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Lucky - Harry Dean Stanton
Lucky - Harry Dean Stanton
© Alamode Film © Die FILMAgentinnen

TV-Tipp für Samstag (17.4.): Harry Dean Stanton trotzt der Zeit

3sat zeigt "Lucky"

Am Samstagabend müssen Spielfilm-Fans etwas länger vor dem Fernseher verweilen. RTL2 zeigt im Spätprogramm das US-Remake des japanischen Horrors "Ringu", und 3sat folgt im Nachtprogramm mit der Harry Dean Stanton-Tour de force "Lucky".

"The Ring", RTL2, 22:50 Uhr
Eine Journalisten (Naomi Watts) untersucht ein geheimnisvolles Videoband, das den Tod jeden Zuschauers sieben Tage, nachdem er es abgespielt hat, zu verursachen scheint.

Gute, alte Videozeiten. Der "The Ring" zugrunde liegende Roman "Ringu" des japanischen Autoren Koji Suzuki stammt aus dem Jahr 1991, als VHS noch das dominante Medium war - die DVD sollte ihren Siegeszug erst so richtig ab 1998 aufnehmen -, und die japanische Verfilmung aus dem Jahr 1998. Deren großer Erfolg machte auch Hollywood auf den Stoff aufmerksam.

DreamWorks Pictures engagierten Regisseur Gore Verbinski ("Pirates of the Caribbean") und Drehbuchautor Ehren Kruger ("Dumbo"), um eine Version für das amerikanische Publikum zu kreieren. Das Paar verlegte das Geschehen von Japan nach Seattle im US-Bundesstaat Washington und schuf dabei den seltenen Fall einer Neuverfilmung, die sich vor dem Original nicht zu verstecken braucht.

Der vor Ort in und um Seattle gefilmte 48 Millionen Dollar teure US-Horrorfilm geht unter die Gänsehaut. Verbinski verließ sich dankenswerterweise nicht auf kurze Schockeffekte oder blutige Szenen, sondern statt dessen auf viele unheimliche Bilder und eine bedrohliche Atmosphäre und konnte sich auf seine hervorragende englische Hauptdarstellerin Naomi Watts verlassen.

"The Ring" erhielt 2002 gemischte Kritiken, wurde aber mit weltweit 249 Millionen Dollar Umsatz ein großer Erfolg, zumal für einen Horrorfilm. Unvermeidlicherweise kam daher drei Jahre später die schwache, aber ebenfalls erfolgreiche Fortsetzung "The Ring Two" in die Lichtspielhäuser, begleitet von weiteren Remakes japanischer Horrorfilme wie "The Grudge" und "Dark Water".

Kritiker Keith Phipps schrieb in "AV Club": "Gore Verbinski erschafft ab der ersten Szene eine Atmosphäre des Grauens, die nie nachlässt, und webt geschickt Elemente der aktuellen Welle japanischer Horrorfilme ein."



"Lucky", 3sat, 00:05 Uhr
Ein 90-jähriger Atheist und Navy-Veteran (Harry Dean Stanton) begibt sich auf eine spirituelle Reise.

Schauspieler John Carroll Lynch hat mit diesem US-Drama sein Regiedebut gegeben und einem Kollegen das Feld für eine Glanzleistung bereitet. Der am 15. September 2017 verstorbene Harry Dean Stanton, zum Zeitpunkt der Dreharbeiten im Sommer 2016 in Los Angeles tatsächlich 90 Jahre alt, brilliert hier in seiner vorletzten Rolle auf der Leinwand.

Die bittersüße und skurrile Meditation über Sterblichkeit kam 2017 als Independent-Produktion in nur wenige Kinos - immerhin aber in Deutschland - und machte als Festivalfilm die weltweite Runde, wobei die Preise und Nominierungen sich auf Regisseur Lynch und seinen Hauptdarsteller Stanton verteilten.

Kritiker Robbie Collin schrieb in "Daily Telegraph": "Ein unaufdringlicher, gemütlicher Film - nicht sentimental im herkömmlichen Sinn, aber gespickt mit Momenten ergreifender, zurückhaltender Absonderlichkeiten."



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