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A Beautiful Mind - Russell Crowe
A Beautiful Mind - Russell Crowe
© United International Pictures

TV-Tipps für Sonntag (22.9.): Russell Crowe zwischen Genie und Wahnsinn

Arte zeigt Meisterwerk "A Beautiful Mind"

Meisterwerk-Alarm auf Arte. Im Hauptprogramm läuft dort der Oscar-Sieger "A Beautiful Mind" mit einem genialen Russell Crowe. Die Woche schließt auf 3sat im Nachtprogramm mit dem französischen Thriller "Abschied in der Nacht" mit Romy Schneider ab.

"A Beautiful Mind", Arte, 20:15 Uhr
Der brillante, aber einzelgängerische Mathematiker John Nash (Russell Crowe) nimmt eine geheime Entschlüsselungsarbeit für die US-Regierung an, was seinem Leben eine alptraumhafte Wendung gibt.

Dieses US-Drama aus dem Jahr 2001 ist zweifelsohne der bisherige Karrierehöhepunkt von Russell Crowe. Der Australier gewann in der Preisverleihungssaison 2001/02 so ziemlich alles, was es zu gewinnen gab, darunter den Golden Globe, Britischen Filmpreis und Screen Actors Guild Award und war für den Oscar nominiert. Seine Leistung ist der Hauptgrund, sich diese Quasi-Autobiographie des amerikanischen Mathematikers und Nobelpreisträgers von 1994 anzusehen, die zugleich eine bewegende Liebesgeschichte und ein erhellender Blick auf eine geistige Erkrankung ist.

Vater der Universal Pictures-Produktion war Produzent Brian Grazer, der im Magazin "Vanity Fair" einen Auszug aus der Nash-Biographie "A Beautiful Mind" von Sylvia Naser aus dem Jahr 1998 gelesen hatte, sofort das Kinopotential erkannte und die Verfilmungsrechte erwarb.

Was dann letztlich auf der Leinwand erschien, hatte indes nur noch bedingt mit dem wahren Leben des Mathematikgenies, bei dem mit 31 Jahren eine paranoide Schizophrenie diagnostiziert wurde, zu tun. Drehbuchautor Akiva Goldsman ("The Dark Tower") und Regisseur Ron Howard ("Rush") ließen viele Details weg und erfanden manche hinzu. So hatte der Mathematiker keine visuellen, sondern nur audielle Wahnvorstellungen. Gegen die aufkommende Kritik, dass ihr Streifen die Biographie verfälsche, wehrten sie sich mit dem Argument, sie hätten nie eine getreue Wiedergabe der Lebensgeschichte intendiert.

Howard drehte für 58 Millionen Dollar vor Ort in den US-Bundesstaaten New Jersey und New York, dabei auch an der Princeton University, an der Nash lehrte.

"A Beautiful Mind" erhielt gute, keine überragenden Kritiken, kam aber hervorragend beim Publikum an. Mit weltweit 313 Millionen Dollar Umsatz wurde das Meisterwerk ein großer Erfolg, was dem Preissegen sicherlich nicht hinderlich war. Der Film, Regisseur Ron Howard, Drehbuchautor Akiva Goldsman und Nebendarstellerin Jennifer Connelly erhielten den Oscar; nomiert waren Hauptdarsteller Russell Crowe, Komponist James Horner, die Cutter und die Maskenbildner. Bei den Golden Globes gewannen der Film, Drehbuchautor Goldsman, Hauptdarsteller Crowe und Nebendarstellerin Connelly; nominiert waren Regisseur Howard und Komponist Horner. Bei den Britischen Filmpreisen gewannen Hauptdarsteller Crowe und Nebendarstellerin Connelly; nominiert waren der Film, Regisseur Howard und Drehbuchautor Goldsman.

Kritiker Matthew Pejkovich pries in "Matt's Movie Reviews": "Zyniker werden den Film hassen, aber andere werden ihn zurecht als eine große cineastische Errungenschaft sehen, die durch exzellente Darstellungen, großartige Inszenierung, eine bewegende Musik und exquisite Photographie gestützt wird."



"Abschied in der Nacht", 3sat, 00:10 Uhr
Ein französischer Arzt (Philippe Noiret) rächt sich im Sommer 1944 an deutschen SS-Soldaten, die seine Frau und Tochter vergewaltigt und ermordet haben.

Das schlimmste Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg in Westeuropa war das Massaker der SS an der Zivilbevölkerung des französischen Dorfes Oradour-sur-Glane als Vergeltung für Partisanenanschläge. Mit 642 Opfern wurden nahezu alle Einwohner ermordet; es gab nur 36 Überlebende. Das Dorf wurde völlig zerstört.

Regisseur und Drehbuchautor Robert Enrico nutzte das Ereignis als Aufhänger dieses französischen Thrillers, der in Rückblenden erzählt ist und die Hoffnungslosigkeit der Kriegsgeneration plastisch und blutig darstellt. "Le vieux fusil" - "Das alte Gewehr", so der Originaltitel, unter dem die Produktion auch in der DDR lief - wurde in Paris, in Biarritz und in Bruinquel in den Pyrenäen und in Montabaun in der Region Region Okzitanien gedreht.

Mit 3,3 Millionen Zuschauern wurde er 1975 ein großer Erfolg, erhielt gute Kritiken und bekam bei den 1976 erstmals verliehenen Französischen Filmpreisen drei Césars: Als "Bester Film", für Hauptdarsteller Philippe Noiret und für Komponist François de Roubaix; nominiert waren zudem Regisseur Robert Enrico, sein Drehbuch, Kameramann Étienne Becker, Cutterin Eva Zora und Tontechniker Bernard Aubouy.

In Westdeutschland kam der Streifen in einer anderen Fassung in die Kinos. Im vorauseilenden Gehorsam, um die kommerziellen Ziele beim bundesrepublikanischen Publikum nicht zu sehr zu mindern, wurden hier die Deutschen weniger menschenverachtend gezeigt und besonders brutale Szenen entfernt. In der DDR kam der Streifen dagegen ohne Schnitte auf die Leinwände. Erst 2007 konnten auch im Westteil Deutschlands Zuschauer die Originalfassung auf Disc sehen. Allen Fassungen gemein ist, dass man hier Romy Schneider zwar sieht, aber nicht ihre Stimme hört. Die deutsche Schauspielerin synchronisierte sich nicht selbst.

Eine Zuschauerin schwärmt: "Bewegend, aufregend, erschütternd. Dieser Film ist ein Kunstwerk mit wunderbaren Schauspielern. Mir gefällt das Tempo, das zur Spannung beiträgt und dem Zuschauer hilft, mit der Hauptfigur mitzufühlen, wobei Philippe Noiret langsam zu so einem Menschen wird, wie denen, die er jagt. Vor allem aber ist das eine Liebesgeschichte, die zur falschen Zeit am falschen Ort stattfindet. Die Szene, die diesen Streifen wirklich ausmacht, ist der Mord an einem deutschen Offizier durch einen Spiegel. Ein Beispiel für pures Kino, mit dem Dialogen auf ein Minimum begrenzt."



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