Jr alias Iron Man und Chris Evans alias Captain America Probeaufnahmen bestritten; Holland machte das Rennen und erfuhr für seinen Auftritt in "Captain America: Civil War" bereits Lob.

Nun wurde Spider-Man im 16. Film des Marvel Cinematic Universe das erste Mal zur Hauptfigur. Wie schon häufiger, überraschte das Studio mit einer ungewöhnlichen Wahl für den Regieposten: Jon Watts, dessen zweites Werk "Cop Car" auf ihn aufmerksam werden ließ, erhielt das Megaphon, obwohl er ein Projekt dieser Kragenweite mit einem Budget von 175 Millionen Dollar bisher auch nicht ansatzweise verantwortet hatte.

Doch der 36-Jährige zeigte sich dem Fantasy-Film gewachsen und inszenierte ein farbenprächtiges, witziges Abenteuer, das sich perfekt in das MCU einfügte, ohne sich selbst im Franchise-Aufbau festzufahren. Das Drehbuchautorenduo John Francis Daley und Jonathan Goldstein ("Vacation") - eine ebenso überraschende Wahl wie die von Watts - war von Marvel ausdrücklich aufgefordert worden, Humor in das Geschehen zu injizieren - ein Konzept, mit dem das MCU gut gefahren ist, sich die Konkurrenz bei Lucasfilm und Disney bei "Star Wars" aber schwer tut, wie unter anderem der Rauswurf von Phil Lord und Chris Miller bei "Solo" gezeigt hat.

Die Dreharbeiten fanden in den Pinewood Studios in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia, in Atlanta selbst, vor Ort in New York City und schließlich auch in Berlin auf dem Dach des Maritim-Hotels in der Friedrichstraße, am Gendarmenmarkt und am Brandenburger Tor statt.

"Spider-Man: Homecoming", von Regisseur Watts als eine "Geschichte des Erwachsenwerdens" im Stil von "Say Anything" oder "Almost Famous" apostrophiert, erhielt glänzende Kritiken und wurde ein Riesenerfolg beim Publikum. Weltweit ist er aktuell der vierterfolgreichste Streifen des Jahres mit einem Umsatz von 880 Millionen Dollar. Fortsetzung garantiert. Diese soll im Sommer 2019 in die Kinos kommen; für die Regie ist Jon Watts gesetzt.

Kritiker Jason Best schrieb in "Movie Talk": "Regisseur Jon Watts eifert eingestandermaßen dem Geist der Teenager-Komödien von John Hughes aus den Achtzigern nach. Dieser Handlungsfaden bestimmt den vergnüglich fröhlichen Tonfall und ermöglicht es Tom Holland und seinem bubenhaftem Charme zu erstrahlen."



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