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Jenseits von Eden - James Dean und Raymond Massey
Jenseits von Eden - James Dean und Raymond Massey

TV-Tipps für Sonntag (10.3.): James Dean wird zum Superstar

Arte zeigt "Jenseits von Eden"

Der Film, der James Dean über Nacht gleich in seiner ersten Hauptrolle zum Superstar und Ikone einer Generation werden ließ, läuft am Sonntagabend im Arte-Hauptprogramm: "Jenseits von Eden". Pro7 strahlt dann im Spätprogramm "X-Men: Erste Entscheidung aus", mit dem die "X-Men"-Saga neu gestartet wurde.

"Jenseits von Eden", Arte, 20:15 Uhr
Ein eigensinniger junger Mann (James Dean) wetteifert mit seinem Bruder (Richard Davalos) um die Aufmerksamkeit des Vaters (Raymond Massey), sucht den Kontakt zu seiner entfremdeten Mutter (Jo Van Fleet) und verliebt sich in die Freundin (Julie Harris) des Bruders.

"East of Eden" ist der einzige der drei Filme, die Hauptdarsteller James Dean noch selbst auf der Leinwand sehen sollte. Erstmals spielte der damals 24-Jährige eine Hauptrolle, aber schon ein halbes Jahr nach der Uraufführung des US-Dramas im März 1955 sollte der Akteur bei einem Autounfall ums Leben kommen.

Dean's Rolle als Cal war laut Regisseur Elia Kazan ("On the Waterfront") die "kongenialste Besetzung, die ich je gemacht habe": James musste seine schauspielerischen Muskeln nicht besonders anspannen, um den unsicheren jungen Mann voller unterdrückter Wut zu spielen, der verzweifelt um die Gunst seines Vaters wirbt, sondern konnte aus seinem eigenen Leben schöpfen. Für die Rollen des Bruders und der Mutter besetzte Kazan Theaterschauspieler wie Richard Davalos und Jo Van Fleet in ihren Leinwanddebuts und die ebenfalls eher im Theater arbeitende Julie Harris, so dass Warner Brothers Pictures zu Recht damit werben konnten, dass "viele neue Talente" für das Prestige-Projekt gewonnen werden konnten. Gedreht wurde im kalifornischen Mendocino.

"East of Eden" basierte auf dem gleichnamigen Bestseller von John Steinbeck aus dem Jahr 1952 oder besser gesagt auf dessen zweiter Hälfte. Den komplexen und langen Roman in Gänze auf die Leinwand zu bringen, war kaum möglich und selbst so basiert das Drehbuch von Paul Osborn nur noch recht vage auf dem Roman. Entscheidender war, dass Osborn und Kazan den Geist der Vorlage einfingen und auch beim Kinopublikum einen Nerv trafen, die den Streifen mit einem Umsatz von 5 Millionen Dollar zu einem großen Erfolg machten.

James Dean kam mit seiner beeindruckenden Darstellung, die viel von der Wut, dem Schmerz und Verwirrtheit der Teenager in den Fünfzigern einfing und widerspiegelte, wie eine Naturgewalt über das Publikum und wurde sofort zum Star. Aber das Werk überzeugt auch dank der anderen großartigen Schauspieler, der stimmungsvollen Photographie und Kazan's gutem Gespür für Zeit und Ort seiner Handlung.

Der Film erhielt gute Kritiken und einige Preise und Nominierungen: Jo Van Fleet gewann gleich für ihr Debut den Oscar als "Beste Nebendarstellerin"; nominiert waren Hauptdarsteller James Dean, der zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben war, Regisseur Elia Kazan und Drehbuchautor Paul Osborn. Der Film gewann den Golden Globe, ebenso posthum James Dean. Bei den Britischen Filmpreisen waren der Film, Hauptdarsteller Dean und Neuentdeckung Van Fleet nominiert. 2016 nahm die US-Library of Congress den Film als "kulturell, historisch oder ästhetisch bedeutsames" Werk ins National Film Registry auf, um es der Nachwelt zu erhalten.

Ein Zuschauer lobt: "Elia Kazan hat seinen Ehren-Oscar verdient, egal welche politischen Fehler er gemacht hat. Er hat ihn als einer der vordersten Künstler des Kinos verdient. Seine Fähigkeit, superbe Darstellungen von seinen Schauspielern zu erwirken, paart sich mit einer erstaunlichen Fähigkeit, diese Emotionen visuell abzubilden, durch Kamerawinkel, Beleuchtung und Symbole. Diesen Film muss man im Breitwandformat sehen, um seinen visuellen Stil wirklich würdigen zu können. Und dann sind da noch die Akteure: James Dean's herzzerbrechende Darstellung des von Eifersucht zerfressenden Cal; Jo Van Fleet's hervorragendes Porträt seiner Mutter; Richard Davalos unschuldig, jungfräulich, verloren; Raymond Massey, der nie besser war als in dieser vielschichtigen Darstellung. Ich bin nun viel älter als beim ersten Mal, als ich diesen Film gesehen habe - aber er beeindruckt mich immer noch sehr stark aufgrund der Sprachlosigkeit und des Bedürfnisses von Liebe zwischen Vater und Sohn. Die Beziehung zu meinem Vater hat sich verbessert, so dass ich den Streifen jetzt anders sehe, aber mit nicht weniger Gefühlen."



