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Bavaria - Traumreise durch Bayern - Joseph Vilsmaier
Bavaria - Traumreise durch Bayern - Joseph Vilsmaier
© Concorde

Joseph Vilsmaier ist tot

"Stalingrad"-Regisseur wurde 81 Jahre alt

Der deutsche Produzent, Regisseur, Drehbuchautor und Kamaramann Joseph Vilsmaier ist gestern im Alter von 81 Jahren in seinem Geburtsort München gestorben, wie seine Familie der Deutschen Presseagentur mitgeteilt hat. Vilsmaier gehörte mit Werken wie "Herbstmilch", "Stalingrad", "Schlafes Bruder" und "Comedian Harmonists" zu den kommerziell und künstlerisch erfolgreichsten deutschen Filmemachern.

Joseph Vilsmaier wurde am 24. Januar 1939 geboren, besuchte ein Internat in der Nähe von Augsburg und absolvierte eine Ausbildung beim Filmkameraherstller Arnold & Richter (ARRI), studierte dann aber neun Jahre am Konservatorium München Musik mit Schwerpunkt Klavier.

1961 stieg er als Kameraassistent in die Filmbranche ein und arbeitete ab 1970 im Fernsehen als Kameramann, photographierte zum Beispiel für die Serien "Graf Yoster gibt sich die Ehre", "Nonstop Nonsens", "Rote Erde", "Auf Achse" und zehn "TATORT"-Folgen. Für "Didi auf vollen Touren" im Jahr 1986 stand er erstmals für einen Kinofilm hinter der Kamera.

1989 gab er dann sein erfolgreiches Regiedebut mit dem Drama "Herbstmilch", bei dem seine Frau Dana Vávrová die Hauptrolle übernahm. Für sein Debut erhielt er gleich eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis. Es folgten 1991 "Rama dama" und 1993 der international beachtete "Stalingrad". Ebenfalls ein großer Erfolg wurden 1995 beziehungsweise 1997 die Dramen "Schlafes Bruder", der für den Golden Globe nominiert wurde und den Deutschen Filmpreis in Silber hinter "Der Totmacher" erhielt, und "Comedian Harmonists", den er auch selbst filmte und für den er als Kameramann für den Europäischen Filmpreis nominiert wurde. Für seine Regie wurde er wiederum für den Deutschen Filmpreis nominiert. 2003 gründete er die Deutsche Filmakademie mit, die den Deutschen Filmpreis auslobt.

In den letzten beiden Jahrzehnten wechselte Vilsmaier zwischen Kino und Fernsehen. Auf die große Leinwand kamen zum Beispiel "Marlene" im Jahr 2000, "Der letzte Zug" 2006, "Die Geschichte vom Brandner Kaspar" 2008 und "Nanga Parbat" 2010. Nach zwei Dokumentarfilmen "Bavaria - Traumreise durch Bayern" 2012 und "Österreich - Oben und unten" 2015 hat er zuletzt die Komödie "Der Boandlkramer und die ewige Liebe" mit Michael Herbig gedreht, die am 5. November 2020 in die Kinos kommen soll.

Joseph Vilsmaier hinterlässt seine drei Töchter Janina, Theresa und Josefina, die allesamt Schauspielerinnen geworden sind.


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