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Der Hobbit: Eine unerwartete Reise - James Nesbitt...Nori
Der Hobbit: Eine unerwartete Reise - James Nesbitt als Bofur, Martin Freeman als Bilbo Baggins, Stephen Hunter als Bombur, Graham McTavish als Dwalin, William Kircher als Bifur und Jed Brophy als Nori
© Warner Bros.

TV-Tipps für Sonntag (19.5.): Martin Freeman begibt sich auf eine unerwartete Reise

Sat1 zeigt "Der Hobbit"

Am Sonntagabend stellt sich Sat1 mit dem Auftakt der "Hobbit"-Trilogie dem TATORT im Hauptprogramm entgegen, während Arte "Babel", den Oscar-nominierten Abschluss von Alejando Gonzalez Inárittu's selbst ernannter Todestrilogie, ausstrahlt.

"Der Hobbit: Eine unerwartete Reise", Sat1, 20:15 Uhr
Der zaudernde Hobbit Bilbo Beutlin (Martin Freeman) macht sich mit einer Gruppe von Zwergen auf, die ihren Heimatberg und das Gold darin vom Drachen Smaug zurück erobern wollen.

Die Idee, "The Hobbit" zu verfilmen, hatte Regisseur Peter Jackson schon in den Neunzigern, aber wegen der schwierigen Lage der Verfilmungsrechte kam dies nicht zustande, und der Neuseeländer widmete sich dann Ende der Neunziger erstmal den "The Lord of the Rings"-Romanen. Nach dem gigantischen Erfolg der "Lord of the Rings"-Reihe, die von 2001 bis 2003 gelaufen war, wurde es 2006 ernst: New Line Cinema, das Studio hinter "The Lord of the Rings", hatten sich mit den Rechteinhabern von MGM zusammen getan und wollten nun mit Jackson und seinem Team an den Erfolg der "Ring"-Trilogie anknüpfen. Der Filmemacher hatte indes erst einmal genug von Mittelerde, trat deshalb den Regieposten an seinen mexikanischen Kollegen Guillermo del Toro ("Pacific Rim") ab und wollte die zum damaligen Zeitpunkt geplanten zwei "Hobbit"-Filme lediglich produzieren.

Del Toro und Jackson arbeiteten ab 2008 eng an der Konzeption der Werke zusammen, doch die finanziellen Schwierigkeiten des mitproduzierenden Studios MGM verzögerten die Dreharbeiten so lange, dass Guillermo schließlich keine Lust mehr hatte zu warten und ausstieg. Das führte zu der nahe liegenden Rochade, dass doch Ringmeister Jackson wieder die Zügel in die Hand nahm. Und nach dem Motto "Wenn schon, denn schon" entschied er, statt zwei wieder drei Teile zu drehen. Eine umstrittene Entscheidung, denn die Romanvorlage von J.R.R. Tolkien aus dem Jahr 1937 ist ein eher schmaler Band. Peter und seine beiden Drehbuchautorinnen Philippa Boyens und Fran Walsh behalfen sich, indem sie Motive aus "Lord of the Rings" und anderen Tolkien-Werken integrierten.

Wie die "Lord of the Rings"-Werke wurden die drei "Hobbit"-Streifen an einem Stück gedreht. Die Dreharbeiten fanden in Neuseeland und auch in den Londoner Pinewood Studios statt, wo die Szenen mit dem 89 Jahre alten Christopher Lee entstanden, den man nicht mehr um die halbe Welt fliegen lassen wollte. Im Gegensatz zu den ein Jahrzehnt zuvor produzierten "Lord of the Rings"-Filmen nutzte das Filmteam stärker digitale Effekte. So entstanden zum Beispiel die Orcs, die früher von Schauspielern in Masken verkörpert wurden, nun hauptsächlich am Computer.

Als "The Hobbit - An Unexpected Journey" 2012, neun Jahre nach dem dritten "The Lord of the Rings", als erster Part in die Kinos kam, wurde klar: Die Zuschauer hatten noch oder wieder viel Lust auf Mittelerde. Die etwa 200 Millionen Dollar teure Produktion erwirtschaftete weltweit 1,0 Milliarde Dollar, nur knapp weniger als der erfolgreichste "The Lord of the Rings"-Part "The Return of the King". Das erklärte sich allerdings eher durch die gestiegenen Ticketpreise - zum Teil auch durch die 3D-Aufschläge verursacht - denn an den Zuschauerzahlen gemessen konnte "The Hobbit" nicht mit den "The Lord of the Ring"-Meisterwerken mithalten.

