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TV-Tipp für Mittwoch (24.1.): Joseph Vilsmaier leitet die Kriegswende ein

Arte zeigt "Stalingrad"

"Stalingrad", Arte, 20:15 Uhr
Deutsche Soldaten werden im Sommer 1942 aus Italien an die Ostfront versetzt und in die Schlacht um Stalingrad verwickelt.

Regisseur und Drehbuchautor Joseph Vilsmaier machte sich 1992 an ein deutsches Trauma: Stalingrad. Im Nachhinein war es einer der Wendepunkte des Zweiten Weltkriegs, der die Niederlage des Dritten Reiches und seiner Vernichtungsideologie einleitete. Vom Verlust einer ganzen Armee mit rund 300 000 Soldaten, die starben oder in Gefangenschaft gingen, sollte sich die Wehrmacht nicht mehr erholen und befand sich ab dem Jahreswechsel 1942/43 in der permanenten Defensive, die bis zum bitteren Ende in den Straßen Berlins andauern sollte.

Ob man dieses Geschehen positiv betrachtet als Beginn des Endes eines Unrechtsregimes, das die Sowjetunion überfallen und unbeschreibliche Verbrechen auch an der Zivilbevölkerung begangen hatte, oder eher negativ als ein Inferno aus Gewalt, Tod und Kälte, das den einzelnen Soldaten widerfuhr, die auch irgendeines Mann, Sohn oder Vater waren, ist das Spannungsfeld, in das sich noch jede deutsche Produktion, die sich dem Zweiten Weltkrieg widmet, begeben musste.

Und so ist auch diese 20 Millionen Mark teure Bavaria-Produktion nicht unumstritten gewesen, und inwieweit man sie als inhaltlich gelungen bezeichnen kann, liegt vermutlich im Auge des Betrachters. Fest steht, dass sie beim Publikum hoch in der Gunst steht und 1993 mit 1,3 Millionen Zuschauern in den hiesigen Kinos auch ein Erfolg war.

Vilsmaier drehte in Finnland, Italien und der Tschechoslowakei und war sehr auf historische Genauigkeit bedacht. Zu diesem Zwecke war unter anderem ein Militärhistoriker bei den Dreharbeiten stets anwesend. Der aufwendig produzierte und brillant photographierte Abenteuerfilm personifiziert das Schlachtgeschehen anhand der Erlebnisgeschichten von fünf Soldaten und bemüht sich sichtlich, als Anti-Kriegs-Film zu positionieren, indem er den völligen Wahnsinn und die Brutalität dieser Schlacht schonungslos zeigt, ohne eine besonders originelle oder fesselnde Handlung bieten zu können.

Ein Zuschauer schwärmt: "Dieser Film unterscheidet sich angenehm von Hollywood-Kriegsfilmen. Er hat eine andere Struktur und zeigt den Schrecken, die Ungewissheit und die Verwirrung in einer Schlacht, statt zu zeigen, wie heldenhaft und aufregend das Kampfgeschehen sein kann. Er ist einfach ehrlich."



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