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Rocketman - Taron Egerton als Elton John
Rocketman - Taron Egerton als Elton John
© Paramount Pictures Germany © David Appleby

TV-Tipps für Ostermontag (5.4.): Taron Egerton geht ab wie eine Rakete

Pro7 zeigt FreeTV-Premiere "Rocketman"

Pro7 serviert am Abend des Ostermontags einen echten Kracher: Das Elton John-Musical "Rocketman" im Hauptprogramm als FreeTV-Premiere. Wer es jugendlicher und nostalgischer mag, findet parallel auf Kabel1 eine Alternative mit dem Original-"Karate Kid".

"Rocketman", Pro7, 20:15 Uhr
Der talentierte englische Komponist und Sänger Reginald Dwight alias Elton John (Taron Egerton) wird über Nacht zum weltweiten Superstar, was sein unerfülltes Privatleben aber nicht kompensieren kann.

Nachdem er 20th Century Fox im Vorjahr geholfen hatte, deren "Bohemian Rhapsody" als Ersatz für den gefeuerten Regisseur Bryan Singer erolgreich zu Ende zu bringen, konnte Dexter Fletcher mit "Rocketman" ganz allein verantwortlich eine Leinwandbiographie über einen englischen Superstar in Szene setzen - und bewies endgültig seine Meisterschaft am Megaphon.

Mit seinem "Eddie the Eagle"-Titeldarsteller Taron Egerton, der die Songs von Elton John neu interpretierte und selbst sang, entschied sich Fletcher aber für eine andere Herangehensweise als beim Freddy Mercury-Biopic - statt eines Dramas kleidete er die Handlung, die den Zeitraum von 1954 bis 1990 abdeckt, in einen Wirbelwind musikalischer Nummern aus Elton John-Songs. Sein britisches Musical erfasst die Höhen und Tiefen eines Popstar-Lebens dabei grandios, einfallsreich und anrührend - oft alles gleichzeitig.

Elton John hielt seine Vita bereits seit Anfang der nuller Jahre für leinwandwürdig. Das Problem war, dass der Künstler bis dahin ein Leben geführt hatte, das um eine Altersfreigabe "R" für "Restricted", die Jugendliche nur in Erwachsenenbegleitung ins Kino lässt, kaum herumgekommen wäre: Sex - und dazu noch homosexueller, den kein großes Hollywood-Studio sich bis dahin explizit im Kino zu zeigen getraut hatte -, Drugs und Rock'n Roll.

Und so wurde es mit einer Produktion bei Walt Disney Pictures nichts, die auf einer abgemilderten Version bestanden, die ein "PG-13" - Jugendliche ab 13 Jahren können mit einem Erwachsenen hinein - hätte erhalten können. Hier wäre Justin Timberlake als Elton John zu sehen gewesen, den der Sänger selbst für die beste Wahl hielt. Ebenfalls nicht einig wurde sich der Popstar 2014 mit Focus Features, die mit Regisseur Michael Gracey, der statt dessen dann "The Greatest Showman" filmen sollte, und Tom Hardy als Hauptdarsteller kalkulierten.

Es waren schließlich Paramount Pictures, die bereit waren, mit Fletcher und Egerton das 40 Millionen Dollar teure Budget zu finanzieren, ohne Drehbuchautor Lee Hall ("Cats") zu Kompromissen zu zwingen und ein "R"-Zertifikat zu akzeptieren. Und so erblickte die erste echte schwule Sexszene in einer Großproduktion das Licht der Leinwand, dazu etwas Drogenkonsum und einige Schimpfworte. In Deutschland war das für eine Altersfreigabe "Ab zwölf Jahren" gut - weswegen der Streifen nun auch zur Hauptsendezeit ausgestrahlt werden kann.

Gedreht wurde in den Bray Film Studios nahe Maidenhead in der Grafschaft Berkshire westlich von London, in der britischen Hauptstadt selbst und in Los Angeles.

