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James Bond 007: Octopussy - Roger Moore
James Bond 007: Octopussy - Roger Moore
© United International Pictures

TV-Tipps für Christi Himmelfahrt (13.5.): Roger Moore deckt eine Fälschung auf

Vox zeigt "Octopussy"

Am Abend von Christi Himmelfahrt ist für Spielfilm-Fans Spannung aus Europa angesagt. Im Hauptprogramm von Vox läuft der zwölfte James Bond "Octopussy", und Arte strahlt im Nachtprogramm "Hühnchen in Essig" von Claude Chabrol aus.

"Octopussy", Vox, 22:10 Uhr
Ein gefälschtes Fabergé-Ei und der Tod eines Agentenkollegen setzen James Bond (Roger Moore) auf die Spur eines internationalen Schmugglerrings, der von der geheimnisvollen Octopussy (Maud Adams) geleitet und als Tarnung für einen Nuklearschlag gegen die NATO benutzt wird.

Eigentlich hatte Roger Moore schon Abschied von der Rolle als James Bond genommen, den er seit 1973 bereits fünf Mal verkörpert hatte, und die Produzenten von Eon Productions suchten seinen Nachfolger. Der Name Timothy Dalton machte die Runde, daneben wurde James Brolin zu Probeaufnahmen gebeten. Doch dann kündigten Warner Brothers 1982 mit "Never Say Never Again" einen Konkurrenz-007 zur offiziellen Reihe an. Ihr Coup: Für die "Thunderball"-Wiederverfilmung konnten sie Ur-Bond Sean Connery gewinnen, der eigentlich "nie wieder" gesagt hatte.

Mit einem neuen James Bond wollten die Produzenten Albert Broccoli und Michael Wilson nicht in "The Battle of the Bonds" einsteigen und überredeten Moore, doch noch einmal als Geheimagent Seiner Majestät vor die Kameras zu treten. Eine Gage von umgerechnet 4 Millionen Dollar und eine prozentuale Gewinnbeteiligung erleichterten die Zusage.

Für die Titelrolle kündigten die Produzenten Sybil Danning an; man entschied sich dann aber doch für Maud Adams, die damit nach "The Man with the Golden Gun" von 1974 zum zweiten Mal in einem Bond-Opus zum Einsatz kam. Nach dem Tod von Bernhard Lee verkörperte erstmals Robert Brown den Geheimdienstchef M, der diese Rolle bis einschließlich "Licence to Kill" von 1989 innehaben sollte.

Nach "For Your Eyes Only" ("In tödlicher Mission") übernahm erneut John Glen das Megaphon. Die Handlung, die er in Szene setzte, hatte mit der Kurzgeschichte von Ian Fleming von 1962 nur den Titel gemein, und bis auf die Auktionsszene, die aus der Kurzgeschichte "The Property of a Lady" stammt, war die Geschichte ein Originaldrehbuch, an dem auch Produzent Wilson mitgewirkt hatte.

Der 13. James Bond entstand in Berlin, unter anderem am Checkpoint Charlie, der Berliner Mauer und auf der Avus. Die in der DDR spielenden Szenen nahm man in England auf, darunter Wansford, das für Karl-Marx-Stadt einstand. Die indischen Szenen entstanden vor Ort in Udaipur, die Innenaufnahmen wie gewohnt in den Londoner Pinewood Studios.

Für umgerechnet 27 Millionen Dollar gedreht, konnte dieser britische Thriller die Schlacht der Bonds für sich entscheiden: Weltweit flossen 187 Millionen Dollar in die erstmals von MGM, welches den insolventen 007-Filmverleiher United Artists übernommen hatten, in die Kinos gebrachte Produktion und damit mehr als die 160 Millionen Dollar von "Never Say Never Again" Monate später. Dieser Bond war somit ein großer Erfolg und der drittenerfolgreichste Film des Jahres hinter "Return of the Jedi" und "Flashdance", aber verglichen mit anderen Teilen der Reihe eher enttäuschend. Das mag daran gelegen haben, dass "Octopussy" trotz einiger elektrisierender Action-Sequenzen nach Schema X gefertigt und anachronistisch wirkte und nur gemischte Rezensionen erhielt.

Ein Zuschauer findet: "Der Film hat eine äußerst packende Geschichte und ist von John Glen solide inszeniert. Es gibt genügend Action-Szenen, um das 007-Abenteuer von Anfang bis Ende unterhaltsam zu halten. Kameraführung und die Szenerie sind schön und zeigen elegant Octopussy's schwimmenden Palast und Kamal Khan's Monsun Palast. Mir hat Roger Moore's eher komödiantischer Ansatz immer gut gefallen, und hier passt es wunderbar, um den Streifen gut auszubalancieren, so dass er nicht zu düster und nicht zu lustig gerät."



"Hühnchen in Essig", Arte, 01:05 Uhr
Ein unkonventioneller Polizeiinspektor (Jean Poiret) untersucht in einer französischen Provinzstadt zwei Mordfälle und deckt die Korruption unter den Honoratioren auf.

Die Figur des von Jean Poiret gemimten Polizeiinspektors Jean Lavardin aus diesem französischen Kriminalfilm wurde 1985 so populär, dass er im nächsten Jahr in einem weiteren Krimi von Regisseur Claude Chabrol ("Biester"), der zusammen mit dem Krimiautoren Dominique Roulet die Drehbücher schrieb, auftrat, der dann schlicht "Inspector Lavardin" hieß. 1988 und 1989 folgte eine vierteilige TV-Reihe mit dem Polizisten.

Hier in "Poulet au vinaigre" - so der Originaltitel - serviert Chabrol neben dem Psychogramm des mitunter brutal verfahrenden Polizisten eine bittere, aber damit nicht weniger unterhaltsame und befriedigende Demaskierung von Korruption und Gemeinheiten in der französischen Provinz, gewürzt mit Sex, Gewalt und düsterem Witz. Gedreht wurde in Forges-les-Eaux in der Normandie.

"Poulet au viaigre" erhielt gute Kritiken und wurde mit 764 000 Zuschauern in Frankreich zu einem soliden Erfolg.

Ein Zuschauer meint: "Eine Szene zu Beginn in diesem Film zeigt einen zickiges Muttersöhnchen, eine gebieterische Mutter und einen Keller. Hört sich vertraut an? Aber das hier ist Chabrol und nicht Hitchcock, also die beste Alternative. Dieser Streifen mag nicht zu seinen stärksten gehören, aber die exzellente Abrechnung mit gutbetuchten Typen, die einander fiese Dinge antun, ist unterhaltsam genug."



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