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Catch Me If You Can - Leonardo DiCaprio
Catch Me If You Can - Leonardo DiCaprio

TV-Tipps für Sonntag (2. Mai): Leonardo DiCaprio stapelt hoch

RTL2 zeigt Meisterwerk "Catch Me If You Can"

Am Sonntagabend gibt es im Hauptprogramm Krimis satt: Den Münster-TATORT in der ARD, parallel das Meisterwerk "Catch Me If You Can" von Steven Spielberg auf RTL2 und den Agatha Christie-Klassiker "Tod auf dem Nil" auf Arte.

"Catch Me If You Can", RTL2, 20:15 Uhr
Die wahre Geschichte von Frank Abagnale (Leonardo DiCaprio), der in den Sechzigern noch vor seinem 19. Geburtstag erfolgreich Millionen von Dollars in gefälschten Schecks als Hochstapler in den Rollen eines Piloten, Arztes und Staatsanwalts kassiert, während ihm ein FBI-Agent (Tom Hanks) auf der Spur ist.

Eine Geschichte, zu schön, um wahr zu sein. Aber Hollywood tat sich schwer, die unglaublich klingende Biographie von Frank Abagnale - der so erfolgreich Schecks fälschte, dass ihn das FBI später engagieren sollte, um Scheckbetrügern auf die Spur zu kommen - zu verfilmen. Abagnale verkaufte die Filmerechte an seiner Autobiographie bereits 1980. Aber erst 1997 sollte es mit dem Projekt ernst werden, als DreamWorks Pictures die Verfilmungsrechte von Paramount Pictures erwarben und Jeff Nathason ("The Lion King") für ein Drehbuch engagierten, das DreamWorks-Miteigentümer Steven Spielberg ("Saving Private Ryan") produzieren wollte.

Als Regisseur war David Fincher ("Gone Girl") vorgesehen, der jedoch für "Panic Room" ausstieg. Als Ersatz wurde Gore Verbinski ("Rango") verpflichtet, der dann aber ebenso das Projekt vorzeitig verließ. Lasse Hallström ("Safe Haven"), Milos Forman ("One Flew over the Cuckoo's Nest") und Cameron Crowe ("We Bought a Zoo") waren weitere Kandidaten für das Regiestühlchen, doch keine Konstellation sollte klappen. Schließlich übernahm Spielberg den Posten im August 2001 einfach selbst.

Eine weise Entscheidung: Der Filmemacher zeigte sich in Top-Form und inszenierte den US-Kriminalfilm mit einem starken Leonardo DiCaprio und großer Leichtigkeit, elegant, überraschend süß und flott unterhaltend. Ironie am Rande: Frank Abagnale spielt den Polizisten, der sein Film-Alter Ego verhaftet.

Nach all den Verzögerungen in der Vorproduktion halfen Steven's Routine und Erfahrung enorm, die aufwenigen Dreharbeiten - gefilmt wurde für 52 Millionen Dollar an 147 verschiedenen Drehorten, darunter Los Angeles, New York City, Quebec und Montreal - in nur 52 Tagen durchzuziehen. "Wofür man manchmal drei Tage brauchen würde, drehten wir in drei Stunden", meinte DiCaprio.

Dem Meisterwerk sieht man die bewährte Hand des Regisseurs, aber keine Hast an. Mit fast einhellig begeisterten Kritiken erreichte "Catch Me If You Can" Weihnachten 2002 die Kinos, in denen er mit weltweit 352 Millionen Dollar Umsatz ein großer Erfolg wurde. Dazu kamen noch zwei Oscar-Nominierungen für Nebendarsteller Christopher Walken und Spielberg's Haus- und Hofkomponist John Williams. Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio war für den Golden Globe im Rennen. Nebendarsteller Walken gewann den Screen Actors Guild Award und den Britischen Filmpreis für seine Darstellung; nominiert waren hier noch Drehbuchautor Jeff Nathanson, Komponist Williams und Kostümbildnerin Mary Zophres.

Ein Zuschauer lobt: "Von der charmant animierten Titelsequenz, von John Williams' herrlich raffinierter Musik begleitet, bis zum Schluss ist das ein wahnsinning unterhaltsamer Film eines begnadeten Künstlers, der scheinbar mühelos wirkungsvolle Werke erschaffen kann. Der Streifen ist voller faszninierender Details und unvergesslicher Momente, während Jeff Nathanson's Drehbuch die Geschichte in der fesselndsten Art und Weise erzählt. Erstklassige Unterhaltung."



