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James Bond 007: In tödlicher Mission - Roger Moore
James Bond 007: In tödlicher Mission - Roger Moore

TV-Tipp für Donnerstag (6.5.): Roger Moore hilft beim Rachefeldzug

Vox zeigt "In tödlicher Mission"

"James Bond 007 - In tödlicher Mission", Vox, 22:50 Uhr
James Bond (Roger Moore) muss ein verschwundenes britisches Schiff mit einem Steuercomputer für den Start von Atomraketen finden, bevor er feindlichen Mächten in die Hände fällt.

1977 war im Abspann von "The Spy Who Loved Me" als kommender James Bond-Film "For Your Eyes Only" angekündigt worden - doch dann kam 1979 statt dessen "Moonraker" in die Kinos, mit dem Produzent Albert Broccoli auf der von "Star Wars" losgetretenen Science Fiction-Erfolgswelle surfen wollte. Das gelang eindrucksvoll, zumindest kommerziell. Mit weltweit 210 Millionen Dollar wurde der SciFi-Bond zum bis dahin umsatzstärksten der Reihe, wenn er es auch in Sachen Zuschauerzahlen mit den Giganten der Sechziger "Thunderball" und "Goldfinger" nicht aufnehmen konnte. Künstlerisch sah das schon anders aus. Die Kritiken für diesen Gaga-Bond waren nicht gut, und bei Eon Productions war man sich einig, dass man es in Sachen Gadgets, auslandender Bühnenaufbauten und unrealistischer Handlungen nicht noch weiter treiben konnte und sollte.

Wie so manches Mal im Laufe der nun knapp 60 Jahre währenden Geschichte des britischen Superagenten auf der Leinwand hieß es daher mit dem nun realisierten "For Your Eyes Only" - so der Originalitel von "In tödlicher Mission" - "back to the roots" mit mehr Spannung, mehr Realismus und mehr Ernsthaftigkeit. Oft war das mit einem Darstellerwechsel einhergegangen. Diesmal nicht. Obwohl es lange unklar war, ob Roger Moore ein fünftes Mal als 007 vor der Leinwand stehen würde - schon damals war sein Alter, der Akteur war damals 53 Jahre alt, ein Thema -, blieb der Engländer. Roger handelte inzwischen seine Verträge von Film zu Film aus, was ab jetzt jedes Mal zu Gerüchten führte, er könne durch einen anderen Darsteller ersetzt werden.

Dagegen gab es hinter der Kamera einige Veränderungen. Statt "Moonraker"-Regisseur Lewis Gilbert, der für den klassischen Gaga-Gadget-Stil stand, wurde John Glen vom Cutter und Regisseur des Zweiten Stabs befördert und gab mit "For Your Eyes Only" sein Debut. Er sollte bis zu "Licence to Kill" von 1989 die gesamten Achtziger der Bond-Ära prägen. Für das Drehbuch holte man Richard Maibaum zurück, der schon seit dem Beginn mit "Dr. No" zu acht der bis dahin elf 007-Streifen die Skripts verfasst hatte. Ihm gesellte man den die rechte Hand Broccolis, dem bisher als Ausführenden Produzenten agierenden Michael Wilson zur Seite, der wie Glen die realistischere und härtere Seite des 007-Kosmos reaktivieren wollte. Das Duo griff erstmals auf keine Romanvorlage von Ian Fleming zurück, sondern vermischte die Handlungen zweier seiner Kurzgeschichten "For Your Eyes Only" und "Risico" aus dem Jahr 1960 mit Motiven verschiedener Bond-Bücher.

Die umgerechnet 28 Millionen Dollar teure United Artists-Produktion enstand bei den Innenaufnahmen wie immer in den Pinewood Studios in London; die Außendrehs wurden im italienischen Cortina d'Ampezzo, auf und vor der griechischen Insel Korfu und bei den Klöstern von Meteora im griechischen Thessalien gefilmt. Während eines Unfalls bei den Dreharbeiten in Cortina wurde der erst 23 Jahre alte italienische Stuntman Paolo Rigon getötet. Schon vor dem Dreh war Bernhard Lee, der Darsteller des M, verstorben, dessen Charakter daher hier nicht vorkommt. Erstmals war dagegen mit Sheena Easton eine Sängerin des Bond-Songs während des klassischen Maurice Binder-Vorspanns zu sehen.

Als "For Your Eyes Only" 1981 als zwölftes 007-Opus in die Kinos kam, waren die Kritiken gemischt. Für viele war der britische Thriller halt nur "ein weiterer Bond". Doch über die Jahre hat das Werk an Fürsprechern gewonnen, die den nüchternen Tonfall des Film schätzen. Auch bei Bond-Fans landet der Streifen in Umfragen in der ersten Hälfte des inzwischen auf 24 Teile angewachsenen Oeuvres. In jeden Fall ist "For Your Eyes Only" ein unterhaltsamer Film, der aber vielleicht gerade wegen des Verzichts auf Bombast heute zu den eher unbekannten Teilen gehört.

Die künstlerische Kehrtwendung schadete der Marke Bond auf jeden Fall nicht. Mit weltweit 202 Millionen Dollar wurde "For Your Eyes Only" ein Riesenerfolg, zum zweiterfolgreichsten Film des Jahres nach "Raiders of the Lost Ark" und kam fast an den Umsatz des Vorgängers "Moonraker" heran.

Der Titelsong von Komponist Bill Conti und Texter Mick Leeson wurde für den Oscar und den Golden Globe nominiert; das Drehbuch erhielt eine Writers Guild Award-Nominierung.

Ein Zuschauer urteilt: "Das ist der vergessene Film der Roger Moore-Ära, der mit dem SciFi-Unsinn und dem juvenilen Humor von 'Moonraker' bricht und statt dessen eine realistischere Spionagegeschichte bietet. Moore war nicht glücklich mit der 'Härtung' seiner Figur, aber er bietet eine seiner besten Leistungen in der Rolle."



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