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Anatomie eines Mordes - Lee Remick, James Stewart und...azzara
Anatomie eines Mordes - Lee Remick, James Stewart und Ben Gazzara

TV-Tipp für Montag (2.11.): James Stewart recherchiert der Wahrheit hinterher

Arte zeigt "Anatomie eines Mordes"

"Anatomie eines Mordes", Arte, 20:15 Uhr
Ein Anwalt (James Stewart) müht sich mit der Verteidigung eines des Mordes Beschuldigten (Ben Gazzara), der behauptet, dass er einen Mann im Affekt umgebracht hat, nachdem dieser seine Frau (Lee Remick) vergewaltigt habe.

Dies ist wohl der bekannteste und beste Film des österreichischen Regisseurs Otto Preminger, der seit 1935 in Hollywood arbeitete. Der US-Kriminalfilm ist auch einer der besten Gerichtsfilme aller Zeiten, nicht zuletzt nach Ansicht der Amerikanischen Anwaltskammer, die dies in einer Bestenliste begründete: "Der wahre Höhepunkt des Films ist seine Fähigkeit zu zeigen, wie eine Verteidigung in einem schwierigen Fall vorgeht. Wie viele Gerichtsfilme würden es wagen, so viel Zeit darauf zu verwenden, Rechtsanwälten dabei zuzusehen, was sie am meisten tun und am wenigsten mögen - zu recherchieren?"

Preminger inszeniert brillant eine angespannte Atmosphäre und eine zum Nachdenken anregende Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht. 1952 hatte Rechtsanwalt John D. Voelker in einem Mordfall verteidigt und seine Erfahrungen sechs Jahre später unter dem Pseudonym Robert Traver als Roman "Anatomy of a Murder" verarbeitet.

Otto drehte an verschiedenen Orten im US-Bundesstaat Michigan, darunter im Gerichtsgebäude der Kleinstadt Marquette. Den Richter spielte der reale Anwalt Joseph N. Welch, flankiert von den großartigen Leistungen von George C. Scott und James Stewart.

Wie so häufig, ging Preminger an die Grenzen des bis dahin im US-Kino Zeig- und Sagbaren, was die Stadt Chicago die Columbia Pictures-Produktion vorübergehend sogar verbieten ließ. Den katholischen Zuschauern hatten die Ohren geklingelt, als erstmals Worte wie "Verhütung", "Höhepunkt" und "Spermatogenese" auf einer Leinwand erklangen.

"Anatomy of a Murder" erhielt 1959 gute Kritiken und wurde ein großer Erfolg an den Kinokassen. James Stewart erhielt den Coppa Volpi als "Bester Darsteller" auf den Internationalen Filmfestspielen von Venedig. Ansonsten gab es reichlich Nominierungen, aber keine Preise für das Werk. Bei den Academy Awards lagen der Film, Drehbuchautor Wendell Mayes, Hauptdarsteller James Stewart, die Nebendarsteller Arthur O' Connell und George C. Scott, Kameramann Sam Leavitt und Cutter Louis R. Loeffler im Rennen. Golden Globes-Nominierungen gab es für den Film, Regisseur Otto Preminger, Hauptdarstellerin Lee Remick und Nebendarsteller Joseph N. Welch. Nomierungen für den Britischen Filmpreis gingen an den Film, Hauptdarsteller Stewart und Nebendarsteller Welch.

2012 nahm die US-Library of Congress den Film als "kulturell, historisch oder ästhetisch bedeutsames Werk" in das National Film Registry auf, um es der Nachwelt zu erhalten.

Eine Zuschauerin lobt: "Man sollte vermuten, dass ein Film über einen Mord in einer Kleinstadt eine einfache Geschichte erzählt, aber der Streifen ist alles andere als simpel. Die Handlung und die zwiespältige Moral lassen Zuschauer noch heute diskutieren, was wirklich geschehen ist. Die Schauspieler sind erstklassig. Während das Drehbuch verzwickt und interessant ist, spielt es nur eine zweite Geige, wenn man sich einfach zurücklehnen kann, um einem großartigen Team von Darstellern in Hochform bei ihrer Arbeit zuzusehen."



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