"Rocketman" erhielt 2019 sehr gute Kritiken und wurde mit 195 Millionen Dollar ein weltweiter Erfolg, der allerdings "Bohemian Rhapsody" und dessen 904 Millionen Dollar nicht das Wasser reichen konnte. Der von Elton John und Bernie Taupin neu für den Film komponierte Song "I'm Gonna Love Me Again" erhielt den Academy Award und den Golden Globe. Der Globe ging auch an Hauptdarsteller Taron Egerton; der Film war nominiert. Nominierungen für den Britischen Filmpreis gingen an den Film, Hauptdarsteller Egerton, die Maskenbildner und die Tontechniker.

Kritiker Steven Prokopy schrieb in "Third Coast Review": "Im Zusammenhang mit Elton John's Leben erhalten viele seiner Lieder eine extra Bedeutung. Das Ergebnis wirkt phantasievoll und schlingert in den Bereich des magischen Realismus. Wenn das nicht perfekt passt, Elton John's Geschichte zu erzählen, dann weiß ich nicht, was es täte."



"The Karate Kid", Kabel1, 20:15 Uhr
Ein Martial Arts-Lehrer (Pat Morita) lehrt einen tyrannisierten Jugendlichen (Ralph Macchio) die Kampfkunst.

Dieses sympathische US-Drama ist die filmgewordene Definition eines sleeper hit. Dass die kleine, gerade mal 8 Millionen Dollar teure Columbia Pictures-Produktion einer der größten Erfolge des Jahres 1984 werden und weltweit 130 Millionen Dollar einspielen sollte, hatten sich ihre Macher wohl in den kühnsten Träumen nicht vorgestellt. Aber der Zuspruch - auch von den Kritikern - war wohlverdient.

"The Karate Kid" mag vollkommen vorhersehbar sein und sehr seiner Zeit verhaftet, aber die warme und aufrichtige Geschichte ist einfach unwiderstehlich. Zu verdanken ist das der effektvollen Inszenierung von John G. Avildsen ("Rocky") und der entspannten Chemie zwischen den Hauptdarstellern Pat Morita und Ralph Macchio, der den Vorzug vor vielen anderen Jungdarstellern - darunter Tom Cruise, Sean Penn, Robert Downey Jr., Charlie Sheen, Emilio Estevez, Nicolas Cage und Eric Stoltz - aufgrund seiner guten Leistung in "The Outsiders" erhalten hatte.

Für das Drehbuch kombinierte Robert Mark Kamen ("Angel Has Fallen") einen Zeitungsartikel über einen Jungen, der einen Schwarzen Gürtel erworben hatte, um sich gegen ihn mobbende Jugendlichen zu wehren, mit seiner eigenen Lebensgeschichte. Kamen hatte mit 17 Jahren Martial Arts bei einem japanischen Lehrer gelernt, nachdem er von Jugendlichen zusammen geschlagen worden war.

Nebendarsteller Pat Morita erhielt für seine Leistung Nominierungen für den Academy Award und den Golden Globe.

Auf "The Karate Kid" folgten drei Fortsetzungen - die ersten beiden wieder von Avildsen und Kamen und mit Macchio und Morita -, eine TV-Zeichentrickserie und eine TV-Serie sowie eine Neuverfilmung im Jahr 2010.

Ein Zuschauer meint: "Es gibt ein paar Filme, die eine Generation oder das Jahrzehnt prägen, in dem sie gemacht wurden. Dieser gehört dazu. Auch wenn er manchmal ein bisschen kitschig ist, macht er fast alles richtig: Die Handlung ist einfallsreich und inspirierend, und wenn der Abspann läuft, dann ist man fast körperlich 'drin' gewesen. Die Schauspieler - insbesondere Pat Morita - sind sehr unterhaltsam und sorgen sowohl für die treibende inspiererende Kraft als auch subtile komische Momente. Auch die Musik trägt zu dem positiven Erlebnis bei, wenn Bill Conti's Melodien jedes Gefühl in jeder Szene bis zum geht nicht mehr unterstreichen. Ein Meilenstein, der von jeder Altersklasse genossen werden kann. Jüngeren wird die Action gefallen, während 'die Großen' die einfache, aber wirkungsvolle Regie von John G. Avildsen zu schätzen wissen werden."



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