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Wonder Boys - Michael Douglas
Wonder Boys - Michael Douglas

TV-Tipp für Montag (12.4.): Michael Douglas kann sich nicht entscheiden

Arte zeigt "Wonder Boys"

"Wonder Boys", Arte, 20:15 Uhr
Ein Literaturprofessor (Michael Douglas) in der Schaffenskrise sorgt für einige Verwirrung in seiner unmittelbaren Umgebung, da er sich ziellos treiben lässt und zu keiner Entscheidung fähig ist.

Eine US-Komödie zu drehen, in welcher der Protagonist eher nichts tut und die Handlung mäandert, könnte das Rezept für einen Flop sein. Und finanziell war es das auch, obwohl sich Paramount Pictures, nachdem sie beschuldigt worden waren, die Marketing-Kampagne für ihre 55 Millionen Dollar teure Produktion in den Sand gesetzt zu haben, sogar bereit erklärten, die Literaturverfilmung nach einem drei Viertel Jahr mit einem neuen Poster und einem neuen Trailer noch einmal in die amerikanischen Kinos zu bringen. Auch ohne Erfolg. Am Ende standen 2000 weltweit nur 33 Millionen Dollar.

Aber auf der anderen Seite ist Regisseur Curtis Hanson ("L.A. Confidental") und Drehbuchautor Steve Kloves ("The Amazing Spider-Man") das Kunststück gelungen, aus dem schwer fassbaren Stoff der gleichnamigen Romanvorlage von Michael Chabon aus dem Jahr 1995 einen klugen und amüsanten Streifen zu fertigen, wie die positiven Kritiken und Zuschauerreaktionen zeigten. Die hervoragenden Schauspieler sind mit sichtbarem selbstironischen Spaß dabei - nicht zuletzt Michael Douglas, der 11 Kilogramm für die Rolle zunahm und sich bei seiner Gagenforderung auf Diät setzte, was die Produktion überhaupt erst ermöglichte, denn zuvor waren die Paramount-Manager nicht daran interessiert gewesen, eine skurrile und von den Figuren getragene Komödie zu finanzieren.

Hanson drehte vor Ort in Pittsburgh, das zu einem echten Mitspieler in der Handlung wird. Probleme bereitete allerdings das Wetter: Der Winter 1998/99 war in der Stadt im US-Bundesstaat Pennsylvania so mild, dass die Bühnenbildner mit viel künstlichem Schnee nachhelfen und aufblühende Pflanzen und Bäume verdecken mussten.

"Wonder Boys" fand trotz der kommerziellen Pleite viel Zuspruch bei Presse und Industrie, als es in die Preisverleihungssaison 2000/01 ging. Der Song "Things Have Changed" von Bob Dylan gewann den Academy Award und den Golden Globe. Oscar-nominiert waren noch Drehbuchautor Steve Kloves und Cutterin Dede Allen. Für den Golden Globe gingen der Film, Drehbuchautor Kloves und Hauptdarsteller Michael Douglas ins Rennen. Für einen Britischen Filmpreis waren ebenfalls Drehbuchautor Kloves und Hauptdarsteller Douglas nominiert.

Kritiker John McEwan schrieb in "Film Quips Online": "Michael Douglas ist ausnehmend subtil. Es gefällt mir, wenn er eine Auszeit von seinen reichen, nach Macht strebenden Arschlöchern nimmt, um einen echten Charakter zu gestalten, und dieser hier ist keine einfache Schöpfung."



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