"Tod auf dem Nil", Arte, 20:15 Uhr
Als während einer Kreuzfahrt auf dem Nil an Bord eines Luxusdampfers eine frisch verheiratete reiche Frau (Lois Chiles) ermordet wird, ermittelt Privatdetektiv Hercule Poirot (Peter Ustinov).

Nach dem weltweiten Riesenerfolg von "Murder on the Orient Express" im Jahr 1974 wollten EMI Films einen weiteren britischen Kriminalfilm, der auf einem Roman von Agatha Christie basierte und den belgischen Detektiv Hercule Poirot als Hauptfigur aufwies, auf die Leinwand bringen. Die Wahl fiel auf den Roman "Death on the Nile" aus dem Jahr 1937, dessen Spielzeit auch in der Kinoversion beibehalten wurde.

Neu dagegen besetzt wurden entscheidende Positionen vor und hinter der Kamera: Statt des Amerikaners Sidney Lumet ging das Megaphon an den heimischen Filmemacher John Guillermin ("The Towering Inferno"), und das Drehbuch verfasste der renommierte Autor Anthony Shaffer. Statt Albert Finney verkörperte nun Peter Ustinov Hercule Poirot, und das so erfolgreich, dass er die Figur noch zweimal auf der Leinwand und mehrmals im Fernsehen darstellen sollte.

Für die Außenaufnahmen entschloss man sich, vor Ort in Ägypten und auf dem Nil zu drehen. So kamen beeindruckend die Pyramiden von Gizeh und die Tempelanlagen von Karnak, Kom Ombo und Abu Simbel ins Bild. Für Besetzung und Crew waren die Dreharbeiten aber insbesondere wegen der großen Hitze anstrengend. Um der Mittagshitze zu entgehen, drehte man früh morgens, was für die Schauspieler und Maskenbildner bedeutete, bereits um 4 Uhr morgens loszulegen. Die Innenaufnahmen entstanden dann in der zweiten Produktionshälfte in den Pinewood Studios bei London.

Der umgerechnet 8 Millionen Dollar teure "Death on the Nile" überzeugt wie "Murder on the Orient Express", erhielt 1978 gute Kritiken, war aber mit rund 15 Millionen Dollar weltweiten Einspiels nur noch etwa halb so erfolgreich wie sein Vorgänger. Größter Aktivposten neben den Landschaftspanoramen ist das spielfreudige Star-Ensemble, mit dem großartigen Peter Ustinov an der Spitze, der dem Ganzen noch mehr spitzbübischen Humor verlieh.

Kostümbildner Anthony Powell wurde mit einem Oscar und dem Britischen Filmpreis ausgezeichnet. Der Film war für einen Golden Globe nominiert. BAFTA-Nominierungen gab es noch für Hauptdarsteller Peter Ustinov und die Nebendarstellerinnen Angela Lansbury und Maggie Smith.

Eine Zuschauerin lobt: "Als Agatha Christie-Fan bin ich bei den Verfilmungen immer recht kritisch. Aber hier ist das Drehbuch so gut wie einer ihrer besseren Romane und bringt das Buch nahtlos auf die Leinwand, wobei einige Nebenhandlungen und Nebencharaktere gestrichen wurden, um einen besseren Fluss und eine leicht verständliche Handlung ohne Löcher zu erreichen. Die Wahl Peter Ustinovs ist genial. Sein Poirot ist ausgesprochen markant. Auch die Nebendarsteller sind brillant, und man wünschte, jede Figur bekäme noch mehr Leinwandzeit. Alles in allem in typischer Agatha Christie-Art bietet der Streifen eine Satire über das Leben der oberen Zehntausend, beschwingt mit Humor und Romantik sowie dem unvermeidlichen Mord - oder besser gesagt: Morden."

Auf "Death on the Nile" folgte vier Jahre später wiederum "Evil Under the Sun", erneut mit Peter als Poirot. Kenneth Branagh hat den Roman wie "Murder on the Orient Express" neu verfilmt; er sollte vergangenes Jahr in die Kinos kommen, ist wegen der Pandemie aber auf nächstes Jahr verschoben worden.



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