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Abschied von den Fröschen - Regina Ziegler
Abschied von den Fröschen - Regina Ziegler
© Karin Kohlberg

Regina Ziegler erhält Carl Laemmle-Preis

Auszeichnung erinnert an Hollywood-Pionier

Es ist eine Auswanderer-Erfolgsgeschichte: Der 1867 im schwäbischen Laupheim geborene Carl Laemmle, Sohn eines Viehhändlers, wanderte mit 17 Jahren mit einem Schulfreund in die Vereinigten Staaten von Amerika aus. Nach verschiedenen Jobs gründete er 1906 in Chicago ein Filmtheater und einen Filmverleih, der bereits zwei Jahre später der größte der USA war. Inzwischen gehörten Laemmle 50 Kinos. 1912 war er einer der Mitgründer von Universal Pictures, die er nach Hollywood verlegte. 1913 arbeiteten dort bereits 2000 Angestellte. Der Produzent erkannte als einer der ersten, dass nach Kurzfilmen auch Spielfilme die kassenträchtige Zukunft der Filmindustrie sein würden und produzierte Streifen wie "Der Glöckner von Notre Dame", "Das Phantom der Oper", "Im Westen nichts Neues", "Dracula" und "Frankenstein".

Seiner Heimatstadt Laupheim blieb Carl bis zum Machtantritt der Nationalsozialisten 1933 verbunden; danach konnte er als jüdischer Emigrant nicht mehr in seine Heimat zurückkehren, half aber bedrängten jüdischen Deutschen. 1939 starb er in Beverly Hills.

Die Stadt Laupheim und die Allianz Deutscher Produzenten gedenken des berühmten Sohnes der Stadt und Filmpioniers seit vergangenem Jahr mit der Verleihung des Carl Laemmle-Produzentenpreises. Nachdem letztes Jahr mit Roland Emmerich ein anderer schwäbischer Hollywood-Auswanderer den Preis erhielt, ist er am Freitagabend im Rahmen einer von Wigald Boning moderierten Gala im Schloss Großlaupheim an die Produzentin Regina Ziegler gegangen.

Seit 1973 hat Ziegler rund 400 Produktionen für Film und Fernsehen produziert. Die 1944 im sachsen-anhaltinischen Quedlinburg geborene Regina wuchs im Weserbergland auf, studierte in Berlin Jura und kam als Produktionsassistenin beim Sender Freies Berlin mit der Medienwelt in Berührung. Sie produzierte für das Kino besonders die Werke junger, noch unbekannter Regisseure. Im Fernsehen behauptet sie sich bis heute mit anspruchsvollen Serien wie "Weißensee" und Fernsehfilmen wie "Der Mann mit dem Fagott" oder dem eben erst ausgestrahlten Zweiteiler "Gladbeck".

"Dank an die Stadt Laupheim, dass sie einen ihrer zeitweise geächteten, einen ihrer großen Söhne auf diese Weise ehrt – und mich gleich mit", freute sich die 74-Jährige.


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