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Batman - Michael Keaton und Jack Nicholson
Batman - Michael Keaton und Jack Nicholson

TV-Tipps für Karsamstag (31.3.): Tim Burton lässt die Fledermaus los

Kabel1 zeigt "Batman"

Am Karsamstagabend müssen sich Spielfilmfreunde bis zum Spätprogramm gedulden, um die besten Kinofilme zu sehen. Die Fernbedienung muss sich zwischen Kabel1, das den "Batman"-Klassiker von Tim Burton bringt, und Sat1 entscheiden, wo "Collateral" mit einem etwas anderen Tom Cruise gezeigt wird.

"Batman", Kabel1, 23:45 Uhr

Der Schwarze Ritter (Michael Keaton) beginnt seinen Feldzug gegen das Verbrechen. Sein erster großer Gegner ist der tödliche Clown Joker (Jack Nicholson).

1989 gehörte dem Fledermausmann. Die USA wurden von "Batmania" ergriffen. Comic-Fan und Regisseur Kevin Smith erinnert sich: "Der Sommer war groß. Man konnte sich nicht umdrehen, ohne irgendwo das Bat-Zeigen zu sehen. Den Leuten wurde es in ihren Kopf eingebrannt. Es war der Sommer von Batman, und für einen Comic-Fan war das ziemlich heiß."

Das Erscheinen der Warner Brothers Pictures-Produktion wurde von einer gigantischen Werbekampagne begleitet und Merchandising-Artikel im Wert von 750 Millionen Dollar verkauft. Schon während der abgeschotteten Dreharbeiten in den englischen Pinewood-Studios, wo man 18 Ateliers besetzte, hatten Klatschblätter bis zu 10 000 Pfund geboten, wenn ihnen aus der Produktion ein Photo von Jack Nicholson als Joker zugespielt werden würde. Zwei Rollen Film mit Material von 20 Minuten Länge wurde gestohlen; die Polizei musste gerufen werden.

Für Regisseur Tim Burton ("Edward Scissorhands") war das Ganze weniger vergnüglich; er sprach später von der "schlimmsten Zeit meines Lebens". Die Dreharbeiten waren von verschiedenen Problemen überschattet, nicht zuletzt einem Skript, das bei laufendem Betrieb immer wieder umgeschrieben wurde. Die Drehdauer verlängerte sich, und die Kosten erhöhten sich von geplanten 30 auf 35 Millionen Dollar.

Dies passte zu der ebenfalls mühseligen Vorgeschichte des US-Fantasy-Films. Bereits 1980 war auf der Comic Art Convention in New York City das Projekt angekündigt worden. Doch zu dem Zeitpunkt war noch gar kein Studio gefunden worden, dass die Comic-Vorlage produzieren wollte. Unter anderem Columbia Pictures, Universal Pictures und United Artists winkten ab, bevor sich Warner Brothers bereit erklärten, die bereits mit "Superman", einer anderen Figur aus dem DC-Comics-Universum, 1978 einen Riesenerfolg hatten landen können.

1983 war ein erstes Skript fertig, aber das Studio zögerte mit der kostspieligen Produktion. Immerhin fand man zwei Jahre später mit Tim Burton einen Regisseur, der gerade für das Studio mit "Pee-wee's Big Adventure" einen ersten Erfolg landen konnte, aber erst der große Hit "Beetlejuice" 1988 entlockte Warner die Freigabe. Bis dahin waren bereits fünf verschiedene Drehbuchfassungen erstellt worden.

Die Ursprungsidee des Projekts war es, eine Leinwandversion zu kreieren, die sich näher an der ursprünglichen Comic-Version aus dem Jahr 1939 halten sollte - düsterer und ernsthafter als die alberne Fernsehversion der Sechziger, die bis dahin als der Batman-Maßstab in audiovisuellen Medien gelten musste. Batman sollte wieder eine Gestalt der Nacht werden, die Gangster in den Schatten auflauert.

Mit der Wahl von Burton als Regisseur, der seinen "Beetlejuice" Michael Keaton als Hauptdarsteller durchsetzte, schienen die Zeichen aber im Gegenteil auf "Klamauk" zu deuten. Keaton hatte in den Achtzigern hauptsächlich in Komödien mitgewirkt, neben "Beetlejuice" zum Beispiel in "Night Shift" und "Mr. Mom". Die Comic-Fans waren entsetzt und entfachten etwas, was man im Internet-Zeitalter als Shitstorm bezeichnen würde. 50 000 Protestbriefe erreichten Warner Brothers.

