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Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug -...Hays
Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug - Leslie Nielsen und Robert Hays
© Paramount Pictures Germany

TV-Tipps für Neujahr: Robert Hays gerät in Turbulenzen

Kabel1 zeigt "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug"

"Lachend auf den Privaten" lautet das Motto für Spielfilm-Fans zum Jahresanfang 2022! RTL2 strahlt im Hauptprogramm "Und täglich grüßt das Murmeltier" aus, und Kabel1 zeigt im Nachtprogramm "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug".

"Und täglich grüßt das Murmeltier", RTL2, 20:15 Uhr
Ein Meterologe (Bill Murray) erlebt unerklärlicherweise den gleichen Tag immer und immer wieder.

Jedes Jahr am 2. Februar findet in Punxsutawney im US-Bundesstaat Pennsylvania ein großes Volksfest statt: Groundhog Day - Murmeltiertag. Ein Murmeltier namens Punxsutawney Phil wird hervorgeholt. Kommt er aus seinem Bau, dann soll der Frühling angeblich bald kommen; sieht Phil allerdings seinen durch die Sonne verursachten Schatten, dann zieht er sich in seinen Bau zurück - und der Winter soll noch sechs Wochen andauern. Während die Veranstalter des Festes behaupten, dass Phil's "Wettervorhersagen" zu 75 Prozent korrekt seien, hat eine kanadische Studie ergeben, dass es wohl gerade mal 40 Prozent sind. Selbst Würfeln ist sicherer.

Einer der Fälle, bei dem die Geschichte auf dem Papier einfach nur idiotisch wirken mag - kein Wunder, dass Tom Hanks und Michael Keaton die Hauptrolle dankend ablehnten -, auf der Leinwand aber großartig funktioniert, weil einfach intelligente, goldige und einfallsreiche Unterhaltung geboten wird, ganz zu schweigen von den zahllosen Lachern und der großartigen Darstellung Bill Murrays, dessen Kunstfertigkeit hier auch in dramatischen Szenen gefragt ist. Drehbuchautor und Regisseur Harold Ramis gelang mit dieser Columbia Pictures-Produktion ein Meisterwerk, eine der wenigen US-Komödien, auf die sich alle Zuschauer einigen können, dass sie wirklich witzig ist.

Die 15 Millionen Dollar teuren Dreharbeiten fanden nicht vor Ort in Punxsutawney, sondern im rund 1000 Kilometer entfernten Woodstock im US-Bundesstaat Illinois statt, das als Filmkulisse mit seinem historischen Stadtkern mehr hergab und den Filmemachern geeigneter erschien. Die im Streifen eine Rolle spielende klirrende Kälte ist dabei nicht simuliert. Während des Drehs im Winter und Frühling 1992 war es tatsächlich sehr kalt.

Die Columbia Pictures-Produktion war 1993 mit über 70 Millionen Dollar Umsatz allein in Nordamerika zwar erfolgreich, aber erst über die Jahre erlangte sie ihren wahren Kultstatus. Das Originaldrehbuch gewann den Britischen Filmpreis. Im Jahr 2006 nahm die US-Library of Congress den Streifen in ihr National Film Registry auf - als ein "kulturell, historisch oder ästhetisch bedeutsames Werk".

"Selbst über die lustigsten Filme kann ich irgendwann nicht mehr lachen, wenn ich sie oft genug gesehen habe. Ein Witz hat nie mehr den gleichen Effekt, wenn man die Pointe schon kennt. Aber alle Jubeljahre kommt eine Komödie daher, die zusätzlich zu den Lachern so voller Gedanken und Bedeutung ist, dass man beginnt, ihre Tiefe und Erkenntnis zu registrieren. Kein Film verbindet Witz und Tiefgründigkeit so perfekt wie dieser", schwärmt eine Zuschauerin.



"Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug", Kabel1, 00:25 Uhr
Ein ehemaliger Vietnam-Pilot (Robert Hays) muss unter abenteuerlichsten Verwicklungen, Turbulenzen und Gefahren eine Passagiermaschine landen, nachdem die Besatzung einer Vergiftung zum Opfer gefallen ist.

Es ist kein letzter Witz: Diese ungeniert juvenile und alberne US-Komödie ist 2010 von der US-Library of Congress als "kulturell, historisch oder ästhetisch bedeutsam" ins National Film Registry aufgenommen worden, um sie der Nachwelt zu erhalten. "Airplane!" - so der Originaltitel - als kulturelles Erbe.

Und auch wahr: Christopher Lee bedauerte im Nachhinein, dass er dem Regiedebutantentrio Jim Abrahams, David und Jerry Zucker abgesagt hatte, um statt dessen auf das vermeintliche sicherere Pferd "1941" von Steven Spielberg zu setzen. Pech gehabt: Mit "Airplane!" hätte der englische Akteur seine Fan-Basis nochmal wesentlich vergrößert; seinen Part übernahm der kanadische Kollege Leslie Nielsen - für ihn das Sprungbrett zum Star in den achtziger Jahren.

