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TV-Tipp für Donnerstag (8.4.): Samal Yeslyamova spürt die Kälte

Arte zeigt FreeTV-Premiere "Ayka"

"Ayka", Arte, 23:30 Uhr
Eine illegal unter erbärmlichen Umständen in Moskau lebende kirgisische Immigrantin (Samal Yeslyamova) irrt auf der verzweifelten Suche nach einer Arbeit durch die winterliche Stadt.

Über unglaubliche sieben Jahre streckten sich die Dreharbeiten dieses kasachischen Dramas, dessen Handlung gerade mal eine Woche umfasst. Mit Geldgebern aus aller Herren Länder, darunter auch aus Deutschland vom ZDF, konnte Regisseur und Drehbuchautor Sergei Dvortsevoy sein Werk vollenden - und die Beharrlichkeit lohnte sich.

"Ayka" feierte seine Premiere 2018 auf den Filmfestspielen in Cannes, wo die großartige Hauptdarstellerin Samal Yeslyamova den Preis als beste Darstellerin erhielt. Ein Jahr später wurde sie auch noch mit dem Asiatischen Filmpreis ausgezeichnet. Die größte Anerkennung für den Film selbst kam dann aus Hollywood: Immerhin auf die Shortlist für den Oscar als "Bester fremdsprachiger Film" schaffte es der Streifen, auch wenn es zur Nominierung nicht reichen sollte.

Die Idee zu seinem Film kam Dvortsevoy durch die Statistik in einer Zeitung, die auflistete, wie viele Babys jedes Jahr von kirgisischen Frauen in Moskauer Krankenhäusern zurückgelassen wurden. Kaum der Stoff für einen leichten Unterhaltungsfilm, und "Ayka" ist nun auch alles andere als das. Die Atmosphäre ist beklemmend klaustrophobisch, das Portrait einer Gesellschaft, deren Wohlhabende gleichgültig und deren Arme verzweifelt und hungrig sind, bedrückend. Sergei zeigt dies beeindruckend und ohne Rührseligkeit am Beispiel einer einzelnen Frau.

Kritiker Daniel Kasman schrieb in "MUBI": "Genauso entschlossen und hart wie seine Heldin, ist Sergei Dvortsevoy's Herz zerreißender Film eine Bastion der Emphathie und der Anteilnahme."



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