"X-Men: Erste Entscheidung", Pro7, 22:20 Uhr
1962 engagiert die US-amerikanische Regierung Mutanten mit übermenschlichen Fähigkeiten, um einen bösartigen Mutanten (Kevin Bacon) zu stoppen, der entschlossen ist, den Dritten Weltkrieg zu beginnen.

Bereits während der Produktion von "X-Men 2" im Jahr 2003 war bei 20th Century Fox die Idee aufgekommen, einen "X-Men"-Film über die jüngeren Mutanten zu drehen. Ein Jahr darauf sollte ein paralleles Projekt als Magneto-Spinoff angestoßen werden, in dem gezeigt wird, wie der junge Erik Lensherr alias Magneto seine Peiniger aus dem Konzentrationslager trifft und sich an ihnen rächt, wobei ihn sein ungezügelter Zorn in Gegnerschaft zu Charles Xavier alias Professor X bringt. Aus beiden Projekten wurde nichts, was unter anderem dem Streik der Drehbuchautoren 2007 und 2008 geschuldet war.

Nach der Enttäuschung von "X-Men: The Last Stand", dem dritten Teil, war aber 2006 auch deutlich geworden, dass mit dem bisherigen Schema keine großen Erfolge mehr zu erzielen sein würden. Fox packten das Wort "Reboot" auf den Schreibtisch. Produzent Simon Kinberg hatte den "X-Men"-Comic "X-Men: First Class" gelesen und riet, diesen Stoff zu verfilmen, der die "Junge Mutanten"-Idee mit der Hintergrundgeschichte von Erik Lensherr (Michael Fassbender) und Charles Xavier (James McAvoy) verband, die für das "Magneto"-Spinoff vorgesehen war. Das Projekt sollte 1962 zu Zeiten der Kuba-Krise spielen und so ein Prequel zu den bisherigen "X-Men"-Filmen bilden.

Fox wollten Bryan Singer, der die ersten beiden "X-Men" inszeniert hatte, als Regisseur gewinnen, doch der Filmemacher war bereits bei "Jack the Giant Slayer" gebunden und fungierte bei "X-Men: First Class" jetzt nur als Produzent. Stattdessen wandte sich das Studio an Matthew Vaughn, der bereits für "X-Men: The Last Stand" im Gespräch gewesen war und dessen "Kick-Ass" die Studiomanager und Produzenten überzeugte. Man versprach Vaughn, er könne die Reihe rebooten und dabei vorgehen, wie es ihm beliebte. Ein Angebot, das zu gut war, als dass es der Engländer ablehnen konnte. "Für mich ein Traumprojekt: Ich konnte zugleich einen 'X-Men'-Film, einen James Bond-Film und einen politischen Verschwörungsthriller à la John Frankenheimer drehen", so Vaughn, der auch am Drehbuch mitarbeitete.

Farbe, Lichtgestaltung und Ausstattung erinnern dabei in der Tat an die Bond-Streifen der sechziger Jahre. Fünf verschiedene Kameramänner und vier Regieassistenten sorgten dafür, dass der Streifen genau das Aussehen bekam, das dem Regisseur vorschwebte. Mit verschiedenen Tricks wurde der Atmosphäre eines Sechziger Jahre-Films zusätzlich nachgeholfen.

Gefilmt wurde in Oxford, London, Argentinien, Kanada, Los Angeles, der Mojave-Wüste und im US-Bundesstaat Georgia; die Innenaufnahmen entstanden sowohl in den britischen Pinewood Studios als auch bei 20th Century Fox in Los Angeles. Dabei wurden noch im April 2011 zusätzliche Szenen gedreht - zwei Monate vor der Premiere! Besonders für die Spezialeffekte-Künstler war der knappe Zeitplan eine Herausforderung. Für die 1150 Spezialeffekte hatten die sechs beteiligten Firmen etwa ein Jahr Zeit - bei einem vergleichbaren Film wie "Spider-Man" waren es laut Spezialeffekte-Designer John Dykstra gut zwei Jahre.

Doch der fertige Film verrät nichts von den Anlaufschwierigkeiten und der langen Vorproduktionsgeschichte mit den vielen im Brei rührenden Köchen - sechs Namen für Drehbuch und Handlung werden im Vorspann genannt - oder dem engen Drehplan. Dank eines starken Drehbuchs, der eleganten Inszenierung und der phantastischen Darstellungen einer perfekten Besetzung qualifizierte sich "X-Men: First Class" als einer der besten der Reihe. Die Kritiken waren gut, und die Zuschauer machten den 160 Millionen Dollar teuren Science Ficiton-Film mit weltweit 353 Millionen Dollar zu einem Erfolg, dem daher drei Jahre darauf mit "X-Men: Days of Future Past" die nächste Fortsetzung folgen sollte.

Kritiker Sean Means schrieb für "Salt Lake Tribune": "Der Film schafft es prima, der Superhelden-Legende treu zu bleiben und gleichzeitig etwas Frisches und Aufregendes zu erschaffen."



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