Abrahams und die Gebrüder Zucker - in der Branche als ZAZ bekannt - kannten sich seit Kindertagen und gründeten 1971 in Studienzeiten an der University of Wisconsin-Madison das Kentucky Fried Theatre, wo sie Sketche, hauptsächlich Parodien, aufführten. Um ihr Material zu generieren, schauten sie viel Fernsehen und stießen so eines Abends auf den US-Thriller "Zero Hour!" ("714 antwortet nicht") aus dem Jahr 1957. Hier erkranken die meisten Insassen und die Crew eines Verkehrsflugzeugs akut an einer Lebensmittelvergiftung, so dass ein psychisch belasteter ehemaliger US-Jagdflieger unvorbereitet ans Steuer muss.

Für ZAZ war das pures comedy gold und die perfekte Schablone für eine Parodie der in den Siebzigern beliebten Katastrophenfilme wie "Airport". Die Künstler schrieben ein Drehbuch, das die Basishandlung beibehielt, aber alles in Komische wendete und mit einer unaufhörlichen Stakkato-Parade von zitierfährigen Sprüchen, Slapstick, visuellen Gags, surrealen bis obskuren Scherzen, Sprachwitzen und running gags versah. Das Motto war: Egal wie, Hauptsache komisch.

Doch als das Skript - für welches das Trio 2500 Dollar an das Produktionsstudio Paramount Pictures und an Warner Bros. Television gezahlt hatte, um nicht der Urheberrechtsverletzung bezichtigt zu werden - 1975 fertig war, hatte keine Filmgesellschaft Interesse. Statt dessen verfilmte John Landis ("Der Prinz aus Zamunda") zunächst für einen Appel und ein Ei ihre Theater-Sketch-Parade als "The Kentucky Fried Movie", der 1977 erfolgreich lief.

Erst dann war Hollywood für einen echten Schuss ZAZ bereit. Über Ecken kam das Skript zu Paramount Pictures, die ein Budget von 3,5 Millionen Dollar bereit stellten und dem Trio auch den Wunsch, ihr Regiedebut zu geben, gewährten. Das Studio ließ sich allerdings nicht darauf ein, in Reverenz an "Zero Hour!" auch in Schwarzweiß zu drehen - Farbe musste rund 20 Jahre später schon sein, um die kommerziellen Chancen nicht zu mininieren.

Für die Hauptrolle besetzten Abrahams und die Zuckers den aus der TV-Sitcom "Angie" bekannten Robert Hays; die Nebenrollen sollten aber keine Komiker, sondern dramatische Schauspieler verkörpern, was den komischen Effekt eher noch verstärken würde. So gingen die Parts an Lloyd Bridges, Peter Graves, Leslie Nielsen und Robert Stack. Auch die Musik komponierte mit Elmar Bernstein ein bedeutender Künstler, der 1968 für "Thoroughly Modern Millie" den Oscar gewonnen hatte. Gedreht wurde in den Paramount Studios und Universal Studios in Hollywood sowie auf dem Los Angeles International Airport.

Nichts ist so schwierig wie Komödien, und die Nervosität von Jim, David und Jerry wuchs nach einer nur mittelprächtig verlaufenen Testvorführung - wie würde dieser sehr spezielle und total überdrehte Humor verfangen? Die Antwort gaben 1980 nicht nur die Kritiker, die den Daumen hoben und "Airplane!" zu einem der besten Filme des Jahres erklärten, sondern vor allem die Zuschauer. Innerhalb von fünf Tagen war das Budget eingespielt, und am Ende standen Rang vier in der Besuchergunst des Jahres in den USA und ein weltweites Einspiel von 130 Millionen Dollar.

Damit nicht genug, gewannen Jim Abrahams, David und Jerry Zucker den Writers Guild Award für ihr Drehbuch, das auch für den Britischen Filmpreis nominiert war. Der Film selbst lag für den Golden Globe im Rennen.

Ein Zuschauer befindet: "Das ist eine Komödie, die zugleich witzig und clever ist. Der todernste Darbietung von Leslie Nielsen, die messerscharfen Dialoge und das perfekte Timing der Sätze durch alle Darsteller machen das zu einer der besten Komödien aller Zeiten. Die Handlung ist einfach, aber stets ist da ein Scherz oder visueller Gag, die man beim ersten Sehen alle gar nicht mitbekommen kann und den Film so endlos neu sehbar machen. Ich liebte diesen Streifen beim ersten Mal und werde ihn lieben bis zum letzten Mal. Die beste Komödie aller Zeiten? Das meinen Sie doch nicht ernst..."



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