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Inglourious Basterds - Brad Pitt
Inglourious Basterds - Brad Pitt
© Universal Pictures Germany

TV-Tipp für Donnerstag (13.6.): Brad Pitt ritzt Nazis

Vox zeigt Meisterwerk "Inglourious Basterds"

"Inglourious Basterds", Vox, 22:55 Uhr
Im von den Deutschen besetzten Frankreich überkreuzt sich der Plan jüdischer US-Soldaten (angeführt von Brad Pitt), die Führung des Deutschen Reichs zu ermorden, mit denen Racheplänen einer Kinobesitzerin (Melanie Laurent).

Quentin Tarantino ("Pulp Fiction") tat sich schwer mit dem Drehbuch zu diesem US-Thriller. Bereits seit 1998 hatte er an der Geschichte gesessen und so viel Material angehäuft, dass es laut eigener Aussage für drei Streifen gereicht hätte. Ihm schwebte eine Mischung aus "The Dirty Dozen", "The Eagle Has Landed" und "The Guns of Navarone" vor - mit einem Schuss des obskuren "Hitler – Dead or Alive' aus dem Jahre 1942, in dem Hitler ein vorzeitiges fiktives Ende findet.

Doch der Filmemacher suchte über Jahre vergebens die richtige Form und einen passenden Schluss, und sein Projekt verschwand immer wieder in der Schublade. Statt dessen drehte Quentin in den nuller Jahren erst die beiden "Kill Bill"-Werke und seinen "Dead Proof"-Part zu "Grindhouse". Schließlich fand er mit den Weinstein Brothers Produzenten für seine Idee des im Zweiten Weltkriegs spielenden Streifens und setzte sich selbst eine Frist, indem er vertraglich zusicherte, "Inglourious Basterds" bis zu den Filmfestspielen in Cannes 2009 fertig zu stellen.

The Weinstein Company und Universal Pictures taten sich zusammen, um Tarantino das Budget in Höhe von 70 Millionen Dollar zu finanzieren. Gedreht wurde mit Unterstützung des Deutschen Filmförderfonds, der knapp 7 Millionen Euro beisteuerte, in Görlitz, in Paris, in Nauen, in Berlin-Spandau und hauptsächlich in den Babelsberger Filmstudios.

Tarantino drehte die einzelnen Segmente in den jeweiligen Landessprachen mit entsprechenden Schauspielern, wofür ihm alleine schon Applaus gebührt. Die Engländer und Amerikaner sprechen Englisch, die Franzosen Französisch und die Deutschen Deutsch. Daher treten auch für eine amerikanische Produktion mit 45 Mimen ungewöhnlich viele deutschsprachige Schauspieler wie Diane Kruger, Daniel Brühl, Til Schweiger, Gedeon Burkhard, August Diehl, Sylvester Groth und Martin Wuttke auf.

Doch der Geniestreich Tarantinos war die Besetzung des SS-Oberst Hans Landa mit dem Österreicher Christoph Waltz, der dem internationalen Publikum bis daher unbekannt war und hauptsächlich für das deutsche Fernsehen gearbeitet hatte, nachdem Tarantino ganz zu Beginn noch Leonardo DiCaprio in diesem Part gesehen hatte. Er sollte DiCaprio in seinem nächsten Film "Django Unchained" dann als Schurken besetzen. Waltz' grandiose Darstellung hob "Inglourious Basterds" nochmal auf eine neue Ebene und ist das sicherlich Erinnerungswürdigste dieses brutalen, zügellosen und ausgesprochen unterhaltsamen Nervenkitzels, mit dem der Regisseur wieder mal verschiedene Genres und zahllose Anspielungen nahtlos zu einem Meisterwerk verbindet.

Der Streifen wurde 2009 mit weltweit 321 Millionen Dollar Quentin Tarantino's bis dahin umsatzstärkster Streifen. Acht Oscar-Nominierungen gab es, gewinnen konnte alleine Christoph Waltz als "Bester Nebendarsteller". Er siegte ebenso bei den Golden Globes, den Britischen Filmpreisen, den Screen Actors Guild Awards und in Cannes - und erhielt in jenem Jahr eigentlich jede Auszeichnung, die es weltweit zu gewinnen gab. Ebenfalls nominiert waren der Film selbst, Regisseur Quentin Tarantino, sein Originaldrehbuch, Kameramann Robert Richardson, Cutterin Sally Menke, Tonschnitt und Tonmischung. Bei den Globes waren noch der Film, Regie und Drehbuch nominiert. Bei den Britischen Filmpreisen lagen Regie, Drehbuch, Kameramann Richardson, Cutterin Menke und die Ausstatter im Rennen.

Kritiker David Keyes lobte in "Cinemaphile": "Eine clevere, durchdachte und verblüffende Mischung aus Weisheit und Pose, die kühne Risiken eingeht, sich nicht um Konventionen schert und dann noch die Verwegenheit besitzt, mit dem letzten tolldreisten Höhepunkt die Geschichtsbücher umzuschreiben."



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