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In der Glut des Südens mit Richard Gere
In der Glut des Südens mit Richard Gere
© Paramount Pictures Germany

TV-Tipp für Donnerstag (1.3.): Richard Gere erlebt himmlische Tage

3sat zeigt "In der Glut des Südens"

"In der Glut des Südens", 3sat, 22:25 Uhr
Ein hitzköpfiger Erntehelfer (Richard Gere) überredet die von ihm geliebte Frau (Brooke Adams), ihren reichen, sterbenden Boss (Sam Shepard) zu heiraten, damit sie sein Erbe antreten können.

"Days of Heaven" - so der Originaltitel - ist ein Film von so unvergleichlicher Schönheit, dass Martin Scorsese sagte, jedes einzelne Bild könne man als Gemälde in einem Museum aufhängen, und Kritikerpapst Rogert Ebert der Ansicht war, es handele sich um einen der schönsten Filme, die je gedreht worden seien.

Diese Schönheit hatte ihren Preis. Die Dreharbeiten des US-Dramas, das in den weiten Feldern des US-Bundesstaates Texas im Jahr 1916 spielt, aber in der kanadischen Provinz Alberta gefilmt wurde, gestalteten sich mühselig. Um die poetischen Bilder einzufangen, entschieden sich Regisseur Terrence Malick ("Der schmale Grat") und sein spanischer Kameramann Néstor Almendros, nur während der "magischen Stunde" kurz vor Sonnenauf- und Sonnenuntergang zu drehen, was laut Almendros eher "magischen 20 Minuten" entsprach. Entsprechend langsam gingen die Arbeiten voran, der Dreh zog sich in die Länge, so dass der bereits bei Francois Truffaut für "Der Mann, der die Frauen liebte" verpflichtete Néstor das Ende der Dreharbeiten gar nicht mehr erlebte und von Haskell Wexler abgelöst werden musste. Das Budget explodierte, und Mitarbeiter waren mit der Arbeitsweise des damals 33 Jahre alten Regisseurs nicht einverstanden und verließen die 3 Millionen Dollar teure Paramount Pictures-Produktion.

Malick hatte von seinen Produzenten nach seinem gefeierten Debut "Badlands" im Jahr 1973 mehr oder minder carte blanche erhalten, aber wenn sie gewusst hätten, dass nach den Dreharbeiten, die im Herbst 1976 begonnen hatten, gute zwei Jahre vergehen sollten, bis das mit 94 Minuten Spieldauer recht kurze Werk in die Kinos kommen sollte, hätten sie Malick wohl nicht so gewähren lassen. Nachdem sich der Filmemacher schon während der Dreharbeiten schwer tat, sein eigenes Skript zu verfilmen und dann einfach mehr oder minder improvisieren ließ, schien es ihm fast unmöglich, eine Schnittfassung vorzulegen, die seinem Empfinden nach den richtigen Rhythmus erreichte. Zwei Jahre brachte Terrence damit zu, bis er das Problem unter anderem mit dem Einsatz der Erzählerstimme von Linda Manz löste, ähnlich wie er Sissy Spacek's Stimme in "Badlands" genutzt hatte. Inzwischen war der zuvor völlig unbekannte Richard Gere - um Dustin Hoffman und Al Pacino hatte sich der Regisseur zuvor vergeblich bemüht - mit "Looking for Mr. Goodbar" bekannt geworden, denn dieser Film wurde gedreht, geschnitten und veröffentlicht, noch bevor der eigentlich vorher produzierte "Days of Heaven" fertig gestellt war.

Der ganze Ärger und das Mühsal waren es kommerziell gesehen nicht wert: Der Film floppte 1978 an den US-Kinokassen mit nur 3,4 Millionen Dollar Umsatz. Aber viele Kritiker lobten die Bildgestaltung des Werkes, und bei den Filmfestspielen in Cannes wurde Malick als "Bester Regisseur" ausgezeichnet. Kameramann Néstor Almendros, nicht aber der darüber sehr verärgerte Haskell Wexler, erhielt den Oscar; nominiert waren Komponist Ennio Morricone und Kostümbildnerin Patricia Norris. Bei den Golden Globes waren der Film und Regisseur Terrence Malick nominiert. Ennio Morricone gewann den Britischen Filmpreis.

"Days of Heaven" ist ein meditatives und sozialkritisches Klagelied über Armut und Freiheit, und ein außergewöhnliches Fest für die Augen. 2007 nahm die US-Library of Congress den Film als ein "kulturell, historisch oder ästhetisch bedeutsames Werk" in das National Film Registry auf, um es der Nachwelt zu erhalten.

Eine Zuschauerin schwärmt: "Einer der schönsten Filme, der je gedreht worden ist. Dieses sagenhafte, unvergessliche Kunstwerk haut einen um. Die Kombination der Bilder und der Musik lässt etwas Erstaunliches entstehen. Die Handlung ist dabei recht simpel, aber sie soll auch nicht im Vordergrund stehen."



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