Die wichtige Rolle des Jokers wollte Robin Williams spielen, man entschied sich aber für Jack Nicholson, der sich sein Mitwirken mit zahlreichen Sonderrechten - wenn zum Beispiel seine Lieblingsmannschaft Los Angeles Lakers spielten, erhielt er frei - und einer Gewinnbeteiligung entlohnen ließ, die ihm am Ende um mindestens 60 Millionen Dollar reicher machte. Die weibliche Hauptrolle sollte Sean Young übernehmen, die sich aber kurz vor den Dreharbeiten bei einem Reitunfall verletzte und durch Kim Basinger ersetzt werden musste.

Viel Lärm um nichts? Im Gegenteil: Tim Burton's "Batman"-Version überzeugte als unheimliches und unvergessliches Spektakel, wobei der Streifen eher "Joker" hätte heißen sollen, denn Nicholson stiehlt Keaton eindeutig die Show. Die beeindruckenden Kulissen von Gotham City, die im Prä-Computer-Zeitalter noch real gebaut wurden, erhielten den Oscar für die "Beste Ausstattung". Jack Nicholson erhielt Nominierungen als "Bester Darsteller" bei den Golden Globes und als "Bester Nebendarsteller" bei den Britischen Filmpreisen. Ebenfalls für BAFTAs nominiert waren Ausstatter Anton Furst, Kostümbildner Bob Ringwood, Maske, Spezialeffekte und Ton.

Das Werk erhielt gute Kritiken und wurde ein gigantischer Erfolg: In den USA der umsatzstärkste des Jahres, weltweit der zweitumsatzstärkste hinter "Indiana Jones and the Last Crusade" mit 411 Millionen Dollar. Das entspräche heute 825 Millionen Dollar und läge damit auf "Wonder Woman"-Niveau.

Ein Zuschauer schwärmt: "Tim Burton erschafft eine Stadt, die verfällt und so korrupt ist, wie es sich denken lässt - eine Stadt, die der Hilfe bedarf. Michael Keaton balanciert seine beiden Rollen großartig aus. Er gibt Bruce Wayne etwas von einem verlorenen Kind, das getröstet werden möchte, und Batman als einen rachsüchtigen Helden mit tiefer Stimme und den einschüchternsten Augen, die jemals auf der Leinwand erschienen sind. Jack Nicholson ist als Jack Napier alias The Joker genauso gut. Die Handlung ist aufregend, witzig und dramatisch und entwickelt die Figur von Bruce Wayne hervorragend während des Films von einem Mann, der kein Mörder werden will wie die Leute, die er zur Strecke bringt, aber an den Rand getrieben wird."



"Collateral", Sat1, 23:55 Uhr

Ein Taxifahrer (Jamie Foxx) wird zur Geisel eines einnehmenden Auftragsmörders (Tom Cruise), den er in einer Nacht in Los Angeles von einem Mord zum anderen fahren muss.

Der australische Drehbuchautor Stuart Beattie ("I, Frankenstein") hatte die Idee einer nächtlichen Taxi-Odyssee und konnte Produzenten von DreamWorks Pictures und Paramount Pictures gewinnen, die den US-Thriller für 65 Millionen Dollar co-produzierten. Drei Jahre lang schlummerte das Projekt in den Regalen, bis sich Russell Crowe für die Rolle des Taxifahrers interessierte und Regisseur Michael Mann ("Heat") mit an Bord brachte. Dieser engagierte Tom Cruise für den Part des Auftrags-Killers. Wegen weiterer Verzögerungen in der Vorproduktion musste Crowe aussteigen. Mann hatte Adam Sandler für den Taxifahrer im Sinn; schließlich ging die Rolle an Jamie Foxx.

Die Dreharbeiten fanden vor Ort in Los Angeles statt, wobei Michael teilweise schon mit Digitalkameras drehen ließ. Der dichte und packende Streifen zeigt seinen typischen visuellen Stil und überzeugt insbesondere auch durch die Leistung des gegen seinen Typen besetzten Tom Cruise.

"Collateral" erhielt sehr gute Kritiken und wurde mit weltweit 218 Millionen Dollar ein Kassenerfolg. Jamie Foxx erhielt - idiotischerweise in der Nebendarstellerkategorie, weil er in der Hauptdarstellersparte bereits für "Ray" ins Rennen ging - den Grand Slam der Nominierungen für seine Leistung bei den Oscars, den Golden Globes, den Britischen Filmpreisen und den Screen Actors Guild Awards. Ebenfalls für einen Oscar war der Schnitt und für einen Britischen Filmpreis waren Regisseur Michael Mann, Drehbuchautor Stuart Beattie, Schnitt und Ton nominiert; Kameramänner Dion Beebe und Paul Cameron konnten den BAFTA Award gewinnen.

Eine Zuschauerin schreibt: "Ich kann kaum glauben, dass dies eine große Hollywood-Produktion ist. Dieser kleine, aber perfekt gefertigte Film ist eine Wonne. Von der gedämpften Photographie bis zu der schnörkellosen und beherrschten Handlungsführung unterhält dieses Werk ungemein."



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