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Point Blank mit Angie Dickinson, Lee Marvin und...Connor
Point Blank mit Angie Dickinson, Lee Marvin und Carroll O'Connor

TV-Tipp für Montag (16.4.): Lee Marvin sinnt auf Rache

Arte zeigt "Point Blank"

"Point Blank", Arte, 22:20 Uhr
Nachdem er übers Ohr gehauen und zum Sterben zurück gelassen worden ist, macht sich ein geheimnisvoller Mann (Lee Marvin) auf, ohne Rücksicht auf Verluste die vergleichsweise unbedeutende Geldsumme zurück zu erlangen, die ihm gestohlen wurde.

Während der Dreharbeiten zu "The Dirty Dozen" in London trafen sich Lee Marvin und der englische Regisseur John Boorman ("Beim Sterben ist jeder der Erste"), um die Verfilmung des Romans "The Hunter" zu diskutieren, den Donald E. Westlake 1963 unter seinem Pseudonym Richard Stark veröffentlicht hatte. Der US-Schauspieler wollte gerne die Hauptrolle übernehmen und hatte sich von MGM Mitspracherechte für die Produktion einräumen lassen. Da weder ihm noch Boorman der erste Drehbuchentwurf von David und Rafe Newhouse gefielen, ersetzten sie diese durch Alexander Newhouse, einen früheren Kollegen Boormans bei der BBC. Und wo er schon mal dabei war, übertrug Marvin alle Mitspracherechte auf John, der sich freute: "Bei meinem ersten Hollywood-Film hatte ich das Recht auf die letzte Schnittfassung."

Der Filmemacher machte das Beste aus seiner künstlerischen Freiheit: Er inszenierte meisterhaft und ambitioniert einen eiskalten Kriminalfilm, bei dem er Elemente des Film Noir und der Nouvelle Vague kombinierte. Die Erzählstruktur ist fragmentiert, der Rhythmus gewollt unberechenbar und die Drehorte betont nüchtern.

Gedreht wurde die 3 Millionen Dollar teure Produktion in Los Angeles und in San Francisco. Erstmals konnten Filmemacher in dem 1963 geschlossenen Gefängnis Alcatraz in der Bucht von San Francisco drehen.

"Point Blank" erhielt 1967 gute Kritiken, wurde aber vom Publikum ignoriert und floppte mit 3 Millionen Dollar Umsatz in den USA. Über die Jahre gewann er seine heutige Reputation als einer der besten, mindestens aber interessantesten Streifen der sechziger Jahre im US-Kino. 2016 nahm ihn die US-Library of Congress in das National Film Registry als "kulturell, historisch oder ästhetisch bedeutsames" Werk auf, um es der Nachwelt zu erhalten.

Ein Zuschauer schwärmt: "John Boorman's Inszenierung ist intelligent, scharfsinnig, zum Nachdenken anregend und äußerst stilvoll. Er setzt klug Rückblenden, metaphorische Sequenzen und Bilder in einem Film ein, der heute noch besteht. Als Neuling in Hollywood riskierte er es, sich mit den Studio-Managern anzulegen, als er mit einigen kühnen Techniken experimentierte."

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