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Kabel1 zeigt "Troja"

"Troja", Kabel1, 20:15 Uhr
Die Griechen greifen im 13. Jahrhundert vor Christus Troja an.

Das griechische Epos "Illias" ist eine der ältesten überlieferten europäischen Schriften, das auf frühgeschichtlichen Sagen und Erzählungen beruht und einen Abschnitt des Trojanischen Krieges aus dem 13. und 12. Jahrhundert vor Christus erzählt. Forscher nehmen an, dass sie im 9. oder 8. Jahrhundert vor Christus vom griechischen Dichter Homer verfasst wurden.

Der deutsche Regisseur Wolfgang Petersen und der US-Drehbuchautor David Benidoff ("Gemini Man") bewiesen mit diesem US-Abenteuerfilm, dass man den Stoff von Kriegern und Göttern auch rund 3000 Jahre später noch spektakulär für ein Massenpublikum aufbereiten kann. Allerdings hat der Streifen nur noch wenig mit seiner legendären Vorlage zu tun. Das Geschehen von zehn Jahren wird auf einige Wochen kondensiert, die Götter komplett außen vorgelassen, Figuren und Handlungsstränge dazuerfunden und Bezüge zur aktuellen Weltpolitik eingeflochten. Benidoff erklärte: "Wenn wir uns entscheiden mussten, ob wie der 'Illias' folgen oder das machen, was am besten für den Film wäre, haben wir uns immer für Letzteres entschieden."

So entstand ein muskelbepacktes, unterhaltsames Spektakel, das allerdings auf der emotionalen Ebene die gleiche Wucht vermissen lässt, die Wolfgang visuell aufbietet.

Gedreht wurde auf Malta und in Mexiko mit realen Kulissen und Requisten, die dann in der Nachproduktion mit Computerbildern erweitert wurden. Das Trojanische Pferd beispielsweise war eine echte Requisite. Die Dreharbeiten wurden durch den Hurrikan Marty verzögert, der die bereits aufgebaute Stadtmauer von Troja zerstörte, und eine Verletzung von Brad Pitt. Der Achilles-Darsteller hatte sich bei einer Kampfszene ausgerechnet an der Ferse verletzt und wurde dadurch für einige Wochen aus dem Verkehr gezogen.

Unglaubliche 185 Millionen Dollar stellten Warner Brothers Pictures Petersen und seinem Team zur Verfügung, das in der Nachproduktion um einen weiteren Namen anwuchs. Der Filmemacher war unzufrieden mit der Musik von Gabriel Yared und ersetzte den Komponisten durch James Horner.

Würden die Zuschauer im Jahr 2004 Lust auf ein Spektakel "bei den alten Griechen" haben? Das laute Klingeln der Kinokassen weltweit trotz nur gemischter Kritiken hieß nichts Anderes als "Ja!": Mit 497 Millionen Dollar wurde "Troy" ein Riesenerfolg. Kostümbildner Bob Ringwood war für den Academy Award nominiert.

Drei Jahre später brachten Warner Bros. einen von Wolfgang Petersen erheblich veränderten und um 30 Minuten erweiterten Director's Cut heraus, der auf der Berlinale seine Premiere feierte.

Kritiker David Denby schrieb in "New Yorker": "Brutal, ernst, zugleich erhebend und tragisch, trifft der Film die richtige Tonmischung für eine Adaption von Homer."



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