Zweitens wurde aber auch deutlich, dass der Fantasy-Film qualitativ eine Etage unter "The Lord of the Rings" spielte. Die Kritiken waren gut, aber nicht enthusiastisch, gleiches galt für die Zuschauer. Das langsame Tempo beraubte die ernste und visuell prächtige Rückkehr von Peter Jackson nach Mittelerde teilweise ihrer Exzellenz. Die technische Brillanz schlug sich in drei Nominierungen für einen Academy Award nieder: Für die Ausstattung, die Maske und die Spezialeffekte.

Kritiker Matthew Pejkovic lobte in "Matt's Movie Reviews": "Ein Wunder an Filmemacher-Zauberkunst und packenden Abenteuergeschichtserzählens, markiert dieser Film einen weiteren Triumph für Peter Jackson, der die Worte von J.R.R. Tolkien wieder mit geschickter und leidenschaftlicher Kunstfertigkeit zum Leben erweckt."



"Babel", Arte, 21:55 Uhr
Eine Amerikanerin (Cate Blanchett), mit ihrem Mann (Brad Pitt) auf einer Urlaubsreise in Marokko, wird das zufällige Opfer eines Anschlags in der Wüste. Während der Gatte verzweifelt ihren Transport in ein Krankenhaus zu organisieren versucht, spielen sich in Mexiko und Japan damit verbundene Familienschicksale ab.

Der mexikanische Regisseur Alejandro González Inárritu ("The Revenant") schloss mit diesem US-Drama seine "Todestrilogie" ab, die er mit "Amores Perros" und "21 Grams" begonnen hatte - und endet leicht versöhnlich. Die vier miteinander verzahnten Geschichten des Streifens, der in Japan, Marokko, Mexiko und den Vereinigten Staaten spielt, beschreiben die Kommunikationsstörungen und Missverständnisse von Menschen verschiedener Kulturen. Es gibt keine Bösewichte, sondern nur Opfer von Schicksal und Zufall. Die traurigen Geschichten verwebt Inárittu zu einem ausgereiften und multidimensionalen Werk des Fatalismus von überwältigender Bildkraft und Authentizität.

Alejandro setzte bei seinem dritten Film auf das Team, mit der er bereits seine ersten beiden Produktionen realisiert hatte: Drehbuchautor Guillermo Arriaga, Kameramann Rodrigo Prieto, Komponist Gustavo Santaolalla und Ausstatterin Brigitte Broch. Das Budget von 20 Millionen Dollar musste der Filmemacher, der seinen Streifen auch mitproduzierte, bei verschiedenen Produktionsgesellschaften zusammen kratzen. Gedreht wurde vor Ort in Ibaraki und Tokio in Japan, in El Carrizo, Sonora und Tijuana in Mexiko, in Ouarzazte und Tanguenzalt im Atlas-Gebirge von Marokko und in San Diego und San Ysidro im US-Bundesstaat California.

Der von überwiegend guten Kritiken begleitete "Babel" feierte 2006 seine Premiere bei den Filmfestspielen von Cannes, auf denen Inárritu mit dem Preis für seine Regie ausgzeichnet wurde - der Auftakt für weltweite Nominierungen und Preise. Bei den Academy Awards gewann Komponist Gustavo Santaolalla den Oscar; nominiert waren der Film, Regisseur Alejandro González Iñárritu, Drehbuchautor Guillermo Arriaga, die Nebendarstellerinnen Adriana Barraza und Rinko Kikuchi sowie die Cutter. Bei den Golden Globes gewann der Film; nominiert waren Regisseur Inárritu, Drehbuchautor Arriaga, die Nebendarstellerinnen Barraza und Kikuchi, Nebendarsteller Brad Pitt sowie Komponist Santaolalla. Bei den Britischen Filmpreisen gewann Komponist Santaolalla; nominiert waren der Film, Regisseur Inárritu, Drehbuchautor Arriaga, Kameramann Rodrigo Prieto, die Cutter und die Tontechniker.

Kritiker Matthew Pejkovic meinte in "Matt's Movies Reviews": "Ein wunderbar deprimierender Film über Verantwortung, Erlösung und die Konsequenzen von Handlungen von Menschen, unabhängig davon, wer sie sind und wo sie leben."



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