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The Blind Side - Sandra Bullock
The Blind Side - Sandra Bullock
© Warner Bros.

TV-Tipps für Samstag (1.8.): Sandra Bullock bietet eine große Chance

Pro7 zeigt "The Blind Side"

Am Samstagabend punkten die Privaten mit den sehenswertesten Streifen gleich im Hauptprogramm. Spielfilm-Fans haben die Wahl zwischen Science Fiction mit "Men in Black 3" auf Sat 1 oder dem Drama "The Blind Side", für das Sandra Bullock den Oscar erhielt.

"Men in Black 3", Sat1, 20:15 Uhr
Agent J (Will Smith) reist ins Jahr 1969 in die frühen Tage der Men in Black zurück, um einen Außerirdischen daran zu hindern, seinen Freund Agent K (Josh Brolin und Tommy Lee Jones) zu töten.

Dass "MIB 3" - so der Kurztitel in den USA - 2012 in die Kinos kam, war eine Überraschung. Denn seit der zweiten US-Komödie um die Geheimagenten, die gegen Außerirdische vorgehen, die unerkannt auf der Erde leben, waren zehn Jahre vergangen. Und nach der Enttäuschung des mäßigen zweiten Teils war der Ruf nach einem dritten Part nicht gerade deutlich vernehmbar gewesen.

Doch Columbia Pictures wollten das Kalb noch einmal melken lassen - und überraschender Weise ging der Plan auf. Obwohl das Unterfangen mit 225 Millionen Dollar Produktionskosten absurd teuer geriet, konnte "Men in Black 3" mit weltweit 624 Millionen Dollar einen Gewinn einspielen - und fast so viel wie das Original und deutlich mehr Zuschauer als der zweite Teil verbuchen.

Dabei hatten die Produzenten mit der Unlust von Tommy Lee Jones zu kämpfen, der eigentlich nicht ein drittes Mal Agent K verkörpern wollte und nur für einen Gastauftritt zur Verfügung stand. Etan Cohen und Lowell Cunningham schrieben in ihrem Drehbuch drumherum, indem sie Will Smith in die Vergangenheit des Jahres 1969 schicken, wo er auf Jones' Alter Ego Josh Brolin trifft.

Wie bei den ersten beiden Teilen führte Barry Sonnenfeld Regie und ihm gelang trotz großer Mühen, überhaupt das Drehbuch während der sich in die Länge ziehenden Dreharbeiten fertig zu stellen, das Unerwartete: Die Erwartungen zu übertreffen - die Kritiken zu "MIB 3" waren überwiegend positiv. Die Kreaturen wurden dabei weniger durch Computereffekte, sondern wie zuvor durch Meister-Maskenbildner Rick Baker erschaffen.

"Wenn er auch ein bisschen zusammengestoppelt wirkt, konzentriert sich der Film doch erfolgreich darauf, nicht nur den Stil, sondern auch die Seele des Originals einzufangen", schrieb Kritiker Tim Grierson für "Deadspin".



"The Blind Side", Pro7, 20:15 Uhr
Michael Oher (Quinton Aaron), ein obdachloser und traumatisierter Jugendlicher, entwickelt sich dank der Hilfe einer fürsorglichen Frau (Sandra Bullock) und ihrer Familie zu einem der besten Football-Spieler der USA, der am Draft Day der National Football League gleich in der ersten Runde von einem Profiverein gewählt wird.

Vom Tellerwäscher zum Millionär - Amerika liebt diese Geschichten, und "The Blind Side" hat den Vorzug, eine wahre zu erzählen. Michael Oher wurde 2004 von Leigh Anne and Sean Tuohy bei sich aufgenommen und schließlich adoptiert. 2009 verpflichteten ihn die Baltimore Ravens; bis zum Sommer 2017 spielte Oher bei den Carolina Panthers.

2006 hatte der Journalist Michael Lewis die außergewöhnliche Jugend des Sportlers in dem Sachbuch "The Blind Side - Evolution of a Game" geschildert, das Regisseur und Drehbuchautor John Lee Hancock ("The Highwaymen") zur Grundlage seines Dramas machte, das er für 29 Millionen Dollar im US-Bundesstaat Georgia drehte.

Im Film wirken einige ehemalige und damals aktuelle Football-Trainer mit. Für die Hauptrolle wollten Warner Brothers Julia Roberts, die aber ablehnte. Stattdessen nahm Sandra Bullock den Part an, verzichtete dafür sogar auf einen Teil ihrer sonst üblichen Gage und akzeptierte statt dessen eine Gewinnbeteiligung. Das sollte sich für die Schauspielerin mehr als bezahlt machen.

"The Blind Side" schaffte dank hervorragender Mundpropaganda das seltene Kunststück, in seiner dritten Woche an die Charts-Spitze der US-Top Ten zu kommen. Erstmals überschritt ein Film, der nur mit dem Namen einer Darstellerin beworben wurde, die 200 Millionen Dollar-Marke in den USA und wurde mit insgesamt 256 Millionen Dollar 2009 ein riesiger Erfolg in den amerikanischen Kinos. Im Ausland kamen nochmal bescheidene 53 Millionen Dollar hinzu. Dazu gewann Bullock den Oscar und den Golden Globe als "Beste Hauptdarstellerin"; der Film selbst war als bester des Jahres für den Academy Award nominiert.

Die Kritiken waren freundlich, aber nicht so enthusiastisch wie die der Zuschauer. Manche Rezensenten monierten, dass hier wieder einmal Weiße einen Afro-Amerikaner retteten, was als rassistisch empfunden wurde. Doch die Filmemacher konnten zu Recht darauf verweisen, dass die starke Geschichte sich wirklich so zugetragen hatte. Die überragende Leistung von Sandra tat dann noch ihr Übriges zum Erfolg.

Kritiker Matt Neal schrieb in "The Standard": "Eine zuckersüße Geschichte, der es an echter Spannung oder Dramatik fehlt und die wiederholt in kitischige Gefilde abzugleiten droht, es aber irgendwie, einfach durch ihre tollkühne Herzensgüte schafft, durchgängig unterhaltsam zu sein."



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