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Prisoners - Jake Gyllenhaal und Paul Dano
Prisoners - Jake Gyllenhaal und Paul Dano
© Tobis Film

TV-Tipps für Samstag (4.12.): Hugh Jackman macht einen Gefangenen

Sat1 zeigt Meisterwerk "Prisoners"

Hugh Jackman-Abend auf Sat1! Für Spielfilm-Fans sind der Australier der Akteur und die Unterföhringer am Samstagabend der Sender der Wahl. Zunächst mit dem schmissigen Musical "The Greatest Showman" im Spätprogramm, noch mehr dann mit dem düsteren Meisterwerk "Prisoners" im Nachtprogramm.

"The Greatest Showman", Sat1, 22:35 Uhr
Ein Schausteller (Hugh Jackman) erwirbt Mitte des 19. Jahrhunderts in New York City ein Theater, um dort eine unvergleichliche Show auf die Beine zu stellen.

Wer zuletzt lacht. Als dieses US-Musical im Weihnachtsgeschäft 2017 mit nur 8,8 Millionen Dollar startete, stimmte die Presse sofort die Abgesänge auf die 84 Millionen Dollar teure 20th Century Fox-Produktion an, die nur gemischte Kritiken erhalten hatte. Doch dann kamen die Zuschauer und kamen und kamen, so dass die Umsätze in den folgenden fünf Wochen immer über dem Eröffnungsergebnis lagen - eine außergewöhnliche Entwicklung, an deren Ende 176 Millionen Dollar standen. Aus dem Ausland kamen 260 Millionen Dollar für ein weltweites Einspiel von 435 Millionen Dollar. Letztes Jahr wurde eine Fortsetzung angekündigt.

Die Idee zu dem Werk war bereits 2009 entstanden, als Bill Condon, Produzent der Show zu den 81. Academy Awards, deren Moderator Hugh Jackman mit P.T. Barnum verglich und ihn für ein Projekt über den Zirkuspionier gewinnen konnte. Zusammen mit Jenny Bicks schrieb Condon das Drehbuch, das dann 2016 in New York City von Regiedebutant Michael Gracey verfilmt werden sollte, der bis dahin Musik-Videos inszeniert hatte.

"The Greatest Showman" überwältigt mit seinen Tanz- und Gesangsnummern und entfacht ein echt Barnumsches Tamtam. Kritisiert wurde allerdings, dass die Nachzeichnung der umstrittenen Persönlichkeit wenig mit der Realität zu tun hat und eine echte Schönfärberei darstellt. Barnum wurde und wird vorgeworfen, seine Mitarbeiter als Freaks zur Schau gestellt und seine Tiere misshandelt zu haben und bei seinem Erfolgsstreben rücksichtslos vorgegangen zu sein.

Der Song "This Is Me" erhielt Nominierungen für den Academy Award und gewann den Golden Globe. Für jenen waren der Film und Hauptdarsteller Hugh Jackman nominiert.

Kritikerin Kimberly Pierce schrieb in "Geek Girl Authority": "Der Film ist eine wahre Freude. Fans von Hugh Jackman sollten ihn sich auf jeden Fall ansehen, denn er zeigt den Schauspieler in einer lustvollen Rückkehr zu seinen Musical-Wurzeln."



"Prisoners", Sat1, 00:45 Uhr
Als Keller Dover's (Hugh Jackman) kleine Tochter und deren Freundin verschwinden, nimmt er die Suche nach ihr in die eigenen Hände, während ein Polizist (Jake Gyllenhaal) mehreren Spuren nachgeht und die Zeit verrinnt.

Kein Roman oder eine andere Vorlage liegt diesem emotional komplexen Kriminalfilm zugrunde, den eine Atmosphäre der bösen Vorahnung durchzieht. Aaron Guzikowksi hat das Originaldrehbuch verfasst und der kanadische Regisseur Denis Villeneuve ("Dune") es so fesselnd und verstörend mit einem großartigem Ensemble, zu dem noch Paul Dano, Terrence Howard, Viola Davis, Maria Bello und Melissa Leo gehören, auf die Leinwand gebracht.

Villeneuve blickt in seinem englischsprachigen Debut, das er für 46 Millionen Dollar für Warner Brothers realisierte, in menschliche Abgründe, räumt dem Schmerz der Opferfamilien ebenso viel Raum ein wie der methodischen Suche des Polizisten und stellt unbequeme Fragen nach Selbstjustiz. Dies alles im US-Bundesstaat Georgia phantastisch gefilmt vom meisterhaften Kameramann Roger Deakins, der für einen "Oscar" nominiert wurde.

Dieses Meisterwerk war 2013 an den Kinokassen mit weltweit 122 Millionen Dollar nur mäßig erfolgreich, erfreute sich aber hervorragender Kritiken.

Kritiker Matt Pejkovich schrieb in "Matt's Movie Review": "Ein düsterer und packender Film, der viele Zuschauer mit seiner labyrinthischen Handlung ins Trudeln bringen, mit seinen starken Darstellern bannen und mit seinen vielen moralischen und religiösen Komplexitäten noch lange wird."



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