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Unter dem Sand - Das Versprechen der Freiheit -...ngen
Unter dem Sand - Das Versprechen der Freiheit - Unteroffizier Carl Rasmussen (Roland M ller) und seine Jungen
© Koch Media © 24 Bilder / Fotografin: Camilla Hjelm

TV-Tipp für Freitag (8.5.): Roland Moller befehligt den Feind

ZDF zeigt "Unter dem Sand"

"Unter dem Sand", ZDF, 00:00 Uhr
Eine Gruppe deutscher Kriegsgefangener wird nach Ende des Zweiten Weltkriegs gezwungen, die Tausenden von Landminen zu entfernen, welche die Wehrmacht an den dänischen Stränden eingegraben hatte.

Es gibt kein Schwarzweiß, und viele Gewissheiten schwanken, wenn Filmemacher ihr emotionales Brennglas auf Begebenheiten und Menschen halten. Dieses dänische Drama wurde als Tabubruch empfunden, weil es Deutsche als Opfer zeigte - nachdem diese Deutschen Dänemark 1940 überfallen und bis zum Ende des Zweiten Weltkrieg 1945 besetzt gehalten hatte.

Regisseur und Drehbuchautor Martin Zandvliet nutzte ein vergessenes und verdrängtes historisches Kapitel aus der Nachkriegszeit, um eine schonungslose Geschichte zu erzählen, deren Betrachtungen über Blutvergießen und Vergebung zeitlos sind.

Obwohl die Genfer Konvention von 1929 jede Art von Zwangsarbeit für Kriegsgefangene verbietet, erklärte das britische Militär 1945 in Abstimmung mit der dänischen Regierung einen Teil seiner deutschen Kriegsgefangenen zu "Freiwilligem Personal des Feindes", um die rund 2 Millionen Minen des "Atlantikwalls" von den dänischen Stränden räumen zu lassen. Für die Zwangsarbeit rekrutierten die Dänen etwa 2000 deutsche Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren, die in den Todeszuckungen des Dritten Reiches noch schnell von der Schulbank eingezogen worden waren. Sie waren weder für das Minenräumen ausgebildet, noch hatten sie entsprechendes Gerät. Vom 11. Mai bis zum 4. Oktober 1945 räumten die Kriegsgefangenen laut militärischen Dokumenten rund 1,4 Millionen Minen. Von den 2000 Deutschen starben dabei etwa die Hälfte.

Der Film wurde an Originalschauplätzen gedreht, so in Oksbollejren, wo das größte Kriegsgefangenenlager stand, und auf den Stränden bei Varde, wo das Produktionsteam auf eine vergessene echte Mine stieß.

"Under sandet" wurde 2015 von der Kritik begeistert aufgenommen und ein Riesenerfolg in Dänemark. Der Streifen war 2017 für den Academy Award als "Bester fremdsprachiger Film" nominiert, unterlag aber dem iranischen "Forushande" ("The Salesman"). Kamerafrau Camilla Hjelm erhielt den Europäischen Filmpreis; nominiert waren Kostümbildnerin Stefanie Bieker und Maskenbildnerin Barbara Kreuzer. Bei den Dänischen Filmpreisen wurden der Film, Regie, Drehbuch, Kamerafrau Hjelm und die Cutter Molly Marlene Stensgaard und Per Sandholt prämiert.

Kritiker Alastair Harkness schrieb in "Scotsman": "Der Film wird von großartigen Darstellern angetrieben - sowohl von den jungen deutschen Schauspielern als auch von Roland Moller als der Furcht erregende, aber zunehmend mitfühlende dänische Befehlshaber."



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