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Ennio Morricone rückt "Playboy"-Interview zurecht

Autor gibt Fälschung zu

(15.11.2018) Update
Der Freie Journalist Marcel Anders hat gestern zugegeben, dass die von Ennio Morricone beanstandeten angeblichen Aussagen im "Playboy"-Interview "Quentin Tarantino kann mich mal" tatsächlich so nicht von dem italienischen Komponisten getätigt worden sind.

Anders sendete eine Entschuldigung an das Management von Morricone, das diese veröffentlichte: "Ich entschuldige mich beim Maestro und allen Beteiligten. Ich hätte mich an das in Rom geführte Originalinterview halten und nichts hinzufügen sollen, das inkorrekt ist. Das war ein schrecklicher Fehler. Bitte akzeptieren Sie meine Entschuldigung."

"Playboy"-Chefredakteur Florian Boitin erklärte dazu: "Ich habe allerhöchste Hochachtung vor Ennio Morricone und seinem musikalischen Lebenswerk. Und ich kann deshalb an dieser Stelle nur mein allergrößtes Bedauern ausdrücken, wenn durch die – man muss es so sagen: vorsätzlich unrichtigen Darstellungen – eines von uns beauftragten Autoren Herr Morricone in ein falsches Licht gerückt wurde. Wir werden an einer raschen und vollständigen Aufklärung des Sachverhaltes arbeiten sowie Strafanzeige wegen Betrugs gegen den Autoren stellen."

(14.11.2018) Chefredakteur räumt Fälschung ein
Gestern hat "Playboy"-Chefredakteur Florian Boitin zugegeben, dass das von Ennio Morricone als gefälscht gebranntmarkte Interview "Quentin Tarantino kann mich mal" mit der deutschen Ausgabe des "Playboy" in der Tat "nach jetzigem Kenntnisstand" so nicht stattgefunden hat. "Das im Interview gesprochene Wort ist von dem Autoren in Teilen nicht korrekt wiedergegeben worden." Man bedauere, "wenn Herr Morricone dadurch in ein falsches Licht gerückt worden sein sollte. Wir arbeiten weiter an der Aufklärung des Sachverhalts und prüfen rechtliche Schritte."

Noch einen Tag zuvor hatte ein Sprecher des Burda-Verlags erklärt, das Interview habe so am 30. Juni 2018 auf dem Anwesen des italienischen Komponisten in Gegenwart von Zeigen stattgefunden und der Freie Journalist sei ein dem Verlag bekannter "renommierter und untadeliger Print- und Hörfunk-Journalist".

(12.11.2018) Ennio Morricone: Keine Beleidigung von Quentin Tarantino
Es sind gute Schlagzeilen: Ennio Morricone, der italienische Komponist, der seit einem halben Jahrhundert weltweit bekannt ist, seitdem er seine Musik unter die Spaghetti-Western legte, hat in einem Interview mit dem deutschen "Playboy" Quentin Tarantino heruntergeputzt. Ausgerechnet den US-Filmemacher also, für dessen "The Hateful Eight" Morricone vor zwei Jahren seinen ersten Oscar gewann und der dann im selben Jahr bei der Enthüllung des Sterns auf dem Hollywood Walk of Fame für den vorgestern 90 Jahre alt gewordenen Künstler anwesend war.

Quentin sei ein "Kretin" und seine Werke "unorigineller Müll", schimpft Ennio in dem Interview. Auch habe er nicht mehr vor, in das "fürchterliche Amerika mit seinen aufgeblasenen Wichtigtuern, diesen Peinlichkeiten wie den Oscars und dem ganzen Firlefanz" zu reisen.

Der Ausbruch eines zornigen alten Mannes, der ausgerechnet die Hände beißt, die ihm entgegen gehalten wurden? Offenbar nicht - denn Morricone hat gestern eine Stellungnahme veröffentlicht, in der er die im "Playboy" getroffenen Aussagen in dem Interview mit dem Titel "Quentin Tarantino kann mich mal" als falsch darstellt.

"Es ist mir zugetragen worden, dass 'Playboy Germany' einen Artikel veröffentlicht hat, in dem ich mit extrem negativen Aussagen über Tarantino und seine Filme und die Academy zitiert werde. Ich habe diese negativen Aussagen niemals getätigt - und sehe Quentin's Filme mit Sicherheit nicht als Müll an. Ich habe meinen Rechtsanwalt in Italien beauftragt, zivil- und strafrechtliche Maßnahmen einzuleiten", so der Komponist. "Ich schätze Tarantino als großartigen Regisseur. Meine Zusammenarbeit mit ihm und die Beziehung, die wir während unserer gemeinsamen Zeit aufgebaut haben, schätze ich ebenfalls sehr. Er ist mutig und hat eine enorme Persönlichkeit. Ich schreibe meinen Oscar, der mit Sicherheit zu den größten Anerkennungen meiner Karriere gehört, unserer Zusammenarbeit zu und bin für immer dankbar für die Gelegenheit, Musik für seinen Film komponiert haben zu können. Während einer Pressekonferenz in London in Anwesenheit Tarantinos habe ich klar gesagt, dass ich Quentin für einen der größten Regisseure unserer Zeit halte, und ich würde niemals schlecht über die Academy reden - eine wichtige Institution, die mir zwei der wichtigsten Preise meiner Karriere gegeben hat."


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