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The Wind That Shakes the Barley - Cillian Murphy und...elaney
The Wind That Shakes the Barley - Cillian Murphy und Padraic Delaney

TV-Tipps für Sonntag (13.5.): Cillian Murphy geht zur IRA

Arte zeigt "The Wind That Shakes the Barley"

Am Sonntagabend können Spielfilm-Fans beim Cannes-Sieger von 2006, dem irischen Abenteuerfilm "The Wind That Shakes the Barley" von Ken Loach, mitfiebern und sich im Spätprogramm auf RTL2 beim Original-"Poltergeist" gruseln.

"The Wind That Shakes the Barley", Arte, 20:15 Uhr

Zwei Brüder (Cillian Murphy und Pádraic Delaney), kämpfen 1919 einen Guerrilla-Krieg gegen die britischen Truppen im Kampf um die irische Unabhängigkeit.

"Der Wind, der durch die Gerste streift" ist der Titel einer irischen Ballade von Robert Dwyer Joyce aus dem Jahr 1861, der um Geschehnisse der irischen Rebellion 1798 kreist. Der englische Regisseur Ken Loach ("I, Daniel Blake") wählte dieses Poem zum Titel seines Films über eine andere irische Erhebung, den Irischen Unabhängigkeitskrieg, den die Irish Republican Army (IRA) in einem Untergrundkrieg von 1919 bis 1921 gegen die britischen Besatzer kämpfte.

Loach und Drehbuchautor Paul Laverty, die hier zum achten Mal zusammen arbeiteten, bemühten sich um historische Genauigkeit. Gedreht wurde der irische Abenteuerfilm für umgerechnet 8 Millionen Dollar vor Ort an den Originalschauplätzen in der irischen Grafschaft Cork mit überwiegend irischen Akteuren sowie Komparsen aus der irischen Jugendbewegung Scouting Ireland und Reservesoldaten der irischen Reserve Defence Forces. Der Historiker Donal O'Drisceoil von der University College Cork beriet Ken.

Nichtsdestotrotz geriet "The Wind That Shakes the Barley" ins Kreuzfeuer der Kritik. Einige Journalisten warfen Loach vor, die Geschichte verzerrt darzustellen und dabei die Iren zu romantischen Helden und die Briten zu Sadisten zu stilisieren. Diese Vorwürfe verloren allerdings schnell ihre Schlagkraft, weil die Journalisten zugeben mussten beziehungsweise entlarvt wurden, den Film gar nicht gesehen zu haben. Die sehr guten Kritiken und der Gewinn der Goldenen Palme bei den Filmfestspielen in Cannes 2006 lenkten die Aufmerksamkeit dann schnell auf die unbestrittene künstlerische Qualität der Produktion.

Loach beschönigt in seinem freudlosen und kompromisslosen Werk mit dem hervorragenden Hauptdarsteller Cillian Murphy nichts, hellt es aber mit hinreißender Photographie und flottem Tempo auf.

Neben der Goldenen Palme gewann "The Wind That Shakes the Barley" den Europäischen Filmpreis für Kameramann Barry Ackroyd. Zudem war er als "Bester Film", für Regisseur Ken Loach, Drehbuchautor Paul Laverty und Hauptdarsteller Cillian Murphy nominiert. Bei den Irischen Filmpreisen gewann der Streifen als "Bester Film" und für Nebendarsteller Liam Cunningham. Mit weltweit 25 Millionen Dollar Umsatz wurde das Werk Ken Loach's erfolgreichster Film.

Eine Zuschauerin schwärmt: "Nicht nur einer der besten Filme über einen inneren Konflikt, sondern über den Krieg als solchen. Alle die großen ethischen Dilemmata sind da: Greift man zu den Waffen, wenn die Freunde vor den eigenen Augen ermordet werden? Wen muss man töten außer dem direkten Feind? Muss man moralisch fragwürdige Verbündete in dem Kampf hinnehmen? Wann ist der Punkt gekommen, den Kampf zu beenden? Was hofft man zu erreichen? Wird man nicht zu einem Abbild der Feinde, die man bekämpft? Nicht zuletzt ist der Film wunderschön gefilmt und gespielt und hält einen für über zwei Stunden in Bann. Mein Lob geht an alle Beteiligten."



"Poltergeist", RTL2, 22:20 Uhr
Das neue Heim einer Familie wird von Geistern gestört.

Ein geschickt gefilmter, schnörkellos geschriebener und - natürlich am wichtigsten für einen Horrorfilm - konstant Angst einjagender Film, hat sich diese Universal Pictures-Produktion aus dem Jahr 1982 als moderner Klassiker etabliert. Was als launige Satire auf den American Way of Life beginnt, entwickelt sich zu einem von gekonnten und aufwendigen Spezialeffekten unterfütterten Schreckensstreifen. Kritiker wie Zuschauer gefiel das 10 Millionen Dollar teure Werk, das mit weltweit 122 Millionen Dollar ein Riesenerfolg wurde und 1986 und 1988 Fortsetzungen und 2015 eine überflüssige Neuverfilmung erfahren sollte.

Schon während der Produktion und bis zum heutigen Tag ist allerdings umstritten, wem die Lorbeeren für diesen Erfolg gebühren. Im "Spielberg Summer" von 1982, als im Juni mit "E.T." und "Poltergeist" zwei mit dem Filmemacher verbundene Produktionen in die Kinos kamen, entbrannte eine Diskussion darüber, ob Produzent und Drehbuchautor Steven Spielberg selbst oder der offiziell im Vorspann genannte Regisseur Tobe Hooper ("The Texas Chainsaw Massacre") "Poltergeist" inszeniert hatten.

Vertraglich war es Steven von Universal Pictures untersagt, neben "E.T." parallel bei einem anderen Film Regie zu führen. Auch die Regiegewerkschaft untersuchte, wer denn nun das Megaphon in der Hand hatte. Während Spielberg damit kokettierte, dass er Hooper sozusagen zur Hand gegangen sei, bestand Tobe darauf, dass seine Version auf die Leinwand gelangt sei. In den folgenden Jahren gab es sich widersprechende Aussagen von Schauspielern und Crew-Mitgliedern, ob Spielberg die Dreharbeiten gekapert habe.

Steven schaltete in der Premierenwoche eine an Tobe Hooper gerichtete Anzeige, um den Gerüchten zu begegnen: "Bedauerlicherweise haben Teile der Presse die ziemlich einmalige kreative Beziehung missverstanden, die du und ich während der Dreharbeiten zu 'Poltergeist' geteilt haben. Ich habe deine Offenheit zu schätzen gewusst, mir einen weiten Spielraum für ein künstlerisches Engagement zu ermöglichen, genauso wie ich weiß, dass Du die Freiheit genossen hast, 'Poltergeist' so wunderbar zu inszenieren. Mit meinem Drehbuch hast du von Anfang an eine Vision dieses sehr intensiven Films akzeptiert und als Regisseur die Erwartungen erfüllt. Du hast dich die ganze Zeit verantwortungsvoll und professionell verhalten, und ich wüsche dir einen großen Erfolg für dein nächstes Projekt." Ein klares Dementi hätte anders geklungen...

Das Marketing und die öffentliche Wahrnehmung nahmen "Poltergeist" sowieso als Spielberg-Streifen wahr, was der Produktion sicher nicht zum Nachteil gereichte. Mit dem Gewicht seines Namens konnte Spielberg auch die zunächst von der Motion Picture Association of America verliehene Altersfreigabe "R" ("Restricted) per Widerspruch in ein "PG" umwandeln, was Jugendlichen den Besuch des Werks doch noch ermöglichte und die Kassen lauter klingeln ließ...

"Poltergeist" erhielt drei Oscar-Nominierungen: Für Komponist Jerry Goldsmith, die Visuellen Effekte und den Schnitt der Toneffekte. Richard Edlund gewann den Britischen Filmpreis für die Visuellen Effekte.

Eine Zuschauerin lobt: "Dieser Film ist voller Schreckmomente, besitzt Sinn für Humor und genügend Glibber für Horror-Fans. Man bekommt einige Chancen, Atem zu holen, aber wenn der Schrecken startet, gibt es kein Halten mehr. Die Schauspieler sind spitze! Die Chemie zwischen JoBeth Williams und Craig T. Nelson als Eltern ist wunderbar, Beatrice Straight erschafft eine großartige Parapsychologin, und Heather O'Rourke ist als kleine Carol-Anne ist einfach nur zum Knuddeln. P.S. Wer Angst vor Clowns hat, wird von diesem Film traumatisiert werden..."



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