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TV-Tipp für Montag (9.4.): Drei Detektive jagen Südkoreas ersten Serien-Killer

Arte zeigt "Memoirs of Murder"

"Memoirs of Murder", Arte, 22:20 Uhr
In einer kleinen südkoreanischen Provinz versuchen drei Ermittler (Kang-ho Song, Sang-kyung Kim und Roe-ha Kim) einen Serienmörder zu finden, der zahlreiche Frauen vergewaltigt und bestialisch ermordet hat.

Der südkoreanische Regisseur und Drehbuchautor Joon-ho Bong gehört zu der kleinen Gruppe asiatischer Filmemacher, die auch im westlichen Ausland bekannt sind: Mit "Snowpiercer" von 2013 und "Okja" im letzten Jahr drehte er Produktionen in seinem Heimatland mit englischsprachigen Schauspielern wie Tilda Swinton und Chris Evans. Grundlage seiner Karriere ist dabei dieser Kriminalfilm, der 2003 mit 5 Millionen Zuschauern der erfolgreichste Film des Jahres und der vierterfolgreichste überhaupt im südkoreanischen Kino wurde.

Mit seinem zweiten Streifen gelang Joon-ho gleich ein Meisterwerk, bei dem er das bekannte Kriminalfilm-Genre mit Gesellschaftssatire und Komödie verband und die nur allzu menschliche Verzweiflung seiner drei Hauptfiguren eindrucksvoll auf die Leinwand brachte.

"Salinui chueok" - so der Originaltitel - beruht auf wahren Begegenheiten. Zwischen 1986 und 1991 sorgte der erste Serienmörder in der Geschichte Südkoreas für Aufsehen. In einem Umkreis von zwei Kilometern ermordete er, ohne Spuren zu hinterlassen, zehn Frauen und Jugendliche im Alter von 13 bis 71 Jahren. Obwohl mehr als 3000 Verdächtige befragt wurden und schlussendlich 300 000 Polizisten in die Ermittlungen involviert waren, konnte der Täter nie gefasst werden. Da inzwischen die Taten verjährt sind, wird er der Gerechtigkeit entgehen.

Kwang-rim Kim nutzte diese Geschichte für ein Theaterstück von 1996, an dem sich Bong mit seiner Version orientierte. Gedreht wurde für umgerechnet 3 Millionen Dollar an den Originalschauplätzen in der Provinz Hwaseong.

"Salinui cheuok" erhielt hervorragende Kritiken und gewann drei Südkoreanische Filmpreise als "Bester Film", für Regisseur Joon-ho Bong und Hauptdarsteller Ka-Hoo Song. Dennoch kam der Streifen nie in die deutschen Lichtspielhäuser; Arte zeigt ihn heute Abend als FreeTV-Premiere und somit auch als deutsche Erstaufführung.

Eine Zuschauerin schwärmt: "Der Film hat mich mit verschiedenen Gefühlen erfüllt: Lachen - besonders zu Beginn -, bitterer Süße, tiefer Traurigkeit und vielen Gedanken. Nach Ende des Films habe ich mit meinem älteren Bruder viel über einzelne Szenen und die Bedeutung des Schlusses diskutiert. Die Kameraführung, der Schnitt, die Handlung ohne eine einzigen langweiligen Moment, was selten vorkommt, sind reine Perfektion und hohe Kunst. Ein großartiges Meisterwerk, das einen noch lange beschäftigt."

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