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TV-Tipp für Mittwoch (17.10.): Jacques Dutronc malt bis zum Schluss

Arte zeigt "Van Gogh"

"Van Gogh", Arte, 20:15 Uhr
Die letzten zwei Monate im Leben Vincent van Goghs (Jacques Dutronc) von Ende Mai bis Ende Juli 1890 im nordfranzösischen Auvers-sur-Oise.

Das Werk und das Leben des niederländischen Malers Vincent van Gogh sind von endloser Faszination, wie die nicht enden wollenden Verfilmungen belegen: Im letzten Jahr startete der Oscar-nominierte britische Animationsstreifen "Loving Vincent", in diesem Jahr ist Willam Dafoe als van Gogh in "At Eternity's Gate" zu sehen gewesen.

Regisseur und Drehbuchautor Maurice Pialat ("Auf das, was wir lieben") widmete sich in seinem französischen Drama den letzten 67 Tagen des Malers, der seinem Leben am 29. Juli 1890 durch einen Pistolenschuss ein Ende setzte. Gerade in dieser Zeit flackerte das Lebenslicht des komplizierten Mannes noch einmal besonders hell, er verfiel in einen regelrechten Schaffensrausch. Van Gogh malte 80 Gemälde und zeichnete 60 Zeichnungen, darunter "Porträt des Dr. Gachet", "Marguerite Gachet am Klavier", "Die Kirche von Auvers", "Straße mit Zypressen", "Weizenfeld unter bewölktem Himmel" und "Weizenfeld mit Krähen".

Der porträtierte Dr. Gachet, van Gogh's Arzt, und dessen Tocher Marguerite, spielen in diesem Streifen prominente Rollen. Pialat ist sowieso weniger an berühmt-berüchtigten Vorfällen wie dem Versuch van Goghs, sich ein Ohr abzuschneiden, interessiert, sondern an den Beziehungen des Künstlers zu den ihn umgebenden Menschen. Er zeigt den Alltag des Malers, der mit seiner unangepassten Art überall aneckt. Auch die Bilder und deren Entstehung stehen bei diesem anti-melodramatischen und unsensationalistischen Werk weniger im Mittelpunkt. Maurice schildert statt dessen die sozialen Dynamiken des späten 19. Jahrhunderts, dessen Epoche er überzeugend rekonstruiert und die von den Kameramännern Gilles Henry und Emmanuel Machuel impressionistisch eingefangen wird. Die Darsteller, allen voran Jacques Dutronc in der Titelrolle, sind hervorragend.

Mit 1,3 Millionen Zuschauern in Frankreich wurde "Van Gogh" ein Erfolg. Die französische Filmwirtschaft schickte den Streifen als Anwärter auf den Academy Award für den "Besten fremdsprachigen Film" nach Hollywood, wo er indes nicht nominiert wurde. Dafür gewann Hauptdarsteller Jacques Dutronc den Französischen Filmpreis; weitere César-Nominierungen gab es für den Film, die Regie, das Drehbuch, die Nebendarsteller Bernard Le Coq und Gérard Séty, die "Besten Neuentdeckungen" Alexandra London und Elsa Zylberstein, die Kameramänner Gilles Henry und Emmanuel Machuel, die Ausstatter Philippe Pallut und Katia Wyszkop, die Kostümbildnerin Edith Vesperini und den "Besten Ton".

Ein Zuschauer schwärmt: "Ich habe jede goldene Minute dieses Films geliebt. Er ist ehrlich, einfühlsam und respektvoll gegenüber dem Künstler. Jedem, der van Gogh's Bilder liebt und einen unmittelbaren Eindruck seiner letzten Tage erleben will, steht ein wundervolles Erlebnis bevor. Anders als so viele Filmbiographien verkauft der Streifen kein theatralisches Getue an ein Massenpublikum, sondern respektiert seine Figur und behandelt sie menschlich und